Brändbachtalsperre mit Kirnbergsee

Der Kirnbergsee mit der Brändbachtalsperre bei Bräunlingen-Unterbränd, Quelle: LMZ BW
Der Kirnbergsee mit der Brändbachtalsperre bei Bräunlingen-Unterbränd, Quelle: LMZ BW

Die Brändbachtalsperre liegt im südlichen Schwarzwald auf dem Gebiet von Unterbränd, Stadtteil von Bräunlingen, im Schwarzwald-Baar-Kreis. Bräunlingen, eine urkundlich schon zu Beginn des 9. Jahrhunderts erwähnte alemannische Siedlung, wuchs unter den Zähringern zur befestigten Stadt heran, erhielt die Stadtrechte aber erst 1368 durch Habsburg verliehen. Die Zähringer unterhielten in der Nähe des heutigen Unterbränd die um 1411/1425 abgegangene Kürnburg. Unmittelbar daneben wurde der Kirnbergsee aufgestaut.

Etwa 16 km Luftlinie entfernt liegt im Nordwesten die Stadt Freiburg i. Br. Südwestlich befindet sich in etwa 9 km Entfernung Todtnau und bis zum Schluchsee im Südosten sind es etwa 6 km. Die Stadt Bräunlingen liegt ungefähr 7 km östlich. Der rund 300 Einwohner zählende Ortsteil Unterbränd erstreckt sich als offene Streusiedlung in etwa 500 m Entfernung vom nordwestlichen Seeufer. Der Ort entstand um 1555 als Siedlung Bräunlinger Bürger, die sich dort als Köhler und Harzer niederließen. Auf den brandgerodeten Flächen entstand ein wenig ertragreiches Acker- und Weideland.

Die Brändbachtalsperre wurde 1921/22 zur Stromerzeugung im Verlauf des Brändbachs, eines rechten Nebenflusses der Brigach, errichtet. Die Talsperre liegt auf etwa 780 m über NN. Nördlich erhebt sich die bis zu 816 m hohe Kirnhalde, südwestlich steigt das Gelände bis zum Mösle auf bis zu 804 m an. Die Stadt Bräunlingen erbaute in dem an dieser Stelle engen Brändbachtal eine rund 130 m lange und 15 m hohe begehbare Staumauer mit einem Bauwerksvolumen von 5.000 Kubikmetern, die als Bogengewichtsstaumauer aus Beton mit einer Bruchsteinverkleidung ausgeführt wurde. 1955 wurde die Mauer an der Wasserseite mit einer Betonvorsatzschale verstärkt. Im Jahr 2000 erfolgte eine weitere Sanierung des Bauwerkes. Als erste Staumauer in Deutschland erhielt die Wasserseite eine Kunststoff-Dichtungsbahn, eine sogenannten Geomembran.

Der hier entstandene Stausee hat bei einer Wasserfläche von ca. 35 Hektar ein Fassungsvermögen von rund 1,6 Millionen Kubikmetern Wasser und erhielt nach der früheren Zähringerburg den Namen Kirnbergsee. Wenige Reste der alten Befestigung liegen am rechten, südlichen Ende des Sperrwerkes. Der Brändbach tritt von Nordwesten kommend unterhalb des 794 m hohen Schachen in den Stausee ein, durchfließt diesen gradlinig nach Osten und tritt an der Sperrmauer unterhalb der Ruine Kirnberg/Kürnburg wieder aus, um seinen Lauf nach Osten fortzusetzen. Das zum Stausee gehörige, inzwischen unter Denkmalschutz stehende Kraftwerk wurde 1923 etwa 2,7 km östlich des Sees im Bräunlinger Stadtteil Waldhausen erbaut. Es ist über eine 2,8 km lange Druckrohrleitung mit dem Stausee verbunden. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 300 kW und erzeugt jährlich etwa 0,7 GWh. Das Kraftwerk wird auch heute noch von der Stadt Bräunlingen betrieben. Der Brändbach verläuft von hier nochmals etwa 4,5 km in östlich-südöstlicher Richtung und tritt unterhalb von Bräunlingen in die Breg ein.

Der Kirnbergsee dient heute nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch dem Hochwasserschutz im Bereich der Breg und der Donau sowie als Naturschutzgebiet, in dessen Schilfgürteln Wildgänse und Wildenten, Fischreiher und Eisvögel sowie verschiedene andere Tiere ein Reservat finden. Darüber hinaus hat er sich in den letzten Jahrzehnten zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Der See ist der wärmste Badesee des Schwarzwaldes und bietet mit angelegten Strandstreifen, Wander- und Radwegen, einem Campingplatz mit über 130 Plätzen sowie verschiedenen Freizeitmöglichkeiten eine umfangreiche Infrastruktur. Im See kann nach Hecht, Karpfen, Schleie und Zander geangelt werden.