Talsperre Kleine Kinzig

Die Talsperre Kleine Kinzig bei Reinerzau, Gemeinde Alpirsbach, dient vorwiegend der Trinkwasserversorgung, Quelle: LMZ BW
Die Talsperre Kleine Kinzig bei Reinerzau, Gemeinde Alpirsbach, dient vorwiegend der Trinkwasserversorgung, Quelle: LMZ BW

Die Talsperre Kleine Kinzig liegt auf 600 m Höhe über NN im mittleren Schwarzwald auf dem Gebiet des Ortsteils Reinerzau, Gemeinde Alpirsbach, im Landkreis Freudenstadt. Reinerzau liegt in Luftlinie ungefähr 2,6 km entfernt im Süden, der Hauptort Freudenstadt etwa 8 km entfernt im Nordosten. Westlich der Talsperre erhebt sich der 802 m hohe Rossberg. Die Talsperre staut die von Norden kommende namengebende Kleine Kinzig, das Huttenbächle und das Teufelsbächle sowie zahlreiche weitere kleine und größere Quellen mit einem Einzugsgebiet von rund 18 Quadratkilometern. Dadurch kann ein Wasserzufluss von bis zu 20 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr erreicht werden. Etwa 70 Prozent des Zuflusses erfolgen in den niederschlagsreicheren Wintermonaten.

Die dem Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig gehörende Talsperre dient vorwiegend der Trinkwasserversorgung, aber auch dem Hochwasserschutz, der Niedrigwassererhöhung und der Stromerzeugung. Die Wasserversorgung Kleine Kinzig ist eine von vier Fernwasserversorgungen des Landes und zugleich die einzige Trinkwassertalsperre in Baden-Württemberg mit einem Speicherraum von 13,3 Millionen Kubikmetern und einem Gesamtstauraum von 14 Millionen Kubikmetern Wasser. Jährlich werden etwa 5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für die Versorgung von etwa 250.000 Einwohnern an die Gemeinden des Zweckverbandes geliefert.

Der Bau der Talsperre wurde 1978 begonnen und 1982 fertiggestellt; die Inbetriebnahme mit aufgestautem Wasser erfolgte 1984. Erste Planungen gehen aber schon auf das Jahr 1972 zurück, als der Planungsverband gegründet wurde, aus dem der heutige Trägerverband hervorging. 1974 erfolgte dann die Gründung des Zweckverbandes Wasserversorgung Kleine Kinzig, dem in den Folgejahren weitere Kommunen beitraten.

Der Damm wurde als Steinschüttdamm aus Granit und Buntsandstein mit einer bituminösen Kerndichtung aus Asphaltbeton ausgeführt. Der Wassereinstau begann Mitte Dezember 1982 und dauerte bis zum Juni 1984. Das Wasserwerk wurde 1985 mit den ersten Wasserlieferungen in Betrieb genommen.

Der Damm hat eine Höhe über der Talsohle von 70 m. Die Bauwerkskrone liegt auf 609 m über NN. Sie ist 380 m lang und 8 m breit und kann befahren werden. Der Talsperre vorgelagert ist eine Vorsperre mit einem 15 m hohen Damm aus Hangschuttmaterial. Der aufgestaute See ist rund 3 km lang, bis zu 450 m breit und erreicht eine maximale Tiefe von 60 m. Im See befindet sich in einem Überlaufturm der Hochwasserüberlauf, der das Wasser über einen Stollen weiterleitet. Vor der Staumauer befindet sich der Entnahmeturm, über den das Trinkwasser abgezweigt wird. Innerhalb des Turms gibt es 8 Entnahmestellen auf unterschiedlichen Tiefen, um die jeweils beste Rohwasserqualität wählen zu können. Das angeschlossene Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 580 kW.

Aufgrund ihrer Bedeutung als Trinkwasserspeicher unterliegen die Talsperre und ihr Einzugsbereich einem besonderen Schutz. Das verkehrsmäßig abgelegene, dicht bewaldete Gebiet um die Talsperre ist in drei verschiedene Trinkwasserschutzzonen aufgeteilt. Zusätzlich sind die Wege in der Umgebung für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Auf und am See sind alle Freizeitaktivitäten, insbesondere Angeln, Baden, der Betrieb von Booten etc. untersagt. Dennoch ist der See ein beliebtes Wanderziel.