Von Gundelsheim bis Mosbach

Gundelsheim mit Schloss Horneck, ehemals Sitz des Deutschen Ordens, und alten Weinbergterrassen – Quelle: LMZ BW
Gundelsheim mit Schloss Horneck, ehemals Sitz des Deutschen Ordens, und alten Weinbergterrassen – Quelle: LMZ BW

Rund 6,5 km flussabwärts, bei Gundelsheim, endet mit dem Heilbronner-Wimpfener-Tal die naturräumliche Einheit des Neckarbeckens und der Neckar durchfließt jetzt den westlichen Grenzsaum des Baulandes, wobei das Gebiet links des Flusses vielfach dem Kraichgau zugerechnet wird. Im direkt anstehenden Muschelkalk rücken die meist steilen, vielfach bewaldeten oder von Obstwiesen aufgelassener Weinberge eingenommenen Talflanken wieder dichter zusammen, ohne das Sohlental allzu stark einzuengen. An einem solchen Steilhang unmittelbar westlich der Kernstadt von Gundelsheim steht oberhalb des Flusses das markante Schloss Horneck, ehemals Sitz des Deutschen Ordens. Es gehört zu den sehenswerten Bauwerken der Burgenstraße, deren Zeugnisse im weiteren Verlauf des Neckars bis Mannheim besonders zahlreich anzutreffen sind. Bei Gundelsheim-Böttingen formt der Fluss erneut einen prachtvollen Mäanderbogen aus, auf dessen Gleithang mit dem Böttinger Baggersee ein weiteres Naturschutzgebiet aus früherer Kiesgewinnung entstand, das die Reihe bedeutender Rastplätze für Zugvögel im Neckartal fortführt. Im benachbarten Haßmersheim, Neckar-Odenwald-Kreis, schwenkt der Neckar – Folge eines Schlingendurchbruchs – in einem Gegenbogen zurück nach Norden. Der ältere, im Unter- bis Mittelpliozän vor vier bis fünf Millionen Jahren angelegte und weit nach Westen bis zum 294 m hohen Reichertsberg ausgreifende Flussmäander liegt trocken. Das vom heutigen Lauf aus dem Unteren Muschelkalk (Wellenkalk) schroff herauspräparierte Neckarhochufer unterhalb des Reichertsbergs ist seit 1979 Naturschutzgebiet. Hier findet sich, als typische Korrosionsröhre, die Notburgahöhle. Sie gilt als sagenhafter Zufluchtsort einer christlichen Legendenfigur, die mit der Notburga-Kirche im benachbarten Haßmersheim-Hochhausen in Verbindung steht. Der Kernort Haßmersheim, wo eine Fährverbindung über den Fluss führt, war lange Zeit ein ausgesprochener Schifferort.

Im Verlauf des Neckars folgt nach Gundelsheim die Schifferstadt Haßmersheim, dann Neckarzimmern, im Hintergrund Mosbach mit Obrigheim – Quelle: LMZ BW
Im Verlauf des Neckars folgt nach Gundelsheim die Schifferstadt Haßmersheim, dann Neckarzimmern, im Hintergrund Mosbach mit Obrigheim – Quelle: LMZ BW

Gegenüber erhebt sich unweit von Neckarzimmern auf einem 260 m hohen Bergsporn die noch gut erhaltene Ruine der Burg Hornberg. Hier residierte lange Zeit Götz von Berlichingen. Die steil zum Neckar abfallenden Weinterrassen werden bewirtschaftet. Dagegen sind die einstigen Weinberge am Altenberg über Haßmersheim-Hochhausen aufgelassen und als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Nordwestlich von Neckarzimmern treten die Hügel des Baulandes etwas zurück. Das Neckartal weitet sich, weil die vom südöstlichen Odenwald kommende Elz, auch Elzbach, den Fluss mit ihrem Schwemmfächer in einen nach Westen gerichteten Ausweichbogen zwingt. Erst danach kann er mit einer weiten Gegenschleife annähernd in seine ursprüngliche Richtung einschwenken. Nördlich von Diedesheim trifft sein Prallhang wieder auf die Baulandhügel. Am steilen Schreckberg ist der einst weitflächige Weinanbau anhand der alten Terrassenmauern noch gut erkennbar. Inzwischen steht das Gelände wegen seiner seltenen Rasenformen, Heuschrecken und Schmetterlinge unter Schutz. Der gesamte flache Talraum ist jetzt dicht besiedelt und städtisch geprägt. Hier befindet sich das Mittelzentrum Mosbach, das auch die Kreishauptstadt des Neckar-Odenwald-Kreises bildet und mit seinen Stadtteilen Neckarelz und Diedesheim aus dem Elztal bis unmittelbar an den Neckar heranreicht.

In den Siedlungsbereich Mosbachs ist zum Teil auch die sanfte, von Löss und Lösslehm überdeckte Abdachung am Gleithang des Gegenbogens mit einbezogen, auf dem Obrigheim liegt¸ der Kernort der westlichen Nachbargemeinde Mosbachs. Insbesondere die Betriebsgebäude des Technologieparks Neckar-Odenwald prägen dort die Uferzone. Zugleich steht hier, etwas südlich abgesetzt vom Dorf, auf einem Felsvorsprung hoch über dem Fluss, das Wahrzeichen des Ortes, das seit 1959 zum Hotel umgebaute Schloss Neuburg. Große Teile des Gleithangs werden landwirtschaftlich genutzt. Auf diesen Ackerflächen erhebt sich nahe des nördlichen Neckarufers das Gelände des einstigen Druckwasserreaktors Obrigheim, der als eines der ersten Kernkraftwerke Deutschlands 1968 in Betrieb ging. Der mittlerweile eingeleitete Rück- und Abbau des Meilers wird wohl erst 2020 abgeschlossen sein.