Stadtbahn Heilbronn–Öhringen

Stadtbahn im Bahnhof Öhringen. Copyright: LABW
Stadtbahn im Bahnhof Öhringen. Copyright: LABW

Die am 10. Dezember 2005 zwischen Heilbronn und Öhringen eröffnete Stadtbahn, eine gemeinschaftliche Verwirklichung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) in Karlsruhe, der Deutschen Bahn (DB) und der Stadtwerke Heilbronn, ist im Landkreis die erste nach dem Karlsruher Modell eingerichtete und zudem mit ihm direkt verbundene Strecke, die einem weiteren Verkehrszuwachs allein auf den Straßen entgegenwirken soll.

Im Karlsruher Modell fährt die innerstädtische Straßenbahn auf ins Land ausstrahlenden Eisenbahnlinien weiter und schafft dadurch umsteigefreie, bequemere Verbindungen. Durch die Verknüpfung der Karlsruher Straßenbahn mit dem Abschnitt Karlsruhe–Bretten der DB-Strecke Karlsruhe–Heilbronn wurde 1992 die erste Stadtbahnlinie nach dem fortan so bezeichneten Modell verwirklicht. Der 1992/93 von Stadt- und Landkreis Heilbronn gefasste Beschluss, dieses Modell auf den Heilbronner Raum zu erweitern – nur hatte Heilbronn schon seit 1955 keine Straßenbahn mehr – eröffnete die Möglichkeit ihrer Verlängerung: Heilbronn Hauptbahnhof war 1999 erreicht und von dort 2001, nunmehr als neue innerstädtische Straßenbahn, Heilbronn Harmonie. Anfang 2003 traten der Hohenlohekreis, die Gemeinde Bretzfeld und die Stadt Öhringen den für den Weiterbau und Betrieb der Stadtbahn wichtigen Vertragsvereinbarungen bei. Die damit eingeleitete Streckenfortsetzung verläuft ab Heilbronn-Trappensee auf dem modernisierten und elektrifizierten Abschnitt der Hohenlohebahn über die neuen zusätzlichen Haltepunkte Scheppach und Öhringen West bis nach Öhringen-Cappel, dem vorläufigen Endpunkt.

Außer den AVG-Stadtbahnzügen zwischen Öhringen-Cappel und Schwaigern und teilweise Karlsruhe verkehren DB-Regionalexpresszüge/-Regionalbahnen zwischen Heilbronn–Öhringen und Schwäbisch Hall-Hessental. Omnibuslinien und -verkehrszeiten wurden auf die Stadtbahnhalte ausgerichtet, um den Nutzen der Stadtbahn auf möglichst viele entfernter gelegene Gebiete auszudehnen.

Bei einer eventuellen späteren Verlängerung der Stadtbahn nach Künzelsau könnte auf das Planum der abgebauten Strecke dorthin zurückgegriffen werden; neu wäre Gaisbach anzubinden. Der dafür von einem neuen Steckenabschnitt zu überwindende Höhenunterschied zum Künzbachtal stellt heute technisch kein Problem mehr dar.

Vorausschauend wurde die Stadtbahn so hergerichtet, dass die Hohenlohebahn auch wieder für den Güterverkehr genutzt werden kann.

Karl Gaertner

Veröffentlicht in: Der Hohenlohekreis. Hg. v. der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Ostfildern 2006, Bd. 1, S. 148.