Mai 1919

„Bauer hilf, die Städte hungern!“

Bauer hilf, die Städte hungern. Landesausschuss der Soldatenräte Württembergs, Vertrieb über den Landesausschuss

"Bauer hilf, die Städte hungern". Landesausschuss der Soldatenräte Württembergs, Vertrieb über den Landesausschuss (Landesarchiv BW, HStAS E 135b Nr. 552)

„Bauer hilf, die Städte hungern, die Töpfe drunter voll von Goldgewicht – zieh Deinen Pflug und ackre sie ans Licht!“ Dieses Plakat ließ der Landesauschuss der Soldatenräte Württembergs im Mai 1919 an Hauswänden anschlagen, um die Bauern zu Produktionssteigerungen zu motivieren. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln war in den ersten Monaten nach Kriegsende prekär. Besonders schwierig war die Situation in den Städten. Die Gründe für die Ernährungskrise waren vielfältig: Der Krieg, der enorme personelle und materielle Ressourcen verschlungen hatte, wirkte sich auch auf die landwirtschaftliche Produktion negativ aus. Außerdem hielten die Briten die Seeblockade auch nach dem Waffenstillstandsabkommen im November 1918 für einige Monate aufrecht. Als im Juni 1919 amerikanische Weizenlieferungen eintrafen, die an Bedürftige verteilt wurden, verbesserte sich die Versorgungssituation in Württemberg etwas. Doch erst 1921 hob die württembergische Regierung die Rationierung von Butter und Käse, 1923 die von Brot auf.