Chor der ehemaligen Klosterkirche in Frauental bei Creglingen, Quelle: Landesarchiv BW, StAL Glasplattensammlung des Landesdenkmalamts BW, EL 228 a III Nr 3301

Chor der ehemaligen Klosterkirche in Frauental bei Creglingen, Quelle: Landesarchiv BW, StAL Glasplattensammlung des Landesdenkmalamts BW, EL 228 a III Nr 3301

In Baden-Württemberg finden sich Ortsnamen wie Frauenberg und -tal, Frauenzimmern oder Frauenkopf. Meist sind sie religiösen Ursprungs und verweisen auf Klöster und Kapellen mit Marienpatrozinium, zuweilen auch Wallfahrten zu Ehren der Gottesmutter. Der „Marienmonat Mai“ ist eine gute Gelegenheit, um einen Blick auf die Frauenorte zu werfen.

So bestanden Niederlassungen der Zisterzienserinnen in Frauental bei Creglingen und Frauenzimmern bei Güglingen. Die Abtei Frauental wurde 1232 durch die Brüder Gottfried und Konrad von Hohenlohe gegründet und 1247 als Vallis Sanctae Mariae Virginis erwähnt. Mit der Herrschaft Hohenlohe-Bruneck kam sie 1448 an Brandenburg-Ansbach, wurde im Bauernkrieg zerstört und nach der Reformation aufgegeben. Danach nahm ein brandenburgischer Verwalter hier seinen Sitz. Seit 1989 ist auf der Nonnenempore der wiederhergestellten Kirche die Ausstellung "Vom Kloster zum Dorf: Kulturlandschaftswandel auf der Gemarkung des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Frauental" eingerichtet. Die Abtei Frauenzimmern (Mariental) bei Güglingen stand unter dem Schutz der Herren von Magenheim. Nach deren Niedergang und unter dem wachsenden Einfluss Württembergs, das seinen Besitz ausbauen wollte, siedelte der Konvent um 1442 in den Kirchbachhof beim heutigen Sachsenheim-Ochsenbach über. Von den Klosterbauten in Frauenzimmern ist nichts erhalten.

Das Kloster Frauenalb bei Marxzell im Nordschwarzwald entstand in der Zeit um 1190, als Stiftung „cella sanctae Mariae“ aus der Hand Graf Eberhards III. von Eberstein und seiner Mutter Uta von Lauffen. Untergebracht waren Frauen aus der eigenen Familie und Angehörige von Ministerialen. Obwohl die Einrichtung als Kloster bezeichnet wurde, führten die Konventualinnen ein Leben als Stiftsdamen. Verschiedentliche Versuche, mehr Eigenständigkeit durchzusetzen, waren nicht erfolgreich. So kam es infolge eines Schutzgesuchs der Äbtissin Margarethe von Eberstein und ihres Konvents bei König Ruprecht 1403 zu einer badisch-pfälzischen Fehde und der Niederbrennung der Konventsgebäude. Ein vor dem vor dem Reichskammergericht geführter „Landeshoheitsprozess“ um den Anspruch auf Reichsunmittelbarkeit blieb bis zum Ende des Alten Reiches offen. 1796 flohen die Damen vor den Truppen der Französischen Revolution. Die Besitzungen wurden im Lauf der Jahre 1802 und 1803 von Baden übernommen. Nach mehreren Bränden stehen von den Kernbauten heute nur noch Ruinen

Frauenberg bei Bodman-Ludwigshafen war das Zentrum einer Wallfahrt, deren Blüte in das 17. und 18. Jh. fiel. Nach dem Brand der Burg Bodman 1307, bei der, so die Legende, nur der Stammhalter von Bodman gerettet wurde, kam das Gelände zur Abtei Salem. Zwei Mönche sollten für das Seelenheil der Familie beten. 1309 erfolgte die Weihe der Kapelle mit zwei Altären. Im Mittelpunkt der sich entwickelnden Wallfahrt stand das Gnadenbild „Maria Bodmanorum“ aus dem späten 15. Jh. Die Kapelle wurde nach der Säkularisation zunächst profaniert und nach der Mitte des 19. Jh. erneut geweiht. Das Gnadenbild war zwischenzeitlich einem Brand zum Opfer gefallen.

Weitere „Frauenorte“ bekamen ihre Namen von Marienkapellen. Im zu Stuttgart gehörenden Wohnplatz Frauenkopf existierte eine Hirtenkapelle „Unserer Lieben Frau“, die vermutlich nach der Reformation zerstört wurde. Ein ähnliches Schicksal hatte die gleichnamige Kapelle in Frauenzimmern bei Niedernhall, hier Gegenstand einer Wallfahrt. Ende des 15. Jh. kam der Ort zu Hohenlohe, die Wallfahrt wurde im Zuge der Reformation aufgehoben, die Kapelle profaniert. Heute sind keine Spuren mehr sichtbar. Die Stelle ist teils mit der Siedlung Waldzimmern überbaut. Frauenweiler bei Wiesloch entstand als „Nebenerwerbssiedlung“ der 1930er Jahre. Das alte Frauenweiler, benannt nach dem Liebfrauen-Patrozinium der 1414 belegten Kapelle, hatte Pfalzgraf Ludwig V. 1526 wegen verdächtigen Verhaltens der Einwohner auflösen und ihre Höfe niederbrechen lassen.

Der von Seiten der katholischen Kirche gepflegte „Marienmonat Mai“ verbindet Marienverehrung und das Aufblühen der Natur. Bereits in vorchristlicher Zeit stand die Wachstumsperiode des Frühjahrs im Zeichen kultischer Handlungen, so dem Fest der altitalienischen Göttin Maia. Ob sich der Monatsname von ihr ableitet, ist umstritten. Auch die Maifeiertage des Mittelalters sollten das Gedeihen von Natur und Feldflur würdigen und fördern. Blüte und Neuentstehung wurden mit dem Wesen und Wirken der Gottesmutter gleichgesetzt, symbolisch verkörpert in Pflanzen wie Rosen und Lilien oder dem gleichnishaften Paradiesgarten. Eine sich auf den ganzen Monat erstreckende Marienverehrung kam in der Barockzeit auf. Ihren Höhepunkt hatte sie im „Marianischen Jahrhundert“ von 1850 bis 1950. Als Ausdruck dessen entstanden Marienlieder und -gebete. In katholischen Gegenden haben sich Formen der Marienandacht erhalten. In Kirchen werden besondere Mai- bzw. Marienaltäre hergerichtet und auch im heimischen Umfeld aufgestellt.

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Die Pegeluhr am Hafenbecken 21 in Mannheim-Rheinau war von 1900-1965 in Betrieb, Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Die Pegeluhr am Hafenbecken 21 in Mannheim-Rheinau. Laut Homepage Rhein-Neckar-Industriekultur e.V. stammt die Pegeluhr aus dem Jahre 1900 und war bis 1965 in Betrieb. Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Neben dem Karlsruher Rheinhafen begeht 2026 auch der südliche Teil des Mannheimer Hafens das 125. Jahr seines Bestehens. Während sich der nördliche Industriehafen in unmittelbarer Nähe der Innenstadt befindet, liegen die Becken bei Rheinau an der Peripherie des Stadtgebiets, etwa auf halber Strecke nach Schwetzingen. Hier entstanden bis 1901 zunächst drei von privater Hand finanzierte Becken. Ein vierter Landungsarm wurde 1913 fertiggestellt. Die bereits vorhandene Infrastruktur und der Bau des neuen Hafens begünstigten die Niederlassung von Industrieunternehmen und die Schaffung von Wohnungen für die Beschäftigten.

Am Anfang stand zunächst eine Chaussee, die ab Mitte des 18. Jh. die Schlösser Mannheim und Schwetzingen verband. Die zum Wechseln der Pferde eingerichtete Station befand sich in der Nähe des heutigen Karlsplatzes von Rheinau. Als erstes Industrieunternehmen nahm um 1860 eine Ziegelei den Betrieb auf. Mit dem Bau der Rheintalbahn entstand nach 1870 die Chemische Fabrik Rheinau, von der der Ort seinen Namen bekam. Mit ihrer maßgeblichen Beteiligung wurde der Bau des Hafens vorangetrieben. Wie schon beim Mannheimer Industriehafen oder Leopoldshafen bei Karlsruhe bot der vorhandene Altrheinarm gute Ausgangbedingungen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der privaten Investoren wurde der Hafen Rheinau bereits 1903 vom badischen Staat übernommen und ein bedeutender Kohleumschlagplatz.

Der Bau von dringend benötigtem Wohnraum für den florierenden Industriestandort wurde teils durch Fördermaßnahmen unterstützt. Arbeitersiedlungen, wie die der „Einfamilienhaus-Rheinau GmbH“ um 1900, die ab 1920 errichteten Eisenbahner-Häuser in Pfingstberg oder die Gebäude der IG-Farben-Siedlung Rohrdorf in Rheinau-Süd aus den 1930er Jahren, sind ein prägender Bestandteil der „Rhein-Neckar-Industriekultur“. Das junge Rheinau kam 1901 als Nebenort zunächst zu Seckenheim und 1913 zu Mannheim. Der Mannheimer Stadtbezirk Rheinau besteht heute aus Rheinau-Mitte, Rheinau-Süd sowie Pfingstberg und Casterfeld. Mannheim-Rheinau ist nicht zu verwechseln mit Rheinau im Ortenaukreis, einem 1975 gebildeten Zusammenschluss mehrerer Gemeinden, darunter Freistett und Rheinbischofsheim.

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Die Strahlenburg bei Schriesheim

Vetternkrieg und bürgerschaftliche Rettung

Die Ruine der Strahlenburg, aufgenommen im Sommer 2020, Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Die Ruine der Strahlenburg, aufgenommen im Sommer 2020, Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Die Strahlenburg ist ein Wahrzeichen der Stadt Schriesheim. Der Standort am Hang des Ölbergs bietet bis heute einen überwältigenden Blick in die Rheinebene und über den östlich anschließenden Odenwald. Mit der Burg sind zwei bemerkenswerte Ereignisse verbunden. Im Mai 1470 eroberten kurfürstliche Truppen Burg und Stadt, gefolgt von brutalen Repressionen. Friedlicher ging es hingegen in jüngster Zeit zu, als mittels bürgerschaftlichem Engagement der drohende Fremdverkauf des beliebten Ausflugsziels abgewendet werden konnte.

Die Burg entstand als Stammsitz der Familie Strahlenberg in der ersten Hälfte des 13. Jh. Aus dieser Zeit stammt auch der Bergfried. Rund 100 Jahre später wurden unter einem neuen Burgherren – die Strahlenberger waren in Zahlungsschwierigkeiten geraten und hatten die Burg verpfändet - umfangreiche Erweiterungsbauten erstellt, vermutlich auch der Palas. Mitte des 14. Jh. kam die Anlage durch Kauf an Kurfürst Ruprecht den Älteren von der Pfalz. Im Mai 1470 wurden Burg und Stadt Schriesheim in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Ruprechts Enkeln hineingezogen. Die Vettern Ludwig I., Pfalzgraf von Veldenz-Zweibrücken und Friedrich I., Kurfürst von der Pfalz, standen sich als Kontrahenten gegenüber. Die Belagerung durch kurfürstliche Truppen dauerte vom 6. bis zum 13. Mai, dann fielen Burg und Stadt. Es gab mehrere Festnahmen und Todesurteile. Die Befestigung von Schriesheim wurde geschleift. Die Bürger mussten umfangreiche Zahlungen leisten, um ihre Häuser zu retten. Die Strahlenburg ging an Kurfürst Friedrich I. Es ist nicht sicher, ob auch sie von Zerstörungen betroffen war. Als die Gebäude 1488 einem Brand zum Opfer fielen, befanden sich noch Bewohner dort. In der ersten Hälfte des 18. Jh. wurden die Reste als Baumaterial freigegeben.

Die Burganlage war nicht zuletzt wegen ihrer Gastronomie, die über 100 Jahre betrieben wurde, ein beliebtes Ausflugsziel. Als die letzten Pächter vor einigen Jahren aus Altergründen schlossen, suchte die Erbengemeinschaft einen Käufer. Die Zukunft schien ungewiss, doch den Bürgern war ihr Wahrzeichen so ans Herz gewachsen, dass sich eine Initiative bildete. Dass die über Spendengelder finanzierte Stiftung Strahlenburg die Gebäude Anfang des Jahres erwerben konnte und diese damit für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, ist eine besondere Erfolgsgeschichte. Ein Bericht ist über den SWR verfügbar.

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Der alte Rheinhafen mit Bahnhof, Altrheinschleife, den Rheininseln und dem Landsitz Maximilians Aue auf der Badischen Gemarkungskarte von Knielingen (Ausschnitt), 1869. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK H-1 Nr. 961, gemeinfrei.

Der alte Rheinhafen mit Bahnhof, Altrheinschleife, den Rheininseln und dem Landsitz "Maximilians Aue" auf der Badischen Gemarkungskarte von Knielingen (Ausschnitt), 1869. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK H-1 Nr. 961, gemeinfrei.

Das 1715 gegründete Karlsruhe lag zwar in der Nähe des Rheins, jedoch nicht unmittelbar am Fluss. Deshalb verfügte es auch lange über keinen eigenen Hafen. Abhilfe schaffte zunächst der kleine, seit Mitte des 18. Jh. bestehende Hafenplatz im Örtchen Schröck. Seit dem späten Mittelalter bestand dort eine Fährverbindung, die auf der Großen kurpfälzischen Rheinstromkarte, entstanden um 1590, abgebildet ist. Anfang des 19. Jh. wurde das Hafenbecken verlegt und mit neuen Anlagen versehen. 1833 erhielt der Ort den Namen des regierenden Großherzogs Leopold. Durch die ständige Versandung sowie der Eröffnung der Hafenanlagen bei Knielingen verlor der Schiffsverkehr in Leopoldshafen seine Bedeutung. Heute liegt der mit Eggenstein vereinigte Ort an einem Altrheinarm des begradigten Stroms, der in etwa einem Kilometer Entfernung vorbeizieht.

Bei Knielingen, wenige Kilometer südlich, entstand bis 1865 der Hafen Maxau, der über eine Bahnverbindung an Karlsruhe angeschlossen wurde. Namensgeber für Maxau war Markgraf Maximilian von Baden (1796-1882), der 1835 drei Rheininseln einschließlich eines dort befindlichen Hofguts erwarb. Dessen Benennung „Maximilians Aue“ wurde zu Maxau verkürzt. In dem heute noch bestehenden Gebäude befindet sich das Knielinger Museum. Das Güteraufkommen des Hafens wuchs kontinuierlich, bis Ende des 19. Jh. die Kapazitätsgrenze erreicht war. Ungünstige geographische Verhältnisse standen dem Ausbau zu Wasser und an Land entgegen. Stattdessen entschieden sich die Zuständigen für eine südlich anschließende weiter Hafenanlage, die 1901 den Betrieb aufnahm. Der alte Maxauer Hafen dient heute als Sport- und Yachthafen.

Der an der Wende zum 20. Jh. entstandene Rheinhafen verfügt über einen rechtwinklig vom Rhein abzweigenden Stichkanal, ursprünglich mit Nord- und Südbecken. Die Eröffnung fand am 1. Mai 1901 statt. In den folgenden Monaten wurden Werft-, Lager- und Verwaltungsgebäude sowie Hebe- und Transporteinrichtungen fertiggestellt. Die offizielle Einweihung erfolgte am 27. Mai 1902 zusammen mit den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich I. Als Erweiterungen kamen ab 1910 eine Verlängerung für das kleine Nordbecken, bis 1916 ein erstes und Mitte der 1930er Jahre ein zweites Südwestbecken hinzu. Nach wirtschaftlichen Einbußen durch Krisen und die beiden Weltkriege, wozu auch die Zerstörungen der Jahre 1942 sowie 1944/45 zählen, ist der Karlsruher Rheinhafen heute einer der führenden europäischen Binnenhäfen.

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Weil der Stadt, umgeben von blühenden Bäumen und Büschen, Radierung um 1820, Quelle: Württembergische Landesbibliothek, Graphische Sammlung Schef.qt.10831, gemeinfrei

Weil der Stadt, umgeben von blühenden Bäumen und Büschen, Radierung um 1820, Quelle: Württembergische Landesbibliothek, Graphische Sammlung Schef.qt.10831, gemeinfrei

Neben den Bäumen der Streuobstwiesen blühen derzeit viele Hecken. Oft handelt es sich um Schlehen, auch als Schwarzdorn bekannt. Im Frühjahr überzieht ein duftig-weißes Netz die Gehölze, die entlang von Wegen und Feldern wachsen und der Landschaft ein zauberhaftes Aussehen verleihen. Im Herbst lassen sich kleine dunkelblaue Früchte ernten. Wegen des herb-säuerlichen Geschmacks eignen sie sich nicht als Tafelobst, können aber für Likör, Gelee oder als Beimischung anderer Produkte verwendet werden. Der Schlehdorn wurde schon in der Steinzeit genutzt. Der ländlichen Bevölkerung dienten die harten, dornenreichen Zweige lange Zeit als natürlicher Stacheldraht bei der Herstellung von Etterzäunen, die die Dörfer nach außen abschirmten. Nach der Wachstumsphase färbt sich die Rinde schwarz. Im Mittelalter wurde daraus Tinte gewonnen. Der Sud aus Blüten, Rinde oder Früchten soll heilend, antibiotisch und entzündungshemmend wirken. Das Mittel wird auch gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. In Kuranlagen mit Gradierwerken bewirkt die Inhalation von über Schwarzdorn geleiteter Sole eine Linderung von Atemproblemen.

Schlehen und andere wilde Heckenformen wachsen bevorzugt auf Steinriegeln. Diese bestehen aus Abraum, der auf Feldern gesammelt und zu kleinen Wällen aufgeschüttet wurde. Die Heckenreihen sind ein wertvoller Lebensraum für Vögel, Kleintiere sowie Bodenpflanzen im Einzugsbereich. Heute stehen sie unter besonderem Schutz. Ein ganzer Landstrich des Südwestens ist danach benannt, der bei Vaihingen an der Enz beginnt und sich in einem schmalen Band nach Süden, an Stuttgart vorbei sowie entlang der östlichen Ausläufer des Schwarzwalds erstreckt. Das Schlehengäu bei Calw bildet einen Teil davon.

Die zeitige, prägnant-weiße Schlehenblüte führte zur Entstehung von Bauernregeln und sogar Legenden. So wurde aus der Zeitspanne zwischen dem ersten Erscheinen und dem Georgitag am 23. April die hochsommerliche Ernte abgeleitet. Eine frühe Blüte soll auf Kälteperioden sowie einen harten Winter hinweisen. Die Ambivalenz von weißen Blüten und schwarzen Dornen spiegelt sich im Volksglauben. Einerseits steht der frühe weiße Blütenschleier für Erneuerung und Neubeginn. Den dornigen Ästen wird eine magische Wirkung gegen alles Böse zugeschrieben. Doch hat die Pflanze auch einen dunklen Aspekt. Die bizarren Äste mögen die Bezeichnung Feenkraut hervorgebracht haben. Damit verbunden ist ein symbolischer Übergang zwischen den Welten, etwa im keltischen Fest Samhain Ende Oktober.

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