Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Hörsaal Freiburg
Freiburg: Hörsaal des Zoologischen Instituts [Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 082586b]

Mit dem Privileg Papst Calixt III. und dem Stiftungsbrief Albrechts VI. von Österreich wurde 1457 in Freiburg die zweite habsburgische Universität mit vier Fakultäten nach Wien gegründet. Der Vorlesungsbeginn konnte jedoch erst 1460 nach Vorfinanzierung durch die Stadt Freiburg aufgenommen werden. Etwa vierzig Jahre später konnte sich die Hohe Schule wirtschaftlich von der Stadt unabhängig machen.

Eine erste Blütezeit wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlangt, wobei die Vernetzung mit dem oberrheinischen Humanismus bedeutend war, doch wirkte sich die konfessionelle Spaltung am Oberrhein auch negativ aus. 1620 wurden von Erzherzog Leopold V. die Jesuiten zwangsweise in Freiburg eingeführt und ihnen die Philosophische Fakultät vollständig und die Theologische Fakultät größtenteils übertragen. In der Folge war die Universität bis zur Auflösung des Ordens 1773 semi-jesuitisch ausgerichtet, ohne dass diese je die Rolle des Rektors und die Repräsentanz nach außen übernehmen durften.

Nach der Einführung von praktischen Fächern 1716 und Universitätsreform Maria Theresias 1768 erhielt die Universität eine neue Struktur, die mit dem Übergang an Baden 1805 sich erneut veränderte. Nach der Bestandssicherung gab sich die Hohe Schule nach ihren beiden Stiftern Albrecht VI. von Österreich und Großherzog Ludwig von Baden den Namen Albert-Ludwigs-Universität. Die Studierendenzahl wuchs von 500 um 1.800 bis 1911 auf 3.000 Studierende. Gleichzeitig differenzierten sich die naturwissenschaftlich-medizinischen Fächer stark aus, ein und naturwissenschaftliches Institutsgebiet und ein Klinikum entstanden.

Mit Martin Heidegger als erstem Rektor im Nationalsozialismus erweckte die Universität Aufmerksamkeit und vertrieb aus politischen und ideologischen Gründen zahlreiche Studierende und Lehrende. Als einzige deutsche Universität kann Freiburg auf eine Professorenopposition gegen den Nationalsozialismus verweisen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie große Zerstörungen, wuchs aber schon bis 1960 auf 10.000 Studierende an und hat heute mehr als 25.000 Studierende. 1991 kam mit einer technischen Fakultät eine neue Disziplin hinzu.

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