Geschichte der Universität Heidelberg

Uni Heidelberg
Ludwigsplatz, Alte Universität heute: Universitätsplatz [Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg]

Auf Bitten Pfalzgraf Ruprechts I. gestatte Papst Urban VI. im Oktober 1385 die Einrichtung einer Universität in Heidelberg. Ein Jahr später wurde sie mit mehreren pfalzgräflichen Urkunden ins Werk gesetzt und feierlich eröffnet. Damit nahm sie als erste Universität im heutigen Deutschland den Lehrbetrieb auf.

Die Zahl der Studierenden blieb in Heidelberg auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, zugleich wurde die Universität von den konfessionellen Wechselfällen im 16. und 17. Jahrhundert sehr in Mitleidenschaft gezogen. So verlor die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts calvinistisch geprägten Hochschule nach einer ersten Blütezeit ihre berühmte Bibliotheca Palatina, als katholische Truppen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges Heidelberg eroberten. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges zusammen mit der ganzen Stadt ein Opfer der Flammen. Das Archiv der 1803 durch den badischen Markgrafen Karl Friedrich neu organisierten und nach den beiden „Gründern“ Ruprecht-Karl genannten Universität konnte jedoch zum größten Teil immer wieder gerettet werden, so dass die Überlieferung durch inkorporierte Urkundenbestände bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreicht.

Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gewann die Heidelberger Universität mit zahlreichen renommierten Gelehrten und wissenschaftlichen Auszeichnungen (u.a. Nobelpreise) zunehmend an Strahl- und Anziehungskraft. Der liberalen Einstellung der Ruperto-Carola war in der NS-Zeit ein jähes Ende beschieden, indem auch programmatisch ihr „lebendiger Geist“ über dem Portal der Neuen Universität durch den „deutschen Geist“ ersetzt wurde. Viele Dozenten wurden entlassen, Studierende ausgeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trug man der stark steigenden Studierendenzahl durch eine räumliche Aufteilung Rechnung. Im Neuenheimer Feld entstand für die Naturwissenschaften und einen Teil der Medizin ein neuer Campus, während die Geisteswissenschaften in der Altstadt verblieben. Im Jahr 1969 wurde die Universität zudem in 16 Fakultäten aufgegliedert. Heute zählt sie knapp 30.000 Studierende und gehört als forschungsstarke Volluniversität zu den Exzellenz-Universitäten in Deutschland.

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