Phonetik

Während die Dialekte zum Teil ganz eigene, verschiedene Begriffe hervorbringen, die regelrecht übersetzt werden müssen, ist beim Wort „Haus“ deutlich, dass sich alle verbreiteten Varianten vom selben Ursprungswort ableiten. Es handelt sich also flächendeckend um dasselbe Wort, das sich aber in der Aussprache, im Vokalismus unterscheidet.

Vokalismus

 Vokalismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „Haus“
Vokalismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „Haus“ [Quelle: Sprachatlas Baden-Württemberg, Universität Tübingen]

Alle Varianten stammen, wie deutlich zu erkennen ist, vom mittelhochdeutschen Ursprungswort „hûs“ ab. Der Grund für die vokalischen Unterschiede liegt in der sogenannten frühneuhochdeutschen Diphtongierung. Diese Lautentwicklung setzte im 12. Jahrhundert, ausgehend von Österreich und Bayern, ein, breitete sich allmählich von Süden nach Norden aus, fand Eingang in die niederdeutschen Dialekte und prägte schließlich auch die Entwicklung des Standarddeutschen. Nachweisbar sind diese Lautverschiebungen anhand von Reimen. So sind bayerische Verse aus dem 13. Jahrhundert überliefert, die [î] und [ei/ai] reimen. Infolge der Diphtongierung entwickelten sich aus den lang ausgesprochenen Monophtongen [û], [y] (geschrieben iu) und [î] die Diphtonge [au], [eu] und [ei]. So wurden aus „Zît“ „Zeit“, aus „liut“ „Leut“ und aus „hûs“ „Haus“. Interessanterweise erfasste diese Lautentwicklung allerdings nicht alle Regionen: Während ihrer Ausbreitung von Süd nach Nord wurden einige westlich gelegene Regionen übersprungen. So ist in den westlichen alemannischen Sprachregionen nach wie vor die mittelhochdeutsche Variante „huus“ verbreitet, wie auf der Karte zu sehen ist. Daher sind die alemannischen Dialekte auch sprachhistorisch interessant, weil sie Aufschluss darüber geben, wie das Mittelhochdeutsche möglicherweise geklungen haben könnte. Die davon weiter östlich gelegenen schwäbischen Dialekte machten die frühneuhochdeutsche Diphtongierung zwar mit, diese wirkte sich im Schwäbischen aber anders aus als in den mitteldeutschen Dialekten – und nicht zuletzt hier liegt eine der Ursachen dafür, dass das Schwäbische anders klingt als das moderne Standarddeutsch. Die verschiedenen alemannischen Dialekte, die alle im Mittelhochdeutschen ihren Ursprung haben, verdanken ihre Charakteristika also der Tatsache, dass sie von den frühneuhochdeutschen Lautverschiebungen nicht oder nur in geringerem Umfang betroffen waren.

Anhand des Beispiels „Haus“ lässt sich trefflich illustrieren, wie sich die frühneuhochdeutsche Diphtongierung im Schwäbischen auswirkte: In den schwäbischen Sprachregionen hat sich im Zuge der Diphtongierung der abgeschwächte Diphtong „hous“ mit mitgesprochenem [o] und [u] etabliert, der gewissermaßen klanglich zwischen dem alemannischen „Huus“ und dem standarddeutschen Wort „Haus“ angesiedelt ist. Dieser „typisch schwäbische“ Diphtong ist in Ost-, West- und Südschwaben sowie im südlichen Teil Zentralschwabens zu finden. In einigen zentral und nördlich gelegenen schwäbischen Regionen, die Kontaktzonen zwischen den fränkischen und schwäbischen Dialekten darstellen, finden beide Varianten, also „Hous“ und „Haus“ Verbreitung. Der Diphtong [ou] war ebenfalls im Mittelhochdeutschen bekannt, der wie das langgesprochene [û] ebenfalls zu [au] diphtongiert wurde (z.B. „ouge“ „Auge“). Daraus resultiert eine größere Diphtong-Vielfalt, die das Mittelhochdeutsche und das heutige Schwäbisch miteinander verbindet. Das heutige Standarddeutsche weist dagegen eine geringere Diphtong-Vielfalt auf. Denn mit der frühneuhochdeutschen Diphtongierung fielen Laute zusammen, die vorher klar unterscheidbar waren und die zudem auch semantische Unterschiede markierten. Dies ist beispielsweise bei den zu unterscheidenden mittelhochdeutschen Lauten [-û] und [-ou] der Fall, die mit der frühneuhochdeutschen Diphtongierung zum Diphtong [-au] zusammenfielen. Die Worte „Taube“ (=Vogel) und „taub“ bzw. die substantivierte Variante „der/die Taube(n)“ (=Gehörlose) können davon einen anschaulichen Eindruck vermitteln. Während im modernen Standarddeutschen die beiden bedeutungsverschiedenen Wörter, die etymologisch nicht miteinander verwandt sind, zusammengefallen sind und lautlich nicht mehr unterschieden werden können, existierten im Mittelhochdeutschen zwei lautlich und graphisch differenzierte sprachliche Ausdrücke: „Tûbe“ für die „Taube“ (Vogel); „toub“ oder „toup“ für „taub“ (=gehörlos).

Das Schwäbische wurde zwar ebenfalls von der frühneuhochdeutschen Diphtongierung erfasst, allerdings blieb die Differenzierung auf der phonetischen Ebene erhalten. So haben sich im Schwäbischen der Langvokal [û] und der Diphtong [ou] zwar ebenfalls verschoben bzw. angenähert, sie sind aber nicht zusammengefallen. Das lang ausgesprochene mittelhochdeutsche [û] wurde im Schwäbischen zu [au] diphtongiert, der mittelhochdeutsche Diphtong [ou] zu [ao]. Folglich kann im Schwäbischen zwischen „Tauben“ (Vögeln) und „Tauben“ (gehörlosen Menschen) unterschieden werden: Während die Vogelart schwäbisch als „Daube“ mit kurzem [au] gesprochen wird, sprechen sich die Gehörlosen als „Daobe“ [ao]. In einigen Fällen blieb allerdings auch das mittelhochdeutsche lange [ū] im Schwäbischen erhalten, wie anhand des Worts „ufschraibe“ („aufschreiben“) deutlich wird. Gerade das Schwäbische weist ein ausgesprochen differenziertes, komplexes Lautsystem auf, das nicht nur klanglicher Natur ist, sondern mit einem semantischen Differenzierungsvermögen einhergeht. Mit Blick auf das ausdifferenzierte Lautsystem schreibt Eduard Huber in seinem Buch „Schwäbisch für Schwaben“: „Die 26 Buchstaben unseres lateinischen Alphabets reichen vorn und hinten nicht aus, den Reichtum des schwäbischen Vokalismus wiederzugeben.“

Neben dem stark verbreiteten schwäbischen Wort „hous“ hat sich in den nördlich gelegenen Landkreisen, in denen das Fränkische vorherrschend ist, die standarddeutsche Variante „Haus“ eingebürgert. Im nördlichen Teil des Neckar-Odenwald-Kreises hat sich hingegen „Hausch“ etabliert. Diese Region hat die frühneuhochdeutsche Diphtongierung also vollumfänglich mitgemacht; lediglich im Konsonantismus ist eine regionale Variante zu beobachten. In einem schmalen, sehr weit westlich an der französischen Grenze gelegenen Streifen ist zudem die Variante „hüüs“ zu finden– vermutlich handelt es sich hierbei um einen Einfluss des Französischen, der sich hier bemerkbar macht. Diese zuletzt genannten alemannischen Charakteristika stehen allerdings in keinem Zusammenhang mit der frühneuhochdeutschen Diphtongierung, sondern gehen auf andere Einflüsse zurück. Auch das Mittelhochdeutsche kannte Diphtonge, so den Diphtong [ei]. Dieser wurde allerdings als schwacher Diphtong, d.h. das „e“ wurde als [e] ausgesprochen, während aus dem Buchstaben „e“ erst im Zuge der frühneuhochdeutschen Diphtongierung ein gesprochenes [a] wurde. Tatsächlich hat sich die mittelhochdeutsche Form [ei] mit gesprochenem [e] und [i] in keinem der in Baden-Württemberg verbreiteten Dialekte gehalten. Aus [ei] wurden die Diphtonge [oe], [oa], [ai] oder [ee], wie sich anhand der unterschiedlichen Formen des Wortes „breit“ zeigt.

 Vokalismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „breit“. Rechts zum Vergleich: Die Dialekte in Baden-Württemberg.
Vokalismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „breit“. Rechts zum Vergleich: Die Dialekte in Baden-Württemberg [Quelle: Sprachatlas Baden-Württemberg, Universität Tübingen]

Die jeweiligen regionalen Ausprägungen und phonetischen Unterschiede des Diphtongs [ei] korrespondieren ebenfalls nicht hundertprozentig mit den Verbreitungsgebieten der jeweiligen Dialekte im Allgemeinen, wie der Kartenvergleich zeigt. Im konkreten Einzelfall zeigt sich auch hier, dass die Sprachgrenzen fließend sind. Das in großen Teilen der schwäbischen Sprachregionen gesprochene „broet“ reicht beispielsweise bis an die südliche Bodenseeküste, wo eigentlich Bodensee-Alemannisch gesprochen wird. In einem von Süd nach Nord reichenden, relativ südlich und mittig gelegenen Streifen hat sich das [e] zum [a] entwickelt; es wird also als „broat“ ausgesprochen. Innerhalb des schwäbischen Sprachraums differenzieren sich die Varianten von „breit“ also in ein im Osten vorherrschendes „broet“ und in die im Südosten von Württemberg verbreitete Form „broat“ aus. Schematisch lässt sich also ein westschwäbisches „broat“, ein zentralschwäbisches „broet“, ein nordostschwäbisches „broet“ und ein ostschwäbisches „broet“ oder „braet“ identifizieren. In den westlich gelegenen Landkreisen, in denen das Hochrhein- oder Oberrhein-Alemannische gesprochen wird, findet die Variante „brait“ Verbreitung, das sich in der Aussprache kaum vom Standarddeutschen unterscheidet. In Nordbaden hingegen wird breit als „braait“ mit einem langgezogenen [ā] ausgesprochen, so dass das [i] fast verschluckt wird. In den nordöstlichen, an Bayern grenzenden Landkreisen, also vor allem im Landkreis Schwäbisch Hall und im Main-Tauber-Kreis wird teilweise „braat“, also mit langgezogenem [a] und ohne [i], zum Teil auch „braait“, also mit langgezogenem [a] und kurz angedeutetem [i] gesprochen. Lediglich im Neckar-Odenwald-Kreis scheint sich eine Variante erhalten zu haben, die noch am ehesten an das mittelhochdeutsche [ei] mit separatem [e] und [i] erinnert. In einigen Regionen, die in der Karte gestrichelt markiert sind, sind mehrere Varianten verbreitet.

 Vokalismus und Konsonantismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „binden“
Vokalismus und Konsonantismus: Die unterschiedlichen Aussprachen des Wortes „binden“ [Quelle: Sprachatlas Baden-Württemberg, Universität Tübingen]

Ein weiteres Beispiel stellt das Wort „binden“ dar, das sowohl Aufschluss über die Unterschiede im Konsonantismus als auch im Vokalismus gibt. Die verschieden ausgesprochenen Varianten von „binden“ leiten sich aus dem mittelhochdeutschen kurzen [i]-Vokal in Kombination mit den zwischenvokalischen Konsonanten [-nd] ab. Insgesamt gibt es vom Wort „binden“ weniger dialektale Varianten als dies bei anderen Wörtern der Fall ist. Die Hauptunterschiede bestehen darin, dass zum Teil der abschließende Konsonant [n] weggelassen wird. Dies ist beispielsweise in den zentral gelegenen Regionen der Fall, die überwiegend deckungsgleich sind mit denjenigen Regionen, in denen die verschiedenen Varianten des Schwäbischen vorherrschend sind. Neben der Weglassung des [n] hat sich das [i] zum [e] gesenkt. Dieser Laut gilt als typisch für das Schwäbische – die kurzen Vokale [i] und [u] vor einem Nasal haben sich zu [e] und [o] entwickelt. In den nordöstlich gelegenen Landkreisen, also in Schwäbisch-Hall, dem südlichen Teil des Main-Tauber-Kreises, dem Hohenlohekreis und Teilen des Landkreises Heilbronn wird hingegen „binde“ gesprochen – also mit [i] in der Mitte, aber ohne auslautendem [n]. Ebenso trifft dies auf die südlichen und südwestlichen Landkreise zu, also dort, wo das Bodensee- und das Hochrhein-Alemannische bzw. West- und das Südalemannische vorherrschen. Der gesamte Nordwesten, wo zum Teil alemannische, zum Teil aber auch fränkische Dialekte gesprochen werden, ist durch einen Wegfall des mittigen Konsonanten [d] charakterisiert. Es wird also „bine“ oder „binne“ gesprochen. Bei einigen Sprecherinnen und Sprechern ist das [d] allerdings ganz schwach zu hören. In einigen kleinen Übergangsregionen, in denen das Südschwäbische vorherrscht, sind die Formen „binde“ und „bende“ verbreitet.

Auch innerhalb sehr viel kleinerer räumlicher Einheiten lassen sich verschiedene Varianten ausmachen. So präsentiert sich ein differenziertes Bild einer kleinteiligen Sprachlandschaft, wie der Begriff „Schnee“ beispielhaft zeigt. Für das Wort „Schnee“, das sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „snê“ ableitet, also im Vokalismus keine nennenswerte Wandlung erfahren hat, finden sich allein in den nördlichen Landesteilen sechs verschiedene Ausspracheweisen: „Schnääi“ (Schwäbisch-Hall und Hohenlohekreis), „Schnäää“ (ebenfalls im Landkreis Schwäbisch-Hall und im Osten des Main-Tauber-Kreises) und „Schneeä“ (im östlichen Teil des Main-Tauber-Kreises). In der Mehrheit der Landkreise dominieren „Schnee“ und „Schneei“. Interessanterweise illustriert die folgende Karte, wie Flüsse und topographische Hindernisse immer noch als Sprachbarrieren fungieren: So wird östlich der Tauber überwiegend „Schneeä“ oder „Schnäää“, westlich davon „Schnee“ und „Schneei“ gesprochen.

In den ostschwäbischen Landkreisen wie Heidenheim, Aalen und dem südlichen Teil des Landkreises Schwäbisch-Hall sind „Schnäää“ oder „Schnae“ verbreitet. Die Verbreitung dieser Wendung korrespondiert ziemlich genau mit dem Territorium des Herzogtums Württemberg und steht mit diesem daher vermutlich in einem Zusammenhang. Im nördlichen und westlichen Teil von Schwäbisch-Hall ist „Schnää“ zu finden. Die Liste mit Beispielen ließe sich weiterführen und ausdifferenzieren. So ließe sich zwischen Lang- und Kurzvokalen und Diphtongen unterscheiden, die sich in den einzelnen Sprachregionen ebenfalls unterschiedlich entwickelten.

Konsonantismus

 Beispiel für die Verbreitung des Konsonants k bzw. ch.
Beispiel für die Verbreitung des Konsonants k bzw. ch. [Quelle: Sprachatlas Baden-Württemberg, Universität Tübingen]

Im Konsonantismus ist das Spektrum geringer ausgeprägt als im Vokalismus. Der [pf-]Laut (Beispiel: „Apfel“) ist in nahezu ganz Baden-Württemberg etabliert. Lediglich im nordwestlichen Rhein-Neckar-Kreis, also in der Gegend um Mannheim und Heidelberg, wird statt [pf] [pp] gesprochen (also „Appel“ statt „Apfel“) – ein Ergebnis der zweiten Lautverschiebung, die die Konsonanten [pp], [ss] und [k] zu [pf], [tt] und [ch] formte, die manche nördliche Regionen Baden-Württembergs nicht erfasste. So werden die Wörter „Apfel“, „Wasser“ und ich“ im Oberdeutschen als „Apfel, Wasser“ und „ich“ ausgesprochen, während sie nördlich, also auch in den rheinfränkischen Sprachregionen, als „Appel“, Water“ und „ik“ gesprochen werden. Für den Laut [k] wie in den Wörtern „Kind“ oder „Kuh“ gibt es ebenfalls kaum Varianten. Lediglich in den südwestlichen, an die Schweiz und Frankreich grenzenden Gebieten, d.h. in den Landkreisen Waldshut und Lörrach wird [ch] anstatt von [k] gesprochen („Chind“, „Chuh“). Ein Blick auf den Sprachatlas Baden-Württemberg verdeutlicht den geringeren Variantenreichtum im Konsonantismus am Beispiel des Wortes Kind.

In fast allen Gebieten, die ehemals zum Großherzogtum Baden gehörten, wird das [b] als [w] gesprochen, anstelle von „Gabel“ also „Gawel“. Dass manche Konsonanten, wie beispielsweise das [d] in „binden“, einfach wegfallen können, kam bereits im Abschnitt zum Vokalismus zur Sprache. Das [g] im Wortinneren wie beispielsweise im Wort Waage weist eine etwas größere Vielfalt auf: Zwar wird in den meisten Landesteilen das [g] als [g] gesprochen, im Nordosten wird das [g] allerdings als [ch] („Wache“), in der Kurpfalz als [r] („Ware“) und in einigen westlichen, an Frankreich grenzenden kleinen Landstrichen als [w] („Wawe“) oder gar nicht gesprochen („Wa-e“). Das auslautende [s] wird im Norden, d.h. im Neckar-Odenwald-Kreis und Teilen des Main-Tauber-Kreises als [-sch] gesprochen („Hausch“ statt „Haus“). In Kombination mit einem [t] wird [s] hingegen in fast ganz Baden-Württemberg als [–sch] gesprochen (also „Fenschter“ statt „Fenster“). Lediglich in einigen wenigen nordwestlichen Landstrichen begegnet die standarddeutsche Variante [st] („Fenster“). Das [–ch] wie im Wort „ich“ wird hingegen nur in den kurpfälzischen Gebieten, also im Umkreis von Mannheim und Heidelberg als [–sch] („Isch“) gesprochen. Im Südwesten ist ein [ach]-Laut verbreitet.

Als weiteres Beispiel dient hier das zwischenvokalische [-nd], wie es beispielsweise im Wort „binden“ zu finden ist. Im östlichen Teil des Main-Tauber-Kreises fällt das auslautende [–en] weg, es wird also nur [bin] oder [bind] gesprochen. Der badische Neckar-Odenwald-Kreis ist hingegen durch einen Wegfall des [n] sowie des [d] gekennzeichnet; es wird also nur [binä] gesprochen. In den schwäbisch geprägten, südlich und östlich gelegenen Sprachregionen des baden-württembergischen Nordens, d.h. in den Landkreisen Schwäbisch-Hall, im Hohenlohekreis und im Landkreis Heilbronn blieb das [–nd] erhalten, allerdings ist das auslautende [n] weggefallen. Es wird also [bindä] gesprochen.

Literatur

  • Huber, Eduard, Schwäbisch für Schwaben. Eine kleine Sprachgeschichte, Tübingen 2008.

Felix Teuchert