Grafen und Fürsten von Öttingen

Die Kapfenburg, 1740 (StAL JL 560 Nr. 1)
Die Kapfenburg, 1740 (Landesarchiv StAL JL 560 Nr. 1)

Die Ursprünge des Grafenhauses von Öttingen sind dunkel, sicher hängt die Familie in irgendeiner Weise mit den Hohenstaufen zusammen und war die Grafschaft im Riesgau Ausgangspunkt ihrer Macht. Diese beruhte neben den Grafenrechten auf der Verkehrsbedeutung ihrer Zentrallandschaft, Forstrecht und verschiedenen Klostervogteien u. a. über Ellwangen und nach Übernahme des Dillinger Erbes in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auch über Neresheim. Indem die Ellwanger Äbte im 14. Jahrhundert die Vogtei abschütteln konnten, geriet die Grafenmacht in eine schwere Krise. Da aber verschiedene Teilungen bald wieder rückgängig gemacht und eine kleinteilige, aber konsequente Erwerbspolitik im 15. Jahrhundert eingeleitet wurde, entwickelte sich doch ein ansehnliches Territorium. Als Abschluss der Teilungen seit Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte die Bildung der Linien Öttingen-Öttingen und Öttingen-Wallerstein. Erstere wendete sich der Reformation zu, konnte aber beim Widerspruch der Wallersteiner Kirchengut nur in geringem Maß säkularisieren. Die Wallersteiner Linie, durch Erwerb der Herrschaft der Schenken von Schenkenstetten weiter nach Westen vorgedrungen, teilte sich im 17. Jahrhundert in drei Zweige, beerbte aber 1731 die 1674 gefürstete Hauptlinie. Innerhalb des Bundeslandes Baden-Württemberg waren seit 1731 nur Öttingen-Wallerstein, gefürstet 1776, und Öttingen-Spielberg, gefürstet 1734, begütert; die dritte, nur gräfliche Linie Baldern starb 1798 aus.

(Quelle: Bearbeitete Fassung aus dem Abschnitt Landesgeschichte, in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Band I, Stuttgart, 2. Aufl. 1977)

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