Die Rüstung von Herzog Ulrich (1525–1530)

Video: Aufbau der Rüstung des Herzogs Ulrich, Quelle: Kunsthistorisches Museum Wien

Die prächtigen Rüstungen Herzog Ulrichs stehen für sein repräsentatives Auftreten als militärischer Führer wie im Turnier oder bei höfischen Festen. Dieses Exemplar besteht aus über 300 Einzelteilen, was die Montage sehr aufwendig macht. Der Riefelküriss beeindruckt zudem durch seine Proportionen und die aufwändige Ausführung.

Die Rüstung wurde wie der Schembarthelm Ulrichs von Meister Wilhelm von Worms d. Ä. († 1537) in Nürnberg gefertigt; sie war ebenso für den Kampf im Feld wie für den Einsatz im Turnier geeignet und gehört offenbar in die Jahre von Ulrichs Vertreibung aus Württemberg. Damals hatte Ulrich vor allem im Kontext des Bauernkriegs versucht, Land und Herrschaft gewaltsam zurückzuerlangen, was ihm schließlich 1534 mit dem Sieg in der Schlacht von Lauffen gelang. Allerdings weist die glänzende Erhaltung des Küriss darauf hin, dass er vielleicht nie in der Schlacht oder im Turnier getragen wurde.

Gemeinsam mit einer weiteren Rüstung sandte Herzog Ludwig von Württemberg den Riefelküriss im Jahr 1582 an Erzherzog Ferdinand II. von Tirol, der sich gerade eine große Sammlung von Rüstungen berühmter Leute anlegte. So gelangte der Küriss schließlich in die österreichische Rüstkammer nach Wien, wo er heute im Kunsthistorischen Museum verwahrt wird.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier: www.reformation-in-wuerttemberg.de