Südwestliches Albvorland

(Naturraum Nr. 100)

Das Südwestliche Albvorland in der Großlandschaft Schwäbisches Keuper-Lias-Land - Quelle LUBW

Das Südwestliche Albvorland in der Großlandschaft Schwäbisches Keuper-Lias-Land - Quelle LUBW

Das dem Rand der Schwäbischen Alb vorgelagerte Südwestliche Albvorland erstreckt sich als naturräumliche Einheit vom Tal der Prim im Südwesten bis zum Tal der Starzel im Osten. Nach Osten, zur Alb hin, wird es durch den Albtrauf begrenzt, nach Westen zu den Neckar- und Tauber-Gäuplatten durch die rund 100 m hohe, überwiegend bewaldete Keuperstufe. Es ist der südliche Teil des Schwäbischen Keuper-Lias-Landes. Im Norden schließen die ebenfalls zum Keuper-Lias-Land gehörenden naturräumlichen Einheiten von Schönbuch und Glemswald sowie des Mittleren Albvorlandes an, östlich liegen die Mittlere Kuppenalb und die Mittlere Flächenalb sowie mit einem schmalen Ausläufer die Einheit von Baaralb und Oberem Donautal. Im Süden grenzt das Gebiet an die Baar und im Westen an die Oberen Gäue

Das Südwestliche Albvorland bei Gosheim - Quelle LMZ BW

Das Südwestliche Albvorland bei Gosheim - Quelle LMZ BW

Das Südwestliche Albvorland steigt von Ost nach West von zunächst 550 m auf bis zu 700 m über NN an. Es lässt sich naturräumlich in verschiedene Zonen weiter untergliedern. Auf den stark bewaldeten und von zahlreichen Bächen durchzogenen Stufenrand zu den Gäuplatten folgt anschließend der schmale, ackerbaulich genutzte Rand der unteren Liasplatte. An diese schließen sich – flächenmäßig den größten Anteil umfassend – Rücken und Platten des oberen Lias an, die durch ein System weiter, feuchter Talungen gegliedert werden. Sie haben im Gebiet des Kleinen Heubergs ihre größte Ausdehnung. Am Fuß des Albtraufs im Westen erstreckt sich dann die deutlich kleinere Zone des Braunjura. 

Das südwestliche Albvorland bei Wellendingen - Quelle LABW

Das südwestliche Albvorland bei Wellendingen - Quelle LABW

Das gesamte Gebiet des Südwestlichen Albvorlandes zeichnet sich durch seine reichen Wasservorkommen aus Quellen und Bächen aus. Die tief eingeschnittenen Täler von Prim, Schlichem, Eyach und Starzel bilden zugleich auch den Zugang zu wichtigen Albübergängen. Das Gebiet weist mit einem Flächenanteil von über 41 Prozent eine große Waldbedeckung auf. Weitere fast 50 Prozent Flächenanteil entfallen auf Offenland, etwa 9,7 Prozent auf Siedlungsfläche. In Bezug auf die landwirtschaftliche Nutzung überwiegt der Grünlandanteil. In den verkehrstechnisch günstigeren albseitigen Talausgängen sind die großen Siedlungen Hechingen, Balingen und Spaichingen entstanden. Die Hauptverkehrsachsen verlaufen parallel zum Albtrauf von Hechingen über Balingen bis nach Tuttlingen sowie Rottweil. Balingen und Hechingen nehmen heute die Funktion von Mittelzentren wahr. In der Übersicht bietet die Landschaft ein vielfältiges Bild mit einem teilweise kleinräumigen Nebeneinander verschiedener Nutzungen von Grünland, Ackerland, Streuobstwiesen und eingestreuten Siedlungsflächen.