Baar-Alb und Oberes Donautal

(Naturraum Nr. 092)

Baar-Alb und Oberes Donautal in der Großlandschaft Schwäbische Alb - Quelle LUBW

Baar-Alb und Oberes Donautal in der Großlandschaft Schwäbische Alb - Quelle LUBW

Die naturräumliche Haupteinheit Baar-Alb und Oberes Donautal reicht als langgestrecktes Band von Blumberg bis Sigmaringen und bildet den nordwestlichen Abschluss der Schwäbischen Alb. Im Westen, Nordwesten bzw. Norden grenzt sie an das Alb-Wutach-Gebiet (Naturraum 120), die Baar (Naturraum 121) und das Südwestliche Albvorland (Naturraum 100), bevor sie sich in die Hohe Schwabenalb (Naturraum 93) einfügt und im Nordosten an die Flächenalb (Naturraum 95) anstößt. Nach Süden bzw. nach Südosten zu geht sie in die Hegaualb (Naturraum 91) über. Ungefähr die Süd- bzw. Südostkante des Aitrach- bzw. Donautals bildet dort die Naturraumgrenze. Die Baar-Alb im Westen der Einheit zeichnet sich dadurch aus, dass hier der Albrand in mächtige, einzelne Klötze und Bergrücken aufgelöst ist. Dies ist Folge zahlreicher, aus der Baar strömender Donauzuflüsse (Aitrach, Faulenbach etc.) sowie der Donau selbst, die, ebenfalls von dort kommend, nach deutlicher Richtungsänderung den Albkörper von Geisingen bis Sigmaringen von Südwesten nach Nordosten durchbricht. Das Relief steigt von rd. 650 m über NN am nördlichen Albfuß mit Braunjuraschichten steil zur Traufkante auf 900 m an. Von dort fällt es dann, dem allgemeinen Schichtgefälle entsprechend, zum Donautalrand auf rd. 800 m über NN ab. Die dortige, durchweg unbesiedelte Weißjurahochfläche der einzelnen Klötze wird heute von Buchenwäldern eingenommen. Auf einem Sohlenniveau von 650 bis 630 m über NN erlauben breite Täler zwischen den Bergrücken eine günstige Querung des Mittelgebirges nach Süden zum Bodensee, insbesondere über das Aitrach-, Prim-Faulenbach- und Donautal. 

Oberes Donautal mit Werenwag auf der Hochfläche und Talhof am Fuß des Abhangs - Quelle LMZ BW

Oberes Donautal mit Werenwag auf der Hochfläche und Talhof am Fuß des Abhangs - Quelle LMZ BW

Durch letzteres mäandriert der Fluss in großen, weiten Schlingen, wobei die Wasserführung meist in auffallendem Missverhältnis zur Geräumigkeit des Tals steht. Dies ist einerseits Folge des reduzierten Donaueinzugsbereichs an der Aitrach, deren Oberlauf durch die Wutach bei Blumberg abgeschnitten, geköpft wurde, andererseits macht sich bei Immendingen und Fridingen an der Donau – unterstützt durch tektonische Verwerfungen – die Versickerung des Donauwassers auf den Beta-Kalken des Weißjuras bemerkbar. In manchen Sommern ist hier das Flussbett nahezu ausgetrocknet. An dieser größten Flussschwinde Mitteleuropas fließt das Wasser durch den Karstuntergrund über die Kontinentalwasserscheide hauptsächlich der Radolfzeller Aach und damit dem Bodensee zu. Im Talgrund dominieren – wie auch in den meisten anderen Tälern der Einheit – meist als Grünland genutzte lehmige Schwemmböden, aber auch kalkreiche Böden auf Hangschutt- und Terrassenflächen, die Ackerbau zulassen. Allerdings schränkt bei mittlerem Niederschlag – 750 bis 850 mm im Jahr – die erhöhte Frostgefahr in den Tälern die Anbaupalette ein. Bis Fridingen bietet das Donautal genügend Raum für größere Dörfer und Städte (Mittelzentrum Tuttlingen) und gehört zum Altsiedelland. Erst danach wandelt sich sein Aussehen zum windungsreichen Engtal: dem Oberen Donautal. Die steilwandigen, knapp 200 m hohen Talflanken treten dicht zusammen, wobei der harte Weißjura-Massenkalk oft in malerische Felszinnen ausgewittert ist. Üppige Schluchtwälder in den Seitentälchen und Steppenheidevegetation an sonnenexponierten Hängen sind kennzeichnend. Der Platz reicht häufig kaum für Straße und Eisenbahn und nur ganz vereinzelt können kleine Siedlungen (u.a. Kloster Beuron) die Talsohle einnehmen. Nicht zuletzt zahlreiche Burgruinen auf den oberen Talkanten machen diesen alten Transferraum heute zu einem begehrten Erholungs- und Wandergebiet.