Hohe Schwabenalb

(Naturraum Nr. 093)

Die Hohe Schwabenalb in der Großlandschaft Schwäbische Alb - Quelle LUBW

Die Hohe Schwabenalb in der Großlandschaft Schwäbische Alb - Quelle LUBW

Die Hohe Schwabenalb umfasst jenen Bereich der Schwäbischen Alb zwischen dem Prim-Faulenbachtal und Starzel-Fehlatal, der mit dem Gebiet des Großen Heubergs und der nordöstlich anschließenden, etwas niedrigeren Hart seine größten Höhen erreicht. Die höchsten Erhebungen bilden am Traufkantensaum des westlichen Großen Heubergs der Lemberg (1015 m), der Oberhohenberg (1011 m) und der Plettenberg (1002 m). Mit dem steil aufsteigenden Albtrauf schließt die Hohe Schwabenalb das Südwestliche Albvorland (Naturraum 100) eindrucksvoll nach Südosten hin ab. Im Südwesten und Süden geht sie über in die Baar-Alb und das Obere Donautal (Naturraum 92), dessen nördliche Talkante den Grenzverlauf markiert. Im Nordosten stößt sie schließlich an die Mittlere Kuppen- (Naturraum 94) und Flächenalb (Naturraum 95). Durch Auslieger und einzelne bereits separat stehende Zeugenberge ist die zum Neckartal gerichtete Traufseite stark zerlappt. Vornehmlich an der Grenze zwischen oberem Braunjura und unterem Weißjura (alpha und gamma) treten zahlreiche Karstquellen mit oft kräftiger Schüttung aus. Sie kennzeichnen den seichten Karst, bei dem die Grundwasser führende Schicht über dem Vorfluter liegt, hier über den zum Neckar gerichteten Bächen. Obere Traufkante und Hochfläche werden von Wohlgeschichteten Kalken sowie darüber – mit leichter Stufe meist etwas von der Kante zurückgesetzt – von Schwamm- und Massenkalken aufgebaut. Auf ihnen formt ein Netz flachmuldiger, zur Donau gerichteter Trockentäler und abflussloser, in Dolinen endender Senken die typische Gestalt der Kuppenalb. Lediglich in einem schmalen Streifen entlang des oberen Randes zum Donautal macht sich dann das sanftere Relief der Flächenalb bemerkbar.

Der Schafberg im Landschaftsschutzgebiet Großer Heuberg - Quelle LMZ BW

Der Schafberg im Landschaftsschutzgebiet Großer Heuberg - Quelle LMZ BW

Dem allgemeinen Schichtfallen entsprechend nimmt die Höhenlage der Hochfläche von über 1000 m auf rd. 800 m über NN am Rand zum Donautal ab. Natürliche Wasserarmut kennzeichnet die Hochfläche, liegt doch das Grundwasserniveau im Karstkörper oft mehrere (Höhlen-) Ebenen unterhalb des einstigen primären Vorfluters tiefer Karst. Nur wenige vollausgebildete Flüsse ziehen in tief eingeschnittenen, engen und windungsreichen Tälern meist zur Donau. Ihre steilen oberen Talkanten sind häufig von malerisch ausgewitterten (Malm-) Felsen gesäumt. An den Talflanken finden sich zuweilen – wie im Bäratal – Kalksinterterrassen. Kalkschuttböden in den Tälern stehen auf der Hochfläche kalkreiche Lehme in Flachlagen, tiefgründige aber stark entkalkte Lehmböden in den Senken und Trockentälern sowie magere Kalkfelsböden auf den Kuppen gegenüber. Das Klima auf der Hochfläche ist sprichwörtlich rauh, mit langen schneereichen Wintern und jährlichen Niederschlägen zwischen 800 und 1000 mm. Zwar ist die Hochfläche aufgrund der Temperaturumkehr im Winter gegenüber den Tälern leicht wärmebegünstigt, doch bleibt die Vegetationsperiode äußerst kurz. Magerrasen, Steppenheide und Hutungen bestimmen die z. T. unter Naturschutz stehende Altvegetation. Allerdings ist der ursprüngliche Buchen-Tannenwald, der vor allem den Albtrauf bedeckt, auf der Hochfläche, wo ihn inzwischen Fichten-Tannenwälder stark durchmischen, auffallend zurückgedrängt, da es sich hier trotz der einschränkenden Naturfaktoren um ein altbesiedeltes Gebiet handelt. Heute überwiegt Grünland – Sommerweiden und vor allem Schafzucht ­– das Ackerland bei weitem. Dabei präsentieren sich die alten Dörfer als hochgradig gewerblich überprägte Auspendlerorte in die Städte und Industriegebiete von Neckarvorland und Donautal. Der gesamte Raum zeichnet sich als gut besuchtes Wintersport- und Wandererholungsgebiet aus.