Strom- und Heuchelberg

(Naturraum Nr. 124)

Strom-und Heuchelberg in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW

Strom-und Heuchelberg in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW

Die naturräumliche Einheit des Strom- und Heuchelberges liegt im Nordwesten der übergeordneten Haupteinheit der Neckar- und Tauber-Gäuplatten zwischen dem hügeligen Kraichgau im Westen und dem Neckarbecken im Osten. Es ist der überwiegend mit Wald bedeckte Rest des Keuperberglandes. Der Umriss der Hochflächen des Strom- und Heuchelberges ähnelt in der Form einer rechten Hand, die im Westen bei Maulbronn-Sternenfels mit der Fläche, der Handwurzel aufliegt, während sich nach Osten, den Fingern gleich, einzelne Rücken erstrecken. Der Daumen wird nördlich durch den Eppinger Hartwald gebildet. Zwischen diesen Rücken, die die Finger formen, erstrecken sich Täler und Talebenen, die sich nach Osten zu immer mehr verbreitern und dann in die Gäuplatten übergehen. Den Zeigefinger dieser Hand bildet der Heuchelberg, zwischen Zeige - und Mittelfinger liegt das Zabergäu, während die drei übrigen Finger durch die Höhen des Strombergs ausgeprägt sind, getrennt durch die Täler von Kirbach und Metter.

Pfaffenhofen am Fuß des Heuchelbergs - Quelle LMZ BW

Pfaffenhofen am Fuß des Heuchelbergs - Quelle LMZ BW

Auf dem östlichsten Ausläufer des Heuchelbergs steht die Heuchelberger Warte: ein Aussichtsturm, der den Blick von der Alb über die Löwensteiner Berge bis zum Odenwald ermöglicht. Schilfsandstein bildet hier den Sockel der Hochfläche, während der Stubensandstein die Hochfläche des Strombergs einnimmt. Das Hügelland am Rand des Schilfsandsteinsockels leitet vom Gipskeuper zu den Gäugebieten über. An der Nordseite des Strombergs lösen sich die Rücken in einzelne Berge auf, deren Hänge durch zahlreiche Klingen – also durch Wasser- und Schutt-Erosion entstandene, gefällestarke kleine Kerbtäler – zergliedert werden. Die zugleich bekannteste und größte Talebene ist das bereits zum östlich benachbarten Neckarbecken gehörende Zabergäu, das den Stromberg vom nördlich liegenden Heuchelberg trennt.

Die Schichten von Stuben- und Schilfsandstein bilden die Quell- und Grundwasserhorizonte. Es besteht ein dichtes Gewässernetz, das sich in seinem Quellbereich und den Oberläufen der Gewässer noch weitgehend naturnah zeigt. Der Schichtlagerung folgend, entwässert der Stromberg nach Osten zum Neckar.

Die Höhenlagen sind mäßig ausgeprägt, so dass teils Lössbedeckung vorhanden ist, doch werden ganz im Süden am Baiselsberg bis zu 477 m erreicht. Auf den fruchtbaren Lössflächen dominiert der Ackerbau, während die Nordhänge des Strombergs und auch der Höhenzug des Heuchelbergs mit seinem Schilfsandsteindach Bewaldung aufweisen, überwiegend in Form von Laubwald. Dagegen finden sich an den Südhängen des Heuchelbergs großflächige Weinanbaugebiete, wie auch am Stromberg, dort außerdem Streuobst. Das Gebiet gehört zu den bekanntesten Weinbauregionen Württembergs.