Das Tauberland

(Naturraum Nr. 129)

Das Tauberland in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW

Das Tauberland in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW

Die langgestreckt in west-östlicher Richtung verlaufende naturräumliche Einheit des Tauberlandes liegt im äußeren Nordosten an der Grenze des Landes Baden-Württemberg. Sie ist ein Teil der übergeordneten naturräumlichen Haupteinheit der nordöstlichen Gäuplatten des Süddeutschen Schichtstufenlandes. Im Norden und Nordosten grenzt das Tauberland an die Mainfränkischen Platten, im Südosten an die Hohenloher-Haller-Ebene, im Süden an die Kocher-Jagst-Ebenen, im Westen an das Bauland und im Nordwesten an den Sandstein-Spessart.

Das Tauberland ist eine stark zertalte Muschelkalklandschaft, deren Grenze wesentlich vom Einzugsgebiet der mittleren Tauber sowie im Norden von der Odenwald-Buntsandsteinschwelle bestimmt wird. Die Landschaft ist durch eine hohe Reliefenergie gekennzeichnet; die Hochflächen fallen von Osten nach Westen ab. Das Tauberland gliedert sich räumlich wiederum in den südwestlichen Teil mit stärkerer Bewaldung und weitgehend erhaltener Lettenkeuperüberdeckung, den breit ausgebildeten Taubergrund und die östliche Gäulandschaft, die durch tiefgründige Lösslehmböden und Verwitterungslehmböden gekennzeichnet ist. Vor allem im südwestlichen Teil und im Taubertal finden sich auf den oberen Talhängen steinige und flachgründige Muschelkalkböden mit überwiegender Trockenvegetation. Die zwischen den Tälern liegenden Riedel steigen im Süden zur Jagst hin von durchschnittlichen Höhen zwischen 320 bis 350 m bis auf 480 m an. Die hohe Reliefenergie dieses Gebietes hat trotz geringer Niederschläge von bis 600 mm eine deutliche Erosions- und Hochwassergefahr zur Folge.

Das Taubertal bei Weikersheim - Quelle LMZ BW

Das Taubertal bei Weikersheim - Quelle LMZ BW

Der nördliche Bereich des Tauberlandes weist gute Böden auf, die intensiv ackerbaulich genutzt werden. Dies hat stellenweise eine stärkere Erosion und  den Oberflächenabfluss der Niederschläge zur Folge. Zu den bevorzugten Anbaupflanzen gehören Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln. An den Hängen des Taubertales gedeihen aufgrund der hohen Sonnenscheindauer Obst und Wein.  Einige aufgelassene Rebflächen dienen ebenfalls dem Ackerbau. Vorwiegend an den Nordhängen finden sich forstlich bewirtschaftete Nadelwälder. Das Tauberland gehört mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 8 Grad Celsius und geringen Niederschlägen zu den sonnenscheinreichsten, trockensten und wärmebegünstigten Regionen des Landes.

Rund 73 % der Fläche sind Offenland, etwa 23,5 % entfallen auf Waldland. An Rohstoffen werden qualitativ hochwertiger Werk- und Ornamentstein im östlichen Teil des Tauberlandes sowie Kalkstein in den östlichen Seitentälern des Taubertales in stärkerem Umfang abgebaut. Die wenigen größeren Siedlungen des Gebietes erstrecken sich überwiegend im Taubertal und auf den hochwasserfreien Terrassen. Mit einer Siedlungsdichte von 110 Einwohnern/qkm gehört das Tauberland zu den dünner besiedelten Teilen des Landes.