Huzenbacher See

Der Huzenbacher See, 1909 - Quelle LMZ BW

Der Huzenbacher See, 1909 - Quelle LMZ BW

Der Huzenbacher See im Nordschwarzwald liegt auf 746,9 m über NN im mittleren Murgtal auf dem Gebiet der Gemeinde Baiersbronn im Landkreis Freudenstadt. Er ist ein während der letzten Eiszeiten vor etwa 25 bis 30.000 Jahren im Buntsandstein entstandener Karsee. Nordwestlich erhebt sich der 937,7 m hohe Großhahnberg. Das Ortszentrum von Baiersbronn liegt etwa 7 km Luftlinie entfernt im Süden des Karsees, der Ortsteil Huzenbach etwa 3,3 km Luftlinie entfernt östlich im Tal der dort verlaufenden Murg.

Der im Kartenbild aufgrund seiner ovalen Form leicht zu identifizierende See ist 250 m lang und 145 m breit. Seine Fläche beträgt rund 2,7 Hektar. Der bis zu etwa 7,5 m tiefe See wird aus zwei Quellen in der Karwand gespeist. Bei Starkregen oder Schneeschmelze tritt ein dritter temporärer Zufluss hinzu. Der See entwässert nach Nordosten und Osten über den Seebach in die Murg.

Seine heutige Gestalt hat der See erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, als 1895 die Forstverwaltung ein Stauwehr errichtete, um den Wasserstand des Sees um 2 m zu erhöhen. Das Seewasser diente der Murgschifferschaft als Schwallung für ihre Holztransporte. Allerdings stellte die Murgschifferschaft ihre Flößerei infolge der Konkurrenz durch die Eisenbahn – die Murgtalbahn wurde 1868-1894 erbaut – schon bald ein. 1896 trieb das letze Floß die Murg hinunter. Doch auch heute noch ist die Murgschifferschaft der größte Waldbesitzer in diesem Teil des Schwarzwaldes, wenngleich in den 1920er Jahren große Waldflächen an den Staat verkauft wurden.

Durch die Stauung des Seewassers und damit die Anhebung der Wasserfläche lösten sich auch im Uferbereich des Huzenbacher Sees die verlandeten Flächen aus einem dichten Moosgeflecht ab und schwammen auf. Sie bilden in der Seemitte eine als Schwingrasen bezeichnete schwimmende Insel, die sich langsam vergrößert und verdichtet und inzwischen auch mit jungen Moorbirken bewachsen ist. Diese schwimmende Insel treibt abhängig von Witterung und Windverhältnissen auf dem See. Im Winter bei nördlichen Winden nähert sie sich dem Südufer, im Sommer bei Westwind mehr dem Nordufer. Am Nordostufer des zum Nationalpark Schwarzwald gehörenden Sees, der in seinem Uferbereich zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergt, ist außerdem ein ausgedehnter Teichrosengürtel von etwa 15 m Breite entstanden.