Schluchsee

Der Schluchsee, im Hintergrund der schneebedeckte Feldberggipfel - Quelle LMZ BW

Der Schluchsee, im Hintergrund der schneebedeckte Feldberggipfel - Quelle LMZ BW

Der Schluchsee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald – auf 960 m Höhe über NN, unweit des Feldbergs – ist der größte See des Schwarzwaldes. Nördlich liegt in knapp 7 km Luftlinie Entfernung der Titisee. Freiburg im Nordwesten kann über eine etwa 50 km lange Straßenverbindung erreicht werden. Südlich des Sees liegt in 15 km Entfernung als nächste größere Gemeinde St. Blasien. Am nordöstlichen Seeufer befindet sich der Hauptort der etwa 2.500 Einwohner großen Gemeinde Schluchsee, zu dem die Weiler Aha, Äule, Dresselbach und Unterfischbach gehören. Hinzu kommen die Ortsteile Blasiwald, Faulenfürst, Seebrugg, Fischbach, Hinterhäuser und Schönenbach.

Der Schluchsee entstand als ein während der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren durch den Feldberggletscher geschaffenes Becken, dessen Wasserspiegel ursprünglich etwa 30 m tiefer als die heutige Seeoberfläche lag. Ab 1929 begann man mit der Errichtung einer 63,5 m hohen und 36 m breiten Staumauer bei Seebrugg am südlichen Ende des heutigen Sees. Die 1932 fertiggestellte Gewichtsstaumauer aus Beton hat eine Kronenlänge von 250 m und eine Kronenbreite von 3,7 m. Durch die Aufstauung des Ahabachs, der den See im Süden als Schwarza wieder verlässt – sowie verschiedener anderer Bäche wie dem Fischbach und dem Krummenbach – konnte die Tiefe des Sees um fast 30 m auf 61,1 m angehoben werden. Die Länge erweiterte sich auf 8 km, die Fläche auf 5,19 qkm. An seiner breitesten Stelle misst der See 1,2 km. Unterhalb der Staumauer durchquert die Schwarza ein bis zu 400 m tiefes, bis in die Granite des Grundgebirges eingeschnittenes und weitgehend unbesiedeltes Engtal und mündet nach Passieren weiterer Stauanlagen in die Schlücht. Beim Aufstauen des Sees wurden Teile des alten Dorfes überflutet.

Der Schluchsee gehört zur Schluchseewerk AG, die eine ganze Reihe weiterer Stauseen und Wasserkraftwerke betreibt. Er dient als Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes Häusern, das bis zu 100 MW elektrischer Leistung in das Stromnetz einspeisen kann. Insgesamt betreibt die Schluchseewerk AG fünf Kraftwerke mit einer Jahresleistung von 2,2 Milliarden kWh, die vorwiegend zur kurzfristigen Spitzenlastdeckung bzw. über die Pumpwerke zur Energiespeicherung für die angeschlossenen Vertriebsunternehmen RWE Power AG und EnBW Kraftwerke AG eingesetzt werden.

Mit einem Stauziel von 930 m über NN ist der Schluchsee der höchstgelegene Stausee Deutschlands. Auch wenn der Wasserspiegel zur Stromerzeugung auf bis zu 888 m über NN abgelassen werden könnte – der See wäre dann fast leer – wird die Wasseroberfläche bis Ende Oktober zumeist nicht unter 924 m abgesenkt. Dies trägt auch dem Umstand Rechnung, dass sich die Region zu einem bedeutenden Erholungsraum entwickelt hat und die Ufergemeinde Schluchsee mit ihren Ortsteilen wirtschaftlich auf den Fremdenverkehr angewiesen ist. 1983 jedoch wurde das Seebecken zur Durchführung von Wartungsarbeiten fast vollständig entleert, Badebetrieb, Segel- und Tauchsport sowie Fischfang eingestellt. Anlässlich dieses besonderen Ereignisses sollen bis zu eine Million Besucher den freiliegenden Grund aufgesucht haben. Um den Schluchsee gibt es zahlreiche intensiv genutzte Wanderwege. Der Seerundweg hat eine Länge von etwa 18 km und ist weitgehend eben. Auf dem sich nördlich des Ortes Schluchsee erhebenden Riesenbühl (1097 m) wurde 2001 der etwa 30 m hohe Riesenbühlturm errichtet, der einen guten Blick über das Wasser und die Umgebung bietet.