Dialektproben

Karte: Raumgliederung der Mundarten um 1950
Raumgliederung der Mundarten um 1950 (Quelle: Historischer Atlas von Baden-Württemberg)

„Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Mit diesem bekannten Motto spielt die baden-württembergische Landesregierung auf die vielen Dialekte an, die in Baden-Württemberg bis heute gesprochen werden. Im nördlichen Teil des Bundeslandes sind eher die fränkischen Dialekte Kurpfälzisch und Hohenlohisch zu finden, während im Süden das Alemannische dominiert. Innerhalb der Großdialekte gibt es zahlreiche Unterdialekte und Variationen. Die Sprachgrenzen hängen mit den historischen Siedlungsgebieten der Franken und Alemannen zusammen. Bis heute sind Dialekte ein wichtiger Teil der regionalen Identität.

Eine deutschlandweit einmalige Dokumentation südwestdeutscher Dialekten befindet sich im Arno-Ruoff-Archiv. Die über 2000 historischen Tonbandaufnahmen samt den dazugehörigen Transkripten und Umschriften dokumentieren und kartieren den baden-württembergischen Sprachraum. Die Aufnahmen, die mehrheitlich in den 1950er Jahren angefertigt wurden, konservieren die gesprochene Sprache aus über 500 Orten – ein großer, einzigartiger Schatz für die Dialektforschung, aber auch für die Alltags-, Kultur- und Sozialgeschichte. Die interviewten Personen, von denen viele im 19. Jahrhundert geboren wurden, erzählen von ihrer Kindheit und ihrem Alltag, sie geben Auskunft über Traditionen, den Einzug der Moderne oder berichten von ihren Kriegserlebnissen. Zurzeit werden die Tonbandaufnahmen durch die Tübinger Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ digitalisiert. Einige Hörbeispiele aus ausgewählten Orten – allesamt regional unterschiedliche Varianten des Schwäbischen – finden Sie hier. Die beigefügten Karten illustrieren die Verbreitungsgebiete der gehörten Dialekte.

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