Ludwig Helferich von Helfenstein (geb. 13. November 1493, gest. 17. April 1525) und Margarethe von Edelsheim (geb. 1497, gest. 1537)

von Sarah Daseking

Die Gefangennahme von Graf Helfenstein im April 1525, Holzschnitt [Quelle: Landesmedienzentrum BW]
Die Gefangennahme von Graf Helfenstein im April 1525, Holzschnitt [Quelle: Landesmedienzentrum BW]

Ludwig von Helfenstein

Ludwig Helferich von Helfenstein wurde 1493 als sechstes und letztes Kind des Grafen Ludwig X. zu Helfenstein und seiner Gattin Elisabeth von Limpurg geboren. Bereits im folgenden Jahr verstarb sein Vater. Ludwig und einer seiner Brüder wurden daher unter der Vormundschaft von Graf Georg von Helfenstein und Gottfried Schenk zu Limpurg erzogen.

Ab 1506 schlug Ludwig von Helfenstein zunächst eine geistliche Laufbahn ein und erhielt eine Stelle als Domherr in Bamberg. Von 1509 bis 1513 studierte er an der Universität Ingolstadt, jedoch ohne einen Abschluss zu erwerben. Bereits im Jahr 1513 war er Mitglied der Rittervereinigung des Sankt Georgenschilds, auch bekannt als Sankt Jörgenschild. Dabei handelte es sich um einen seit dem 15. Jahrhundert immer wieder ins Leben gerufenen Zusammenschluss von hohen und niederen Adligen zur Sicherung des Landfriedens und der eigenen Rechte.

Die Gründe für Ludwigs Wechsel von einer geistlichen zu einer militärischen Laufbahn sind nicht bekannt. Über die Vereinigung von Sankt Jörgenschild kam Ludwig von Helfenstein in die Dienste des Schwäbischen Bundes. Beide Organisationen hatten seit Gründung des Bundes immer wieder eng miteinander kooperiert. Seine Heirat mit Margarethe von Edelsheim im Jahr 1517 brachte ihn zudem in ein Dienstverhältnis zum österreichischen Erzherzog Ferdinand und verschwägerte ihn mit Georg Truchsess von Waldburg.

Als 1521 die Osmanen das bis dato ungarische Belgrad eroberten und in Richtung der österreichischen Erblande vordrangen, sollte Ludwig ein Kontingent von Knechten des Schwäbischen Bundes an die Grenze führen. Dabei hatte er jedoch Schwierigkeiten, die nötigen Hauptleute für diese Unternehmung zu finden. So kam beispielsweise das Konstanzer Domkapitel seiner Bitte, den Domherrn von Stain für diese Zwecke freizugeben, nicht nach.

Im Jahr 1524 wurde Ludwig von Helfenstein von der österreichischen Statthalterregierung in Württemberg als Amtmann auf Burg Weinsberg eingesetzt. Als württembergischer Amtmann stand Ludwig zu Beginn des Jahres 1525 dem bereits 1519 vom Schwäbischen Bund vertriebenen Herzog Ulrich bei dessen Versuch, sein Herzogtum zurückzuerobern, vor Herrenberg gegenüber.

Anfang April 1525 erreichte der Bauernkrieg mit der Plünderung des Kloster Schöntals und einiger Schlösser auch die Region um Weinsberg. Ludwig von Helfenstein ritt daher mit seinem Gefolge nach Stuttgart, um die österreichische Regierung um Unterstützung gegen die Aufständischen zu bitten. Kleinere Gruppen aufständischer Bauern, denen er auf dem Rückweg nach Weinsberg begegnete, töteten er und sein Gefolge. Dies trug zur Ablehnung seiner Person in und um Weinsberg bei, wo er am 12. April wieder eintraf.

Zurück in Weinsberg, setzte er seine Angriffe gegen die Aufständischen fort und schrieb wiederholt nach Stuttgart mit der Bitte um Unterstützung. Sein aktives Vorgehen bewegte wiederum die aufständischen Bauern zum Gegenschlag, der am Ostersonntag, dem 16. April 1525 erfolgen sollte: Mit einem Überraschungsangriff eroberten sie Stadt und Burg Weinsberg, wobei Ludwig von Helfenstein eine leichte Stichverletzung erlitt und von den Bauern gefangengenommen wurde.

Am Morgen des 17. April wurde Ludwig gemeinsam mit seinen übrigen Gefolgsleuten vor den Toren Weinbergs durch einen Spießrutenlauf hingerichtet. Dieses Ereignis wurde auch als „Weinsberger Bluttat" bekannt, an der unter anderem Jäcklein Rohrbach, Melchior Nonnenmacher und Margarete Renner persönlich beteiligt gewesen sein sollen.

Margarethe von Edelsheim

Margarethe von Edelsheim musste die Hinrichtung ihres Mannes vor den Toren Weinsbergs persönlich mit ansehen.

Für sie, eine Tochter des Kaisers Maximilian I., war die Ehe mit Ludwig bereits die zweite gewesen; ihr erster Ehemann Johann von Hillen, Landforstmeister aus Thaur in Tirol, war früh verstorben. Aus dieser ersten Vermählung hatte sie zwei Kinder, einen Sohn namens Franz Wilhelm und eine Tochter namens Barbara. Durch den Tod des Mannes verblieben die Ländereien bei ihr. Der Ehe mit Ludwig von Helfenstein entsprang ein weiterer Sohn, der den Namen Maximilian trug. Die Weinsberger Bluttat überlebten sowohl Mutter als auch Kind.

Für ihre Versorgung wurde die Stadt Weinsberg verantwortlich gemacht, die für sie 500 und für den Sohn 4.000 Gulden bezahlen sollten. Zudem empfing sie bis 1530 etwas Geld aus Innsbruck zu ihrer Absicherung. Nach dem Tod Ludwigs verblieb sie noch für einige Zeit in Württemberg. Vermutlich zog sie später zu ihrem Halbbruder nach Lüttich, wo sie 1537 verstarb.

Quellen

  • Die Weinsberger Bluttat. Bericht Pfarrers Johannes Herolt (16. April 1525), in: Quellen zur Geschichte des Bauernkriegs, hg. von Günther Franz, Darmstadt 1963, S. 335 f.

Literatur

  • Gruber, Hartmut, Ludwig Helferich von Helfenstein und die Bauern von Weinsberg 1525, in: Sie lebten in Geislingen. Kurzbiografien namhafter Geislinger Persönlichkeiten aus neun Jahrhunderten, hg. vom Stadtarchiv Geislingen a. d. Steige, Geislingen a. d. Steige 2016, URL: https://stadtarchiv-geislingen.de/wp-content/uploads/2024/08/16.-Jh.-Ludwig-Helferich-von-Helfenstein.pdf (aufgerufen am: 30.07.2025).
  • Obenaus, Herbert, Art. „Sankt Jörgenschild“, in: Lexikon des Mittelalters 7, 1995, Sp. 1170.
  • Schuhholz, Albert, Bei Weinsberg in den Spießen der Bauern geendet, in: Geschichtliche Mitteilungen von Geislingen und Umgebung 19 (1979), S. 114-116.
  • Schuhholz, Albert, Ludwig Helferich, Graf von Helfenstein 1492-1525, in: Die Grafen von Helfenstein. Stationen ihrer Geschichte. Geislingen 1994, S. 56-66.

Zitierhinweis: Sarah Daseking, Ludwig Helferich von Helfenstein (geb. 13. November 1493, gest. 17. April 1525) und Margarethe von Edelsheim (geb. 1497, gest. 1537), in: Bauernkrieg, URL: […], Stand: 07.06.2024.

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