Gertrud Schweizer
Gertrud Schweizer wurde am 9. Mai 1894 in Mannheim geboren. Sie studierte Klavier und Komposition in München bei berühmten Musikern. Sie begann eine Karriere als Konzertpianistin, wie in den Mannheimer Zeitungen der damaligen Zeit berichtet wurde. Ihr musikalischer Stil wurde stark von ihrer Begegnung mit dem Komponisten und Pianisten Ernst Toch beeinflusst, der Professor am Mannheimer Konservatorium war und zu dem sie eine sehr enge Beziehung hatte, wie ihre Briefe und Gedichte an ihn belegen. Gertrud und ihre Eltern wurden am 22. Oktober 1940 von Mannheim nach Gurs deportiert. Ihr Vater Theodor Schweizer starb im Alter von 81 Jahren einen Monat nach ihrer Ankunft im Lager. Ihre Mutter überlebte und konnte ins Exil in die USA fliehen. Gertrud wurde am 12. August 1942 von Gurs nach Auschwitz deportiert und wurde dort ermordet. Sie hinterlässt ein unbekanntes Werk von etwa 50 Stücken für Klavier, Gesang, Chor und Kammermusik, die in Form von Manuskripten erhalten geblieben sind. Nur zwei von diesen wurden veröffentlicht.
„Nur einen Hauch von Dir“ - Gertrud Schweizer
Sopran: Claire Beaudouin, Klavier: Mélina Burlaud
„Maria Wiegenlied“ - Gertrud Schweizer
Sopran: Claire Beaudouin, Mezzosopran: Lena Spohn, Klavier: Mélina Burlaud
„Die Verlassene“ - Gertrud Schweizer
Mezzosopran: Lena Spohn, Klavier: Mélina Burlaud

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