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„Am Karfriitig wird gwiißlet“

Frühjahrsputz in Calw, Aufnahme von Alwin Tölle um 1950, Quelle: Badisches Landesmuseum, Außenstelle Südbaden BA 2004/4274, Lizenz CC0.

„Frühjahrsputz in Calw“, Aufnahme von Alwin Tölle um 1950, Quelle: Badisches Landesmuseum, Außenstelle Südbaden BA 2004/4274, Lizenz CC0.

In Zeiten von offenem Feuer, Kerzenlicht und Petroleumlampen kam dem Frühjahrsputz ein besonderer Rang zu. Im Licht der längeren Tage wurden Fenster, Böden und Inventar von Staub, Spinnweben und anderem Dreck befreit. Öfen und Rohre wurden entrußt, Kammern und Bettzeug gelüftet. Wohnräume und Küchen, die in der dunklen Jahreszeit besonders unter Rauch, Fett- und Dampfschwaden litten, erhielten einen frischen Kalkanstrich. „Das Weißeln“ fand als eine Art Reinigungsritual Eingang ins Brauchtum, das in ländlichen katholischen Gegenden gerne am Karfreitag erledigt wurde. Um Schaden abzuwehren, waren auch Ställe einbezogen. Das Kalken der Wände machte durchaus Sinn, denn der ph-Wert wirkt antibakteriell und hemmt die Schimmelbildung. Der Ausspruch „am Karfriitig wird gwiißlet“, wie etwa im Südschwarzwald, war noch lange Zeit verbreitet, auch wenn längst Zentralheizung und Elektrik Einzug gehalten hatten. In einigen südeuropäischen Regionen mit kalkverputzten Häusern ist das Weißeln zu Ostern bis heute üblich.

Ergänzende Infos zum Bild finden Sie hier.

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