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Brunnen mit Geschichte

Der Fischbrunnen als Treffpunkt am Münsterplatz. Das Foto von Willy Pragher entstand 1970, dem Jahr der Neuaufstellung. Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 091060b

Der Fischbrunnen als Treffpunkt am Münsterplatz. Das Foto von Willy Pragher entstand 1970, dem Jahr der Neuaufstellung. Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 091060b

Der Fischbrunnen in Freiburg hat eine lange Geschichte, in deren Verlauf er mehrmals umziehen musste. Ursprünglich markierte der gegen Ende des 15. Jh. geschaffene Brunnen den Knotenpunkt zweier Fernstraßen, die in der Mitte Freiburgs aufeinandertrafen, heute die Kreuzung Salzstraße – Kaiser-Joseph-Straße. Das Ensemble mit seinem Figurenschmuck repräsentierte den Status der Stadt, zu dem auch das Marktrecht gehörte. Zwei übereinander gestaffelte Gruppen mit jeweils vier Darstellungen zieren den Brunnenschaft. Unten erscheinen Maria als Patronin des Münsters, die Stadtpatrone Georg und Lambert sowie ein Ritter in Rüstung mit Wappenschild. Bei diesem handelt es sich vermutlich um den vorderösterreichischen Landesherrn Leopold III. (1351-1386). Die oberen Figuren zeigen die vier Kirchenväter. Neben der Wasserversorgung diente der Brunnen als Bassin für Fische, die an den Markttagen verkauft wurden. Die ab dem 19. Jh. einsetzenden Veränderungen beeinträchtigten auch den Fischbrunnen. 1806 musste er dem Bertholsbrunnen weichen, Zähringer-Dankmal und Zeichen für den Übergang der Stadt an das Großherzogtum Baden. Der Fischbrunnen wurde versetzt und kam an die Einmündung der Münstergasse in die Kaiserstraße. Die Verkleinerung des Trogs Anfang des 20. Jh. war ein Tribut an die Straßenbahn. Ende der 1930er Jahre verschwand der Brunnen aus dem Stadtbild, weil er den Autoverkehr behinderte. Die Teile wurden eingelagert. Das heutige Exemplar auf dem Münsterplatz ist eine Replik, die 1970 anlässlich der 850-Jahr-Feier Freiburgs errichtet wurde.

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