null

Der Klang von Weihnachtsholz – Geigenbau im Hochschwarzwald

Lehrer Bier, Vater des Geigenbauers Josef Bier aus Rötenbach beim Stimmen einer Geige, Aufname von Alwin Tölle um 1950, Quelle: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Außenstelle Südbaden BA 2005/1236

Eine Aufname von Alwin Tölle um 1950 mit der Beschreibung „Lehrer Bier, Vater des Geigenbauers Josef Bier aus Rötenbach beim Stimmen einer Geige. Notiz des Photographen auf der Rückseite des Abzugs: „Ganz genau!“, Quelle: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Außenstelle Südbaden BA 2005/1236, Lizenz CC0.

Die in den Höhenlagen des Schwarzwalds langsam heranwachsenden Stämme von Fichte oder Bergahorn lassen sich hervorragend für die Herstellung von Saiteninstrumenten verwenden. Im Südlichen Schwarzwald ist das Handwerk etwa ab der ersten Hälfte des 17. Jh. nachweisbar. Es wurde meist im Nebenerwerb betrieben und befand sich in der Hand weniger Personen, die die Tradition weitergaben. Als Gründerväter konnten Adam Kirner und sein bei Grafenhausen wohnhafter Stiefsohn Josef Meyer ausgemacht werden. Zwei von Meyers Schülern ließen sich in Waldshut und Bern nieder. Ein dritter, der um 1640 geborene Franz Straub, wurde Ahnherr einer Geigenbauer-Dynastie, die in der Gegend um Friedenweiler tätig war. Die aus dieser Gruppe von Instrumentenbauern hervorgegangenen Stücke werden als Alemannische Schule bezeichnet. Sie weisen eine eigentümliche Form auf und sind teils mit Einlegearbeiten verziert. Über die Handelswege von Rhein und Donau gelangten die Instrumente bis nach Holland oder Ungarn. Auch Ludwig van Beethoven habe den schönen Klang geschätzt. Die Familie Straub brachte zwei der berühmtesten Vertreter der Alemannischen Schule hervor. Simon Straub (ca. 1662-1730) führte den Ehrentitel "famosissimus Cheliser" - berühmtester Geigenbauer. Johann Georg Straub (1798-1854), genannt "Geigerhans", führten Wanderjahre bis nach Kroatien. Mit ihm endete die Familientradition.

Ende der 1920er Jahre wurde der Geigenbau in der Region Friedenweiler durch Josef Bier (gest. 1960) wiederbelebt. Es ist überliefert, dass das Holz seiner Geigen nur zwischen Heiligabend und Dreikönig geschlagen und viele Jahre gelagert wurde. Im Rathaus von Rötenbach ist noch eines der Instrumente ausgestellt.

Zum Weiterlesen:

 

00

Weitere Blogeinträge

Suche

LEO-BW-Blog

Logo LEO-BW-Blog

Herzlich willkommen auf dem LEO-BW-Blog! Sie finden hier aktuelle Beiträge zu landeskundlichen Themen sowie Infos und Neuigkeiten rund um das Portalangebot. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu den einzelnen Posts.

Über den folgenden Link können Sie neue Blog-Beiträge als RSS-Feed abonnieren: 

https://www.leo-bw.de/web/guest/blog/rss