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Der Schmalkaldische Krieg 1546/47

Medaille auf Sebastian Schertlin von Burtenbach (1496-1577), Quelle: Landesmuseum Württemberg, Münzkabinett MK 18215

Medaille auf Sebastian Schertlin von Burtenbach (1496-1577), Quelle: Landesmuseum Württemberg, Münzkabinett MK 18215

Im Sommer 1546 begann der Schmalkaldische Krieg, eine der Folgen der Reformation. 1530 war auf dem Augsburger Reichstag die danach benannte „Confessio“ abgelehnt worden. In dem Bekenntnis hatten die der Reformation zugewandten Reichsstände ihre Auffassung von Theorie und Praxis der neuen Lehre dargelegt. Stattdessen forderte die kaiserlich-katholische Seite dazu auf, die „Confutatio“, eine Widerlegung, anzuerkennen. Die protestantische Fürsten und Städte schlossen 1531 in Schmalkalden ein Verteidigungsbündnis unter der Führung von Hessen und Kursachsen. Zu den beteiligten Städten in Süddeutschland zählten Ulm, Reutlingen, Biberach und Konstanz. Württemberg trat 1536 bei, nachdem Herzog Ulrich mithilfe des hessischen Landgrafen sein Territorium wiedererlangt hatte. Vertreter des Bündnisses wurden zu Ansprechpartnern bei Verhandlungen sowie Übermittler politischer Forderungen und Positionen. Differenzen und eigenmächtiges Vorgehen führten jedoch Anfang der 1540er Jahre zu einer Krise. Die protestantische Einheit begann zu bröckeln. Im Sommer 1546 schien für die kaiserliche Seite die Stunde gekommen, um auf militärischem Weg einzugreifen. Per Vertrag sicherte Bayern seine Unterstützung zu. Das protestantische Bündnis beschloss den Präventivschlag. Im Norden und Süden des Reiches stellten die Mitglieder Truppen zusammen. Einer der Heerführer war der aus Schorndorf stammende Sebastian Schertlin von Burtenbach. Am 20. Juli verhängte der Kaiser die Reichsacht über Johann Friedrich von Sachsen und Philipp von Hessen, die Heinrich II., Herzog des katholischen Braunschweig, widerrechtlich hatten gefangen nehmen lassen. Auch der weitere Verlauf der Ereignisse brachte den Protestanten kein Glück. Eine erste, im August anvisierte Schlacht bei Ingolstadt kam nicht zustande. Dasselbe Spiel wiederholte sich im Oktober bei Nördlingen. Das begünstigte die kaiserliche Seite, deren Truppen Verstärkung erhielten, während den Protestanten das Geld ausging. Durch kaiserliche Einfälle war Johann Friedrich gezwungen, im November 1546 nach Kursachsen zurückzukehren. Die süddeutschen protestantischen Gebiete fielen nahezu kampflos an die Gegenseite. Im Frühjahr 1547 unterlagen die Protestanten in der Schlacht bei Mühlberg in Südbrandenburg. Johann Friedrich von Sachsen und Philipp von Hessen kamen in Gefangenschaft. Der schmalkaldische Bund löste sich auf. In den Jahre des Interrims sollten die Folgen der Reformation rückgängig gemacht werden. Klöster wurden restituiert. Württemberg hatte eine hohe Geldstrafe zu entrichten. In Reichsstädten wie Ulm lösten patrizische Räte die Zunftverfassungen ab. Konstanz, das sich weiterhin zur Wehr setzte, kapitulierte 1548 unter österreichischer Belagerung und verlor seinen Status als freie Stadt. Doch trotz alledem - die lutherische Lehre ließ sich nicht mehr auslöschen. 1555 wurde der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden geschlossen.

Hier finden Sie umfangreiche Informationen zur Reformation im Südwesten.

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