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Die Badische Schwarzwaldbahn im Panorama

Ausschnitt aus dem Leporello der Schwarzwaldbahn mit dem Tunnel- und kehrenreichen Abschnitt zwischen Hornberg und St. Georgen, Quelle: Badische Schwarzwald-Bahn von Hausach bis Donaueschingen, Badische Landesbibliothek Karlsruhe O43 A 1354, Lizenz CC4.0.

Ausschnitt aus dem historischen Leporello der Schwarzwaldbahn mit dem Tunnel- und kehrenreichen Abschnitt zwischen Hornberg und St. Georgen, Quelle: Badische Schwarzwald-Bahn von Hausach bis Donaueschingen, Badische Landesbibliothek Karlsruhe O43 A 1354, Lizenz CC4.0.

Die badische Schwarzwaldbahn, nicht zu verwechseln mit der württembergischen Schwarzwaldbahn von Stuttgart nach Calw, verläuft zwischen Offenburg und Singen am Hohentwiel. Sie entstand in den Jahren von 1863 bis 1873 nach Plänen des Ingenieurs Robert Gerwig, als dessen Hauptwerk sie gilt. Gerwigs Leistung bestand in der Überwindung von über 560 Höhenmetern zwischen Hausach im Kinzigtal und St. Georgen im heutigen Schwarzwald-Baar-Kreis. Dazu nutzte Gerwig die Topographie und erweiterte die Streckenführung durch mehrere Kehren, wie den Niederwasser-Kehrtunnel, oder den Kleinen und Großen Triberger Kehrtunnel. So konnte die Steigung auf moderate 20 bis 25 Promille reduziert werden. Die Bahnlinie verläuft am Hang und kommt fast ohne Viadukte aus. Die einzige Überbrückung wurde bei Hornberg gebaut. Stattdessen durchqueren die Züge insgesamt 39 Tunnel. Der Sommerautunnel, kurz vor Ende des Steilstücks zwischen Triberg und St. Georgen, ist mit rund 1700 m der längste. Danach führt der Weg durch flacheres Gelände, entlang der Brigach, der Donau, und schließlich durch das Hegau bis Singen.

Gebaut wurde zunächst an den Strecken ab den Start- und Endpunkten von Offenburg bis Hausach und Engen bis Singen. Hier musste sogar die Donau verlegt werden. 1866 wurden die beiden Abschnitte freigegeben. Die Arbeiten am Zwischenstück dauerten bis zum Jahr 1873. Die Bahn war von grundlegender Bedeutung für die Erreichbarkeit der anliegenden Orte, deren wirtschaftliche Entwicklung und den Fremdenverkehr. Zugleich diente sie als auf internationaler Ebene als Vorbild für weitere Gebirgsbahnen. Der Stolz auf das Vorzeigestück, mit dem die Sehenswürdigkeiten des Schwarzwalds entdeckt werden konnten, schlug sich in einem ausklappbaren Leporello nieder, das die Strecke zwischen Hausach und Donaueschingen in damaliger Panoramasicht wiedergibt. Dargestellt sind neben dem Bahnverlauf, seinen zahlreichen Kehren und Tunneln, auch die Gebirgszüge, Siedlungen, Ortsansichten und Sehenswürdigkeiten wie der Triberger Wasserfall. Trachtendarstellungen sollen zum typischen Erscheinungsbild beitragen.

Dass viele Schwarzwälder Kuckucksuhren im Bahnhofsstil gestaltet sind, ist kein Zufall. Robert Gerwig gehörte zu den Gründern der Uhrmacherschule Furtwangen, die er bis 1857 leitete und die die „Bahnhäusleuhr“ hervorbrachte. Seine Uhrensammlung bildete den Grundstock für das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen. Ein Denkmal für den Erbauer der Schwarzwaldbahn steht in Triberg.

Das Digitalisat des gesamten Leporellos finden Sie online bei der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe .</p>

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