Die Schlittenfahrten der württembergischen Herzöge

Vexierschlitten 1720
Spaß-Schlitten, "Vexierschlitten" des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg [Quelle: Landesmuseum Württemberg]

Prachtvolle Schlittenaufzüge waren bei den württembergischen Herzögen äußerst beliebt. Sie dienten einerseits dem Vergnügen der Hofgesellschaft und andererseits der Repräsentation und Machtdemonstration. Die Ausfahrten hatten nicht selten den Charakter eines Bühnenspektakels, die reich geschmückten Gespanne wurde musikalisch mit Pauken und Trompeten begleitet und die Hofgesellschaft trug Festkleidung.  Zur Schlittensammlung, die sich im Besitz des Landesmuseums Württemberg befindet, gehört auch dieser Schlitten, der vor allem in der Karnevalszeit eingesetzt wurde, wenn gleich im Anschluss an die Schlittenfahrt ein Maskenball im Stuttgarter Schloss oder im Lusthaus stattfand. Auf dem sogenannten „Vexierschlitten“ (französisch: vexer = ärgern, hänseln) des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg aus dem Jahr 1720 fanden zwei Personen Platz, wobei der hintere Sitz meist mit dem Hofnarr besetzt wurde. Betätigte der Fahrer einen vorn an seinem Sitz versteckten Mechanismus, zerfiel der Schlitten in zwei Teile: Nur noch der vordere Teil wurde vom Pferd weitergezogen, der hintere blieb stehen und der Passagier steckte fest; das schadenfrohe Gelächter der davonfahrenden Hofgesellschaft war ihm sicher. (JH)

Literatur: Württembergisches Landesmuseum, Fischer, Fritz (Bearb.) , 2002: Dem Volk zur Schau. Prunkschlitten des Barock. Die Schlittensammlung des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart, München, Kat. Nr. 8.

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