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Die Strahlenburg bei Schriesheim

Vetternkrieg und bürgerschaftliche Rettung

Die Ruine der Strahlenburg, aufgenommen im Sommer 2020, Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Die Ruine der Strahlenburg, aufgenommen im Sommer 2020, Quelle: Landauf, LandApp gemeinfrei

Die Strahlenburg ist ein Wahrzeichen der Stadt Schriesheim. Der Standort am Hang des Ölbergs bietet bis heute einen überwältigenden Blick in die Rheinebene und über den östlich anschließenden Odenwald. Mit der Burg sind zwei bemerkenswerte Ereignisse verbunden. Im Mai 1470 eroberten kurfürstliche Truppen Burg und Stadt, gefolgt von brutalen Repressionen. Friedlicher ging es hingegen in jüngster Zeit zu, als mittels bürgerschaftlichem Engagement der drohende Fremdverkauf des beliebten Ausflugsziels abgewendet werden konnte.

Die Burg entstand als Stammsitz der Familie Strahlenberg in der ersten Hälfte des 13. Jh. Aus dieser Zeit stammt auch der Bergfried. Rund 100 Jahre später wurden unter einem neuen Burgherren – die Strahlenberger waren in Zahlungsschwierigkeiten geraten und hatten die Burg verpfändet - umfangreiche Erweiterungsbauten erstellt, vermutlich auch der Palas. Mitte des 14. Jh. kam die Anlage durch Kauf an Kurfürst Ruprecht den Älteren von der Pfalz. Im Mai 1470 wurden Burg und Stadt Schriesheim in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Ruprechts Enkeln hineingezogen. Die Vettern Ludwig I., Pfalzgraf von Veldenz-Zweibrücken und Friedrich I., Kurfürst von der Pfalz, standen sich als Kontrahenten gegenüber. Die Belagerung durch kurfürstliche Truppen dauerte vom 6. bis zum 13. Mai, dann fielen Burg und Stadt. Es gab mehrere Festnahmen und Todesurteile. Die Befestigung von Schriesheim wurde geschleift. Die Bürger mussten umfangreiche Zahlungen leisten, um ihre Häuser zu retten. Die Strahlenburg ging an Kurfürst Friedrich I. Es ist nicht sicher, ob auch sie von Zerstörungen betroffen war. Als die Gebäude 1488 einem Brand zum Opfer fielen, befanden sich noch Bewohner dort. In der ersten Hälfte des 18. Jh. wurden die Reste als Baumaterial freigegeben.

Die Burganlage war nicht zuletzt wegen ihrer Gastronomie, die über 100 Jahre betrieben wurde, ein beliebtes Ausflugsziel. Als die letzten Pächter vor einigen Jahren aus Altergründen schlossen, suchte die Erbengemeinschaft einen Käufer. Die Zukunft schien ungewiss, doch den Bürgern war ihr Wahrzeichen so ans Herz gewachsen, dass sich eine Initiative bildete. Dass die über Spendengelder finanzierte Stiftung Strahlenburg die Gebäude Anfang des Jahres erwerben konnte und diese damit für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, ist eine besondere Erfolgsgeschichte. Ein Bericht ist über den SWR verfügbar.

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