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Die Wasserversorgung von Waldenburg

Ausschnitt aus der Karte des Waldenburger Forsts von Johann Heinrich Wagner, um 1784, Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 395

Ausschnitt aus der Karte des Waldenburger Forsts von Johann Heinrich Wagner, um 1784, Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 395, gemeinfrei

Die Karte des Waldenburger Forsts, angefertigt von Johann Heinrich Wagner um 1784, zeigt neben Gehölzen und Feldern mehrere Ortschaften, Weiler sowie Verbindungswege, kleine Wasserläufe und Seen. Das Städtchen Waldenburg erscheint als Panorama mit interessanten Details, so die Stadtbefestigung, das Schloss und die Stadtkirche, außerdem eine Besonderheit, den „Waldenburger Brunnen“ am Fuß des Bergsporns, der über eine getreppte Staffel mit dem Ort verbunden ist. Während der Wasserreichtum der Umgebung ausreichte, künstliche Fischteiche in größerer Anzahl anzulegen - einige sind bis heute erhalten - gab es im Ort lange Zeit keinen Brunnen. Planungen zur Verbesserung der Situation liegen aus der Zeit um 1600 vor. So haben sich Entwürfe zur Errichtung eines Brunnenturms und einer Wasserleitung erhalten, vorgelegt von Johann Kretzmaier aus Stuttgart. Zwei andere Vorschläge, ebenfalls mit Wasserleitung und –turm, stammen von Heinrich Schickhardt, der als deutlich günstigere Alternative ein Brunnenhaus bei der Stadt anbot. Der Bau der Leitung sollte erst Jahrhunderte später umgesetzt werden. Bis zum Beginn des 20. Jh. quälten sich Bewohner und eigens tätige Wasserträger die nicht enden wollende Staffel hinauf. Daneben gab es Zisternen zum Auffangen von Regenwasser. Die Schlossbewohner deckten ihren Bedarf aus einer Quelle bei der weiter entfernten Ziegelhütte per Tankwagen. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde von dort eine Wasserleitung verlegt und ein Hochbehälter eingerichtet, der mithilfe einer Pumpe zu befüllen war. Da diese elektrisch betrieben wurde, existierte spätestens um 1911/12 auch eine Stromversorgung. Heute erinnert das Brunnentörle am oberen Ende der erhaltenen Staffel an die Strapazen vergangener Zeiten und bietet einen schönen Ausblick in die Umgebung. Die gesamte Karte finden Sie online im Landesarchiv BW - Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein

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