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Drei Seen, Schwarzwaldhäuser und ein Bahnhof im Abseits

Die „Ewigkeitsbahn“ von Titisee nach Seebrugg

Die Dreiseenbahnbrücke beim Bahnhof Schluchsee, aufgenommen von Willy Pragher im Mai 1975, Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 102891b, CC BY 4.0

Die Dreiseenbahnbrücke beim Bahnhof Schluchsee, aufgenommen von Willy Pragher im Mai 1975, Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 102891b, CC BY 4.0.

Die heutige Dreiseenbahn im Hochschwarzwald hat eine besondere Geschichte. Die nur rund 20 km lange Bahn führt am Titisee vorbei über den Windgfällweiher und entlang des Schluchsees durch eines der reizvollsten Gebiete der Region. Den Spitzname „Ewigkeitsbahn“ erhielt sie in den Anfangsjahren angesichts der Frage, ob die Strecke je freigegeben würde. In der Tat vergingen 18 Jahre von den ersten Planungen 1908 bis zur Eröffnung 1926. Die Überlegungen von 1908 sahen eine Trasse von Villingen über Titisee und St. Blasien bis zum Hochrhein vor. Das Vorhaben scheiterte zunächst wegen bürokratischer Hürden. Zwei weitere Varianten sollten Schluchsee und Häusern bzw. Menzenschwand und Bernau einbeziehen, wobei im zweiten Fall ein Abzweig am Schluchsee entlang nach Seebrugg vorgesehen war. Indessen hatte sich die finanzielle Situation in Baden verschlechtert. Trotzdem wurde heftigst diskutiert, zumal St. Blasien darauf drängte, endlich ans Netz angeschlossen zu werden. Nach dem Entscheid zugunsten der ersten Variante begannen 1913 Arbeiten am Bahnhof Titisee, wo die Gleise von der Höllentalbahn abzweigen. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der nachfolgenden Krisenjahre ruhte das Vorhaben, bis es die Reichsbahn 1920 wieder in Angriff nahm. Als die Strecke 1924 fertiggestellt war, kam es abermals zum Stillstand, bis 1926 auch die Hochbauten errichtet werden konnten. Die neue Linie sollte dazu beitragen, den kriselnden Fremdenverkehr wiederzubeleben. Die bereits begonnene Weiterführung nach Häusern und St. Blasien hingegen scheiterte an der neuerlichen Wirtschaftskrise. Ein Kuriosum ist das Bahnhofsgebäude von St. Blasien, an dem niemals ein Zug ankam.

Durch die überregionale Anbindung sind die Haltepunkte im Sommer wie im Winter beliebte Ausflugsziele. Nicht nur die Umgebung, auch die an Schwarzwaldhäuser erinnernden Bahnhofsgebäude machen die Strecke zu einem touristischen Highlight. Dass sie weiterhin existiert, ist der IG 3-Seenbahn e. V. zu verdanken, die die drohende Stilllegung in den 1970er Jahren verhinderte. In diesem Jahr kann das 100-jährige Bestehen der Bahn gefeiert werden.

  • Angebote zu Dampflok- und Nostalgie-Fahrten sowie alle weiteren Infos gibt es auf der Website des Vereins .
  • Weitere Bilder finden Sie nach Eingabe der Stichworte Dreiseenbahn und Willy Pragher in die zentrale Suchleiste auf der Startseite von LEO-BW.
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