null

Karlsruhe und die Rheinhäfen - zum 125. Jubiläum

Der alte Rheinhafen mit Bahnhof, Altrheinschleife, den Rheininseln und dem Landsitz Maximilians Aue auf der Badischen Gemarkungskarte von Knielingen (Ausschnitt), 1869. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK H-1 Nr. 961, gemeinfrei.

Der alte Rheinhafen mit Bahnhof, Altrheinschleife, den Rheininseln und dem Landsitz "Maximilians Aue" auf der Badischen Gemarkungskarte von Knielingen (Ausschnitt), 1869. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK H-1 Nr. 961, gemeinfrei.

Das 1715 gegründete Karlsruhe lag zwar in der Nähe des Rheins, jedoch nicht unmittelbar am Fluss. Deshalb verfügte es auch lange über keinen eigenen Hafen. Abhilfe schaffte zunächst der kleine, seit Mitte des 18. Jh. bestehende Hafenplatz im Örtchen Schröck. Seit dem späten Mittelalter bestand dort eine Fährverbindung, die auf der Großen kurpfälzischen Rheinstromkarte, entstanden um 1590, abgebildet ist. Anfang des 19. Jh. wurde das Hafenbecken verlegt und mit neuen Anlagen versehen. 1833 erhielt der Ort den Namen des regierenden Großherzogs Leopold. Durch die ständige Versandung sowie der Eröffnung der Hafenanlagen bei Knielingen verlor der Schiffsverkehr in Leopoldshafen seine Bedeutung. Heute liegt der mit Eggenstein vereinigte Ort an einem Altrheinarm des begradigten Stroms, der in etwa einem Kilometer Entfernung vorbeizieht.

Bei Knielingen, wenige Kilometer südlich, entstand bis 1865 der Hafen Maxau, der über eine Bahnverbindung an Karlsruhe angeschlossen wurde. Namensgeber für Maxau war Markgraf Maximilian von Baden (1796-1882), der 1835 drei Rheininseln einschließlich eines dort befindlichen Hofguts erwarb. Dessen Benennung „Maximilians Aue“ wurde zu Maxau verkürzt. In dem heute noch bestehenden Gebäude befindet sich das Knielinger Museum. Das Güteraufkommen des Hafens wuchs kontinuierlich, bis Ende des 19. Jh. die Kapazitätsgrenze erreicht war. Ungünstige geographische Verhältnisse standen dem Ausbau zu Wasser und an Land entgegen. Stattdessen entschieden sich die Zuständigen für eine südlich anschließende weiter Hafenanlage, die 1901 den Betrieb aufnahm. Der alte Maxauer Hafen dient heute als Sport- und Yachthafen.

Der an der Wende zum 20. Jh. entstandene Rheinhafen verfügt über einen rechtwinklig vom Rhein abzweigenden Stichkanal, ursprünglich mit Nord- und Südbecken. Die Eröffnung fand am 1. Mai 1901 statt. In den folgenden Monaten wurden Werft-, Lager- und Verwaltungsgebäude sowie Hebe- und Transporteinrichtungen fertiggestellt. Die offizielle Einweihung erfolgte am 27. Mai 1902 zusammen mit den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich I. Als Erweiterungen kamen ab 1910 eine Verlängerung für das kleine Nordbecken, bis 1916 ein erstes und Mitte der 1930er Jahre ein zweites Südwestbecken hinzu. Nach wirtschaftlichen Einbußen durch Krisen und die beiden Weltkriege, wozu auch die Zerstörungen der Jahre 1942 sowie 1944/45 zählen, ist der Karlsruher Rheinhafen heute einer der führenden europäischen Binnenhäfen.

Ausführliche Infos

00

Weitere Blogeinträge

Suche

LEO-BW-Blog

Logo LEO-BW-Blog

Herzlich willkommen auf dem LEO-BW-Blog! Sie finden hier aktuelle Beiträge zu landeskundlichen Themen sowie Infos und Neuigkeiten rund um das Portalangebot. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu den einzelnen Posts.

Über den folgenden Link können Sie neue Blog-Beiträge als RSS-Feed abonnieren: 

https://www.leo-bw.de/web/guest/blog/rss