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Unter Schafen - aus der Reihe "Auf alten Karten"

Rinderfeld, Augenschein in einem Rechtsstreit, 1575 (Ausschnitt); Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 349 gemeinfrei.

Rinderfeld, Augenschein in einem Rechtsstreit, 1575 (Ausschnitt); Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 349 gemeinfrei.

Die Schafskälte ist hoffentlich vorbei. Anlässlich dessen gibt es heute zwei Karten aus dem Hohenlohe-Zentralarchiv, die auf die früher nicht unbedeutende Schafhaltung hinweisen. Das erste Beispiel führt in die ländliche Tauberregion. Die Karte, die um 1575 anlässlich eines Rechtsstreits entstand, zeigt mehrere Siedlungen, darunter Rinderfeld, Ebertsbronn, Wermutshausen und Streichental. Heute gehören sie als Teilorte bzw. Wohnplätze zu Niederstetten im Main-Tauber-Kreis. Zusätzlich sind mehrere Nutztiere erkennbar. Passend zu Rinderfeld erscheinen drei der namensgebenden Vierbeiner in detaillierte, fast humoristischer Darstellung auf einer Wiese. Damit nicht genug, wurden zwei Schafherden ergänzt. Während sich die eine auf einem Acker dicht zusammendrängt, wird die andere von einem Hirten vorwärtsgetrieben. Dazwischen sind Grenzmarkierungen erkennbar. Weitere Schafe haben sich auf einem Weg im Abseits verirrt. Die Kartenbeschreibung des HZAN gibt keine Auskunft über den Rechtsstreit, doch könnte die Nutzung der Wege durch die Tiere eine Rolle gespielt haben. Oft mussten fremde Besitzungen durchquert werden, wobei die gekennzeichneten Wege nicht verlassen werden durften. Geschah es trotzdem, häufiger und womöglich unter „Abgrasen“ einer ganzen Weide, konnte das gravierende, sogar existenzielle Folgen haben. Auseinandersetzungen in Sachen Viehtriebs waren daher nicht ungewöhnlich. Die Karte ist online verfügbar.

Schaftriebsbezirk des Hohenlohe-Pfedelbachischen Schäfers in Herrenzimmern?, 1679 (Ausschnitt); Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 1241 gemeinfrei.

Schaftriebsbezirk des Hohenlohe-Pfedelbachischen Schäfers in Herrenzimmern?, 1679 (Ausschnitt); Quelle: Landesarchiv BW, HZAN GA 100 Nr. 1241 gemeinfrei.

Im zweiten Beispiel geht es um einen ganzen Schaftriebsbezirk. Dieser ist auf einer Karte dargestellt, die 1679 entstand. Hier wird auch der Zeichner Joachim Georg Creuzfelder genannt. Anlass der Karte waren Streitigkeiten zwischen den hohenlohischen Häusern Pfedelbach und Weikersheim. Vermutlich zeigt die Ansicht den Bezirk des Schäfers von Herrenzimmern. Zu den weiteren eingezeichneten Orten gehören Laudenbach, Zaisenhausen, Adolzhausen, Herbsthausen, Weikersheim und Apfelbach. Das LEO-BW-Ortslexikon vermeldet, dass der Ort Apfelbach ursprünglich aus drei Siedlungen bestand, die 1224 erwähnt werden, später dann nur noch zwei. Im 18. Jh. ist von Apfelbach und Oberapfelbach die Rede. Die Karte entspricht dieser Entwicklung. Das 1373 erwähnte „Mitteln Appfelbach das Dorf“ erscheint hier in verfallenem Zustand. Unterapfelbach mit Kirche übertrifft das obere Apfelbach an Größe. Von diesem blieb der Apfelhof, während das alte (Unter-)Apfelbach heute zu Bad Mergentheim gehört. Auch diese Karte ist online einsehbar.

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