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Vicky Baum in Mannheim

Mannheim um 1900, vom Wasserturm aus gesehen. Vicky Baum lebte mit ihrer Familie in der Nähe des Wasserturms im Haus Friedrichsring 2a. Das Gebäude ist nicht mehr erhalten. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK 69 Baden, Sammlung 1995 F I Nr. 227, 3, Lizenz CC BY 4.0.

Mannheim um 1900, vom Wasserturm aus gesehen. Vicky Baum lebte mit ihrer Familie in der Nähe des Wasserturms im Haus Friedrichsring 2a. Das Gebäude ist nicht mehr erhalten. Quelle: Landesarchiv BW, GLAK 69 Baden, Sammlung 1995 F I Nr. 227, 3, Lizenz CC BY 4.0.

Die Schriftstellerin Vicky Baum kam am 24. Januar 1888 in Wien zur Welt. Für die Verfilmung ihres erfolgreichsten Romans „Menschen im Hotel“ ging sie 1931 nach Hollywood. Weniger bekannt ist, dass Mannheim zu ihren Lebensstationen zählte, wo sie mit ihrer Familie von 1924 bis 1926 wohnte.

Vicky, ursprünglich Hedwig Baum, hatte zunächst eine Ausbildung als Musikerin absolviert und als Harfenistin gearbeitet. Nach ihrer ersten Ehe mit dem Schriftsteller und Journalisten Max Prels ging sie 1913 nach Darmstadt. Ihr erstes Buch „Frühe Schatten“ erschien 1914, bereits unter dem Namen Vicky Baum. Nach der Heirat mit dem Dirigenten Richard Lert wurden 1917 und 1921 die beiden Söhne geboren. Die Familie wohnte zunächst in Kiel, dann in Hannover. Vicky Baum gab ihren Beruf als Musikerin auf und widmete sich dem Schreiben. Die Romane „Der Eingang zur Bühne“ und „Die Tänze der Ina Raffay“ von 1920 bzw. 1921 stießen auf beachtliches Interesse.

1924 erhielt Richard Lert eine Stelle als Generalmusikdirektor am renommierten Mannheimer Nationaltheater. Ihrem neuen Wohnort brachte Vicky Baum wenig Sympathie entgegen. Die Stadt und ihre Einwohner empfand sie als antiquiert, die Verhältnisse erinnerten an das elitäre Wien des 19. Jh. Doch fand sie in dieser Gesellschaft sowie in den ihr offenstehenden Kreisen von Kunstschaffenden viele Anregungen. Das damalige Park-Hotel am Wasserturm könnte ein Vorbild für den Schauplatz ihres bekanntesten Werks „Menschen im Hotel“ gewesen sein, das 1929 veröffentlich wurde. Und auch Mannheim blieb nicht unbeeinflusst von zeitgenössischen Strömungen. 1925 öffnete die Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ unter Kunsthallendirektor Gustav Friedrich Hartlaub. Vicky Baum entwickelte vor diesem Hintergrund den für sie charakteristischen Schreibstil.

Nach einem weiteren Umzug begann Vicky Baum als Redakteurin für den Ullstein-Verlag in Berlin zu arbeiten. 1927 erschien der Roman "Feme", in dem der Mord an Walter Rathenau thematisiert wird, ein Jahr später „Stud. chem. Helene Willfüer“. Die Geschichte einer alleinerziehenden Frau, die es schafft sich als Chemikerin durchzusetzen, wurde ein überwältigender Erfolg und spiegelt den Wandel des Frauenbilds in der Weimarer Republik. 1931 ging Vicky Baum nach Hollywood, wo „Menschen im Hotel“ verfilmt wurde. Anschließend ließ sie sich in Kalifornien nieder. Von den Nationalsozialisten wurde das Werk der jüdischstämmigen Autorin verspottet, ihre Bücher fielen Verbrennungsaktionen zum Opfer. Vicky Baum starb 1960 in Los Angeles.

Den ausführlichen Beitrag zu Vicky Baum in Mannheim finden Sie im Blog des Marchivum.

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