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Weinbrenner-Jahr 2026

Der Marktplatz in Karlsruhe, Lithographie nach einer Zeichnung von L. Heiss, 1828, Quelle: Landesarchiv BW, GLAK J-B Karlsruhe 74, gemeinfrei.

Der Marktplatz in Karlsruhe, Lithographie nach einer Zeichnung von L. Heiss, 1828, Quelle: Landesarchiv BW, GLAK J-B Karlsruhe 74, gemeinfrei.

Die von Friedrich Weinbrenner entworfenen klassizistischen Bauten prägen Karlsruhe bis heute. 2026 ist sowohl das Jahr seines 200. Todestages als auch das seines 260. Geburtstags.

Friedrich Weinbrenner wurde am 24. November 1766 als Sohn einer ursprünglich hohenlohischen Zimmermannsfamilie in Karlsruhe geboren. Der Tradition folgend, erlernter er ebenfalls diesen Beruf und besuchte außerdem das Lyzeum in Karlsruhe. Nach einigen Jahren als Bauleiter begann er ab 1790 Architektur zu studieren, zunächst in Wien, dann in Dresden. Vertreter des Klassizismus und ihre an der antiken Baukunst orientierten Ideale lernte er im folgenden Jahr in Berlin kennen. 1792 reiste Friedrich Weinbrenner zu Studienzwecken nach Italien. Neben Rom und der dort ansässigen deutschen Künstlergemeinde besuchte er Ausgrabungsstätten wie Pompeji und Herculaneum. Seine Gebäude-Rekonstruktionen, die auf Grundlage antiker Texte entstanden, machten ihn einem größeren Personenkreis bekannt. Etliche Entwürfe, die Weinbrenner in dieser Zeit zu Papier brachte, sollten später in Karlsruhe umgesetzt werden.

1797 kehrte Friedrich Weinbrenner nach Karlsruhe zurück. 1798 heiratete er Margaretha Salome Arnold in Straßburg. Ab 1800 lebte das Paar ständig in Karlsruhe. Weinbrenner übernahm die Leitung einer Bauschule und wurde Badischer Baudirektor. Die Bauschule kam 1825 zur neu gegründeten Polytechnischen Schule, Vorgängerin der Uni Karlsruhe bzw. des KIT. Zu den bekanntesten Arbeiten Weinbrenners gehört die Gestaltung des Karlsruher Marktplatzes mit Evangelischer Stadtkirche und Rathaus. Das Ensemble wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Teilen rekonstruiert. Für seinen weiteren Hauptwirkungsort Baden-Baden entwarf Weinbrenner das damalige Konversationshaus, von dem im heutigen Kurhaus nur Bereiche des Mittelbaus erhalten sind. Außerdem legte er Straßenzüge fest und beschäftigte sich mit der Entwicklung des Bäderviertels. Friedrich Weinbrenner setzte sich außerdem für Erhalt und Wiederaufbau historischer Gebäude ein. Er starb am 1. März 1826 in Karlsruhe. Der Weinbrenner-Stil wurde von seinen Schülern weiter gepflegt, darunter der Neffe Johann Ludwig Weinbrenner (1790-1858).

Von Friedrich Weinbrenner entworfene Gebäude, wie das Markgräfliche Palais, das Rathaus oder die Evangelische Stadtkirche in Karlsruhe, strahlen zurückhaltende Eleganz aus. Andere Bauten im „Weinbrenner-Stil“ erscheinen mehr zweckmäßig und nüchtern. Hier kam die Schlichtheit dem Gebot zur Sparsamkeit in nicht gerade üppigen Zeiten entgegen. Viele erhaltenen Gebäude der Weinbrenner-Schule wurden durch Kriegs- oder andere Einwirkungen verändert. Einen Überblick mit interaktiver Karte stellt die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft zur Verfügung. Dort finden Sie auch das Veranstaltungsprogramm zum Jubiläumsjahr. In der Kunsthalle Karlsruhe ist eine Studioausstellung mit Zeichnungen Weinbrenners zu sehen, darunter Pläne für das damals wegweisende Hoftheater, das Markgräfliche Palais sowie phantastische Architektur. Die Präsentation wird ergänzt durch digitale Rekonstruktionen. Ein Gebäudeverzeichnis ist im Stadtwiki Karlsruhe veröffentlicht.

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