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Zu Ostern nach Bodman – eine Köngispfalz am Bodensee

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bodman auf der Terrasse der ehemaligen Königspfalz am Bodenseeufer, Aufnahme von Willy Pragher, 1972. Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 097125c. Lizenz CC BY 4.0.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bodman steht auf der Terrasse der ehemaligen Königspfalz am Bodenseeufer, im Vordergrund der Schlosspark. Aufnahme von Willy Pragher, 1972. Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 097125c. Lizenz CC BY 4.0.

Bis zur Entstehung ständiger Residenzen zogen die mittelalterlichen Herrscher samt Gefolgsleuten übers Land, um ihren Einfluss auszuüben. Aufenthaltsorte der fränkischen und deutschen Könige waren eigene Güter, später auch Reichsabteien sowie Bischofssitze, schließlich Städte. Aus den anfänglich kleinen Königsgütern entwickelten sich repräsentative Pfalzen. Ein gut erhaltenes Beispiel ist die Anlage in Wimpfen aus staufischer Zeit. Über 50 Niederlassungen existierten im heutigen Baden-Württemberg, so etwa in Heilbronn, Esslingen oder Schwäbisch Hall. Zu den frühesten zählte die ab dem 9. Jh. durch Grabungen nachweisbare Pfalz in Bodman, heute Bodman-Ludwigshafen. Die dort in der Zeit von 879 bis 912 ausgestellten Urkunden belegen die Bedeutung des Ortes, von dem aus Konstanz, Reichenau und St. Gallen gut zu erreichen waren. Die Region am See mit ihren Zentren bildete den Übergang zum Oberrhein und dem Weg über die Alpen nach Süden.

Die Pfalzanlage von Bodman lag auf einer Terrasse über dem Bodenseeufer. Heute befindet sich hier die Pfarrkirche. Grabungen lassen auf einen Saal, Wohntrakt und Wirtschaftsgebäude schließen, wobei der Wirtschaftshof vermutlich früher bestand. In Quellen des 9. Jh. taucht der Name Bodensee im Zusammenhang mit Bodman auf. Eine Darstellung von 848 besagt, dass sich Grimold, einer der ersten Ellwanger Mönche, am "See Podomus“ im Hof des Königs Pippin aufgehalten habe. Während die ältere Geschichtsschreibung den See mit Bregenz - Lacus Raetiae Brigantinus - in Verbindung brachte, kommt nun die Bezeichnung „lacum Potamicum“ oder „lacum Podamicum“ ins Spiel. Die Herrscher besuchten Bodman gerne zu kirchlichen Hochfesten wie Ostern oder Weihnachten, was die Bedeutung der Pfalz unterstreicht. Im April 839 kam Ludwig der Fromme, im April 857 Ludwig der Deutsche. Karl III. weilte gleich mehrmals „ad Potamum palacio imperiali“, etwa zu Ostern 884 und 887. Nach seiner Absetzung im selben Jahr wurde das nur einige Wegstunden entfernte Neudingen sein Wohnsitz. Er starb dort im Jahr 888 und wurde auf der Reichenau beigesetzt. Anfang des 10. Jh. verlor die Pfalz Bodman an Bedeutung. Der Besitz ging in andere Hände über.

Ein ausführlicher Text über die Geschichte der Pfalz Bodman wird vom Museum Bodman zur Verfügung gestellt.

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