Trinkgefäß: Stadtwächter von Konstanz 

Datierung :
  • um 1600  [Herstellung]
Ortsbezüge (Werk):
Objekttyp: Trinkgefäß
Weitere Angaben zum Werk: Höhe: 25 cm (Figur), Höhe: 32 cm (Gesamt), Gewicht: 740 g [Maße]
Kurzbeschreibung: Die vollplastische, teilvergoldete Silberfigur in Form eines Stadtwächters ist in zeit- und berufstypischer Weise gekleidet. Sie trägt ein Barett mit Stadtwappen, Kopfhaube, Brustharnisch, Waffenrock und Stulpenstiefel. Die Hellebarde dient gleichermaßen als Waffe und Symbol des Amtes. Der abnehmbare Hut und die Innenvergoldung verweisen auf die Funktion eines Trinkspiels. In vielerlei Hinsicht ist diese Figur einzigartig. Keine zweite ist bisher bekannt, die dieses Thema, das im 19. Jahrhundert bis zum Überdruss strapaziert wurde (Spitzweg u. ä.), bereits um 1600 verbildlicht. Die Figur stellt einen Stadtwächter der Stadt Konstanz dar, die so genannte Scharwache. Sie rekrutierte sich aus ehrbaren Bürgern der Konstanzer Handwerkszünfte. Ihre Aufgaben waren Gefahren abzuwenden, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, Feuer zu melden und Zölle zu erheben. Im Kriegsfall verteidigten sie einen bestimmten Abschnitt der Stadtmauer. Die Silberfigur ist aber nicht nur als Symbol der zünftigen Selbstverwaltung einer Stadt und als Bestandteil eines Zunftsilbers zu verstehen; sie stellt darüber hinaus eine seltene Sonderform der berühmt berüchtigten Trinkspiele jener Jahrzehnte dar, die bei bestimmten offiziellen wie auch geselligen Anlässen zum Einsatz kam. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind die nicht ohne Selbstironie bäuerlich bzw. närrisch gestalteten Hände und das Gesicht. Darüber hinaus ist mit dieser Figur die bisher einzige erhaltene Goldschmiedearbeit des Konstanzer Leonhard Han (tätigt 1587-1627) bekannt geworden, der bis dato nur archivarisch nachweisbar war.
Quelle/Sammlung: Kunst- & Kulturgeschichte - Metall
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: 2005/1830 [Inv.Nr.]
Weiter im Partnersystem: http://swbexpo.bsz-bw.de/blm/

Schlagwörter: Wächter, Trinkspiel
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