Freiburg, Dominikanerinnen St. Maria Magdalena (zu den Reuerinnen)
| Kurzbeschreibung: | 1273 erste Erwähnung (Reuerinnen) – spätestens 1316 Inkorporation in den Dominikanerorden – 1694 Anschluss an das Neukloster Adelhausen Patrozinium: Maria MagdalenaOrdensgliederung: Provinz Teutonia, Nation AlsatiaKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: sorores Penitentes aput Friburg (1273);1 Ruewerinan (1280);2 sorores sancte Marie Magdalene (1289);3 priorin und convent der swestern ze sancte Marien Magelenen (1291)4 GeschichteAm 26. April 1273 vermachte Rudolf Hagin den sororibus penitentibus aput Friburg Güter in Herdern.5 Damit wird das Freiburger Reuerinnenkloster erstmals urkundlich greifbar. Gegründet wurde es womöglich bereits vor 1247.6 Spätestens 1280 besaß die außerhalb der Stadtmauern lokalisierte Gemeinschaft das Freiburger Bürgerrecht.7 1289 erfolgte die erste Aufnahme in den Dominikanerorden und die Unterstellung unter die Leitung der Freiburger Dominikaner.8 Bereits einige Jahre später war das Kloster jedoch wieder zum Reuerinnenorden zurückgekehrt.9 Erst 1316 war die Inkorporation in den Dominikanerorden nach mehreren Wechseln abgeschlossen und der Provinzialprior der Teutonia, Egino von Staufen, legte einen Numerus Clausus von 30 Schwestern fest.10 Mit dieser Beschränkung war St. Maria Magdalena ein eher kleines Kloster, dessen Schwesternschaft sich größtenteils aus Angehörigen zünftiger Freiburger Handwerksfamilien rekrutierte. Auch nach der Inkorporation in den Dominikanerorden behielt das Kloster den Beinamen »zu den Reuerinnen«. Im Mai 1465 wurde mit Hilfe dreier Reformschwestern aus Schönensteinbach die Observanz eingeführt. In den Jahrzehnten nach der Reform traten vermehrt stadtfremde Schwestern in St. Maria Magdalena ein und der Konvent vergrößerte sich. 1503 bezog Hans von Schönau als Pfründner ein Haus neben der Klosterkirche und lebte bis zu seinem Tod 1527 in St. Maria Magdalena. In diesem Zeitraum wurden im Kloster drei neue Anniversarien angelegt, in denen Hans von Schönau einen prominenten Platz einnimmt.11 Die Einträge darin zeugen außerdem von umfangreichen Aus- und Neubauten der Klosteranlage, die ab den 1470er Jahren vorgenommen und zu einem großen Teil durch Stiftungen finanziert wurden. 1525 erlitt das Kloster im Zuge des Bauernkrieges Schäden, Teile des Archivs und der Bibliothek wurden wohl an einen nicht bekannten Ort evakuiert.12 1644 wurde die Klosteranlage im Zuge des Dreißigjährigen Krieges völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Daraufhin wurde St. Maria Magdalena 1651 mit →St. Katharina in der Wiehre zusammengelegt, 1694 folgte der Zusammenschluss zum →Adelhauser Neukloster. Mit den Vereinigungen der Klöster verschmolzen auch deren Archiv- und Bibliotheksbestände. 1450 und 1456 legte der damalige Schaffner des Klosters, Nikolaus Pflüger, zwei fast identische Urbare an, die von Besitzungen und Zinseinnahmen des Klosters in und um Freiburg zeugen.13 Neben Freiburg bildete die Kaiserstühler Region einen Schwerpunkt. Eine wichtige Einnahmequelle stellten außerdem Geld- und Sachstiftungen, meist zum Zweck einer Jahrzeit, dar. Besonders Hans von Schönau leistete mit seinen zahlreichen Stiftungen sowie seinen testamentarischen Verfügungen, in denen er das Kloster großzügig bedachte, einen zentralen Beitrag zu dessen wirtschaftlicher Stabilisierung. Nichtsdestotrotz verschlechterte sich die finanzielle Situation des Klosters seit dem 16. Jahrhundert. Die Reform wurde auch in St. Maria Magdalena von einem gesteigerten Schreibbetrieb im Kloster begleitet. In den 1470er Jahren fertigte die Reformschwester Elsbeth Töpplin, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Freiburger Frauenklöstern, zahlreiche liturgische Bücher an, später entstanden auch volkssprachige Gebets- und Predigthandschriften, darunter insbesondere Schriften von Johannes Meyer und Johann Geiler von Kaysersberg.14 Aus diesem Zeitraum sind auch einige gut erhaltene Konventssiegel und Amtssiegel der Priorin überliefert.15 Bau- und KunstgeschichteDas Kloster lag in einem von der Befestigung der Neuburg ausgesparten Winkel, am Übergang zur Befestigung der Lehener Vorstadt. Dies spricht für einen Bestand der Anlage vor der Befestigung der Vorstädte zwischen 1260 und 1282. Heute ist die ca. 12.000 m² große Fläche des Klosters im Bereich Friedrichring 25–37, Katharinenstraße 1–5 und Merianstraße 24–30 überbaut. Im Großen Sickingerplan von 1589 ist die schlichte Klosterkirche, mit einem Langchor und Dachreiter zwischen Chor und Langhaus, parallel zum mittelalterlichen Stadtgraben dargestellt. Die um einen Innenhof gruppierten Konventsbauten schließen nördlich daran an. Im Osten und Norden befanden sich Garten und Hof. Die ummauerte Anlage war durch ein in einen Vorhof führendes Tor von Westen her zugänglich. Das Kloster verfügte über einen von einer Deichelleitung gespeisten Laufbrunnen, der um 1500 schriftlich erwähnt wurde. Die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Klosteranlage wurde beim Bau der barocken Stadtbefestigung nach 1677 abgebrochen. Nur noch einige Elemente der ehemaligen Ausstattung sind erhalten geblieben, darunter eine Statue der Maria Magdalena, um 1250 (Abb. 2). BibliographieHandbücher und Lexika: KB Freiburg Bd. 1,2, S. 924 (Wolfgang Stülpnagel); kloester-bw, Dominikanerinnenkloster St. Maria Magdalena Freiburg (Madlen Doerr). Literatur: Schwineköper 1974; Denne 1997; Bock/Böhler 1998; Henze 2006 (b); Doerr 2012; Bock 2016. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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