Freiburg, Dominikanerinnen St. Katharina von Siena »Regelhaus am Graben«
| Kurzbeschreibung: | 1419 Dominikanerterziarinnen – 1644 Zerstörung der Niederlassung am Stadtgraben – 1663 Eröffnung einer Mädchenschule – 1701 Bau einer Kapelle – 1745 schwere Schäden infolge des Angriffs der Franzosen auf die Stadt Freiburg – 1745/1755 Aufnahme in den zweiten Orden der Dominikaner – 1786 Zusammenlegung mit dem Kloster Adelhausen. Patrozinium: Katharina von SienaOrdensgliederung: 1730 mit anderen Drittordenshäusern als Kongregation des 3. Ordens dem oberdeutschen Provinzial des Dominikanerordens unterstelltKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | GeschichteAufgrund des vollständigen Verlustes aller Urkunden, ist die Geschichte des Regelhauses am Graben nur noch schwer zu rekonstruieren. Sehr wahrscheinlich ist die Sammlung aus einem älteren Regelhaus hervorgegangen, möglicherweise aus dem 1316 gestifteten →Regelhaus der »Turnerin«, das mit den Predigern in Verbindung stand.4 Im Jahr 1419 nahmen sie die Drittenordensregel an, was einer der frühsten Belege für diesen Vorgang ist.5 Die Dominikaner verfügten erst seit 1405 über eine Drittordensregel. Den Anstoß dazu gab zu Beginn des 15. Jahrhunderts der Sieneser Dominikaner Tommaso Caffarini. Innerhalb der deutschen Ordensprovinz war sie zunächst nur einigen Vertretern der Observanz bekannt.6 Die »Gräberinnen« waren vermutlich hauptsächlich tätig im Totendienst und in der Krankenpflege. Außerdem webten sie und stellten Kerzen zum Verkauf her. 1663 konnten sie endlich gegen den anfänglichen Widerstand des städtischen Schulmeisters eine eigene deutsche Schule für den Unterricht von Mädchen eröffnen. Es handelte sich um die erste Mädchenschule der Stadt Freiburg, für die 1692 ein Neubau in der Nähe der Predigerhofstatt errichtet wurde. In unmittelbarer Nähe befand sich die 1701 errichtete Kapelle des Klosters.7 1730 werden die Schwestern noch erwähnt im Verzeichnis des Dritten Ordens der neugegründeten »Süddeutschen Kongregation« der (»sächsischen«) Ordensprovinz.8 Wenig später wird aber ersichtlich, dass das Terziarinnenkloster die Aufnahme in den zweiten Orden des Dominikanerordens anstrebte, was dann auch 1745/55 vom Orden bewilligt wurde, obwohl das Kloster wegen der Schule keine strenge Klausur einhalten konnte.9 Erkennbar wird diese Entwicklung bereits 1749 bei der Weihe der Kirche und der Konsekration ihrer Altäre. Vielleicht gab der Hochaltar mit dem Gekreuzigten im Zentrum und den Seitenfiguren des Hl. Dominikus und der Hl. Katharina von Siena, Anlass zur Neubenennung des Grabenkloster nach der Schutzpatronin des Dritten Ordens. Nach der Vereinigung des Grabenklosters mit Adelhausen 1786 kam die Figur des Gekreuzigten in das Neukloster Adelhausen.10 Die Zeit des Überganges vom Terziarinnenkloster zum Dominikanerinnenkloster wird dokumentiert durch die ausführlichen Notizen der Schwester M. Theresia Volk (1683–1749), der späteren Priorin, die im Jahr 1703 beginnen und nach ihrem Ableben von Mitschwestern fortgesetzt werden bis zum Jahr 1786, als das Kloster mit Adelhausen zusammengelegt wurde.11 Eine Reihe von Handschriften aus dieser Zeit gibt zusätzlich Auskunft über die geistigen Bestrebungen des ehemaligen Terziarinnenklosters. 1707 wurde das Kloster dank eines Privilegs von Papst Clemens XI. (1700–1721) Versammlungsort der Heiligkreuz-Bruderschaft.12 Bau- und KunstgeschichteDas Dominikanerinnenkloster St. Katharina von Siena lag in der Lehener Vorstadt. Im Großen Sickingerplan von 1589 ist die schlichte Kirche mit einem Dachreiter und einem Konventsflügel dargestellt (Abb. 1). Das Kloster wurde im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und wurde zunächst in mehrere Häuser in der heutigen Eisenbahnstraße verlegt. Die Reste der Anlage wurden beim Bau der barocken Festung ab 1677 abgetragen. Das ca. 1.400 m² große Gelände des ehemaligen Klosters im Bereich Eisenbahnstraße 39–41 und Poststraße 2 ist heute dicht überbaut. Als einziges Ausstattungsstück dieser Kapelle ist heute in den Beständen des Augustinermuseums eine gotische Christus-Figur – ursprünglich ein Bestandteil des Hochaltars – erhalten. BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Regelhaus »zur Turnerin« Freiburg (Madlen Doerr); kloester-bw, Dominikanerinnenkloster St. Katharina von Siena/ »auf dem Graben« Freiburg (Martina Wehrli-Johns). Literatur: Schmid 1987; Roecken/Brauckmann 1989; Bock 1997; Bock/Böhler 1998; Henze 2006 (a); Wehrli-Johns 2008 (b). Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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