Bretten, Kapuziner
| Kurzbeschreibung: | 1752 Gründung im Rang eines Hospizes – 1802 Aufhebung – 1847 Abbruch der gesamten Klosteranlage Patrozinium: Fidelis von SigmaringenOrdensgliederung: Rheinische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Speyer, Archidiakonat des Stiftspropstes bei St. Guido, Landkapitel Bruchsal |
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| Beschreibung: | Name: Capuziner hospitium […] und kirchlein zu Bretten (1753)1 GeschichteDas Vorhaben der Rheinischen Kapuzinerprovinz, im mehrheitlich reformierten Bretten ein Kloster zu gründen, steht mit dem letzten Willen der Gräfin Violanta Maria Theresia von Thurn und Taxis in Verbindung. Die 1734 verstorbene dritte Frau des Kurfürsten Karl III. Philipp (1716–1742) stellte den Kapuzinern 10.000 Gulden bereit, die für eine Klostergründung im Oberamt Bretten eingesetzt werden sollten. Das Projekt, das bald Bretten als Standort favorisierte, war darauf ausgelegt, zur Rekatholisierung der Kurpfalz beizutragen. Während Kurfürst Karl III. Philipp und dessen Nachfolger Karl Theodor (1742–1799) den Gründungsplan unterstützten, stieß dieser auf die Skepsis der Speyrer Oberhirten. Erst am 24. Januar 1752 kam es zwischen Kurfürst Karl Theodor und Fürstbischof Franz Christoph von Hutten (1743–1770) zu einem Konsens. Dieser enttäuschte die Kapuziner, wurde ihnen doch nur der Bau eines Hospizes zugestanden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. Mai 1752 und stellte die Niederlassung und ihre Kirche unter den Schutz des Kapuzinermärtyrers Fidelis von Sigmaringen. Das Patrozinium reflektierte das glaubenskämpferische Selbstverständnis der Ordensmänner in trikonfessionellem Umfeld. Wenngleich die missionarischen Erfolge der Kapuziner überschaubar blieben, so gelang es ihnen immerhin, sich einen Bettelbezirk zu erschließen, der das gesamte Gebiet des Brettener Amtsbezirks umfasste. Im Februar 1802 kam es zur staatlich angeordneten Aufhebung des Hospizes. Die letzten Brettener Kapuziner mussten sich ins Aussterbekloster →Mannheim zurückziehen. Bau- und KunstgeschichteDas Hospiz wurde 1752/53 auf einem dafür erworbenen Grundstück außerhalb der Stadt erbaut, unmittelbar vor dem Graben am Oberen Tor an der Straße nach Stuttgart (heute Weißhofer Straße 45). Die 1751 mit einer Planzeichnung2 beantragte Errichtung eines typischen Kapuzinerklosters mit Saalkirche, seitlicher Kapelle, Oratorien und Sakristei am Altarhaus, Psallierchor und einer dreiflügligen, um einen Kreuzgang geordneten Klausur wurde abgelehnt. Das ab Mai 1752 erbaute Hospiz war allerdings an Kirche, Konventsflügel und Umfassungsmauer nur in der Gebäudezahl, nicht in den Dimensionen reduziert; es hätte ohne Grundstückszukauf zum anfangs geplanten Bauprogramm erweitert werden können. Es fehlten die Kapelle und der kirchenferne Klosterflügel. Der straßenseitige Wirtschaftsflügel war ein offener Hof, der geplante Kreuzgang eine Gartenfläche. Die Anlage stand etwas oberhalb der Straße am Hang. Die ordenstypisch schlichte, mit einem Dachreiter versehene Kirche wurde mit Freitreppe und hoher Giebelfassade auf die Straße und den Fernblick von Südwesten ausgerichtet. Im östlich anschließenden Konventsflügel lagen im Erdgeschoss wie üblich Küche, beheizbares Refektorium, Speisekammer und ein Vorratsraum; im Obergeschoss befanden sich zwölf Zellen, seitlich des Altarraums die Infirmariezellen. Einen Kreuzgang gab es nur entlang des Altarraums und im Konventsflügel; am Kirchenschiff entlang führte ein schmaler Gang in den Wirtschaftshof. Nördlich schlossen bewirtschaftete Gartenflächen an das Kloster an. Bis zur Aufhebung wurde das Hospiz nicht vergrößert, war damals aber schon baufällig. Da Nachnutzungen als Spital oder als lutherische Kirche nicht realisiert werden konnten,3 gelangten die Gebäude 1805 zunächst in Privatbesitz und wurden 1847 durch die Stadt abgebrochen, um dort ein Schulhaus zu errichten (heute: Johann-Peter-Hebel-Schule). Die liturgische Ausstattung der Kirche ist nicht mehr nachweisbar. BibliographieHandbücher und Lexika: DI 20 (Anneliese Seeliger-Zeiss); KDM Bd. 9,1, S. 28 (Hans Rott); kloester-bw, Kapuzinerkloster Bretten (Alexander Kipphan). Literatur: Kopp-Schneider 1938; Manz 1979, S. 20–25; Schmid 1979 (e); Hümmerich 1987, S. 377–379; Martin 2001; Kipphan 2009. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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