Dominikanerinnenkloster St. Katharina in der Wiehre Freiburg 

Ortsbezüge:
Baujahr/Gründung: 1297 [1297]
Zerstörung/Aufhebung: 1651 [1651 Vereinigung mit St. Maria Magdalena Kloster Freiburg]
Beschreibung: St. Katharina im Dorf Wiehre südlich von Freiburg wurde im letzten Jahrzehnt des 13. Jh. gegründet. Das unter der Priorin Agnes Kemphin angelegte Anniversarienbuch von 1354 gedenkt einer Stifterpersönlichkeit, die identisch sein könnte mit einem Priester Thomas, der zu dieser Zeit als Mitglied des Heilig-Geist-Spitals bezeugt ist. Nach einer jüngeren Klostertradition soll hingegen Graf Egino von Freiburg das Kloster gestiftet haben. Daran ist nur soviel richtig, als Graf Egino II. als Stadtherr von Freiburg am 26. Juni 1297 dem Kloster St. Katharina "Prediger Ordens" den Besitz einer Hofstätte in der Wiehre bestätigte und Zinsbefreiung zusicherte. In dieser ältesten Urkunde des Klosters bat der Graf den Predigerorden um die Inkorporation von St. Katharina. 1303 ist das Kloster bereits in einem Verzeichnis der inkorporierten Dominikanerinnenklöster der Provinz Teutonia aufgeführt. Aber erst 1305 erteilte der zuständige Kirchherr zu Hartkirch und Adelhausen, Diethelm von Ramstein, die Zustimmung zum Klosterbau und löste die Klosterkirche kirchenrechtlich aus dem Pfarrverband. Das jüngste der drei Freiburger Dominikanerinnenklöster wurde getragen von den neuen städtischen Oberschichten. Ihnen entstammten auch die Priorinnen und zahlreiche Schwestern des Klosters. Die Bindung an den Dominikanerorden gestaltete sich weniger eng als bei Adelhausen und St. Agnes. 1379 wurde das Kloster zeitweilig der Jurisdiktion des Ordens entzogen. 1429 bestätigte Bischof Otto von Sonnenberg, dass St. Katharina der Jurisdiktion des Bischofs unterstellt war. Dabei blieb es bis zum Jahre 1500. Aufgrund dieser Tatsache konnte sich das Kloster lange erfolgreich einer Reform durch die observante Partei des Dominikanerordens entziehen. Erst 1501 machte der Orden seine Ansprüche wieder geltend und unterstellte St. Katharina einem Vikar der Reformpartei. Nach dem Konzil von Trient wurden nochmals verschiedene Versuche in diese Richtung unternommen, denen die Schwestern heftigen Widerstand entgegensetzten. Im 30-jährigen Krieg wurde das Kloster 1632 und 1644 schwer beschädigt und schließlich 1651 mit dem Reuerinnenkloster St. Maria Magdalena zusammengelegt. 1677 fiel das vereinigte Dominikanerinnenkloster St. Katharina / St. Maria Magdalena dem Festungsbau von Vauban zum Opfer. Zusammen mit den Schwestern von Adelhausen / St. Agnes zogen die Nonnen im Jahre 1694 in das neu errichtete "Neukloster" Adelhausen in der Schnecken-Vorstadt. Dorthin wurden auch alle Archivalien, Bücher, liturgische Geräte und sonstige Kunstschätze gebracht.
Autor: MARTINA WEHRLI-JOHNS
Objekttyp: Kloster
Ordensregel:
  • Dominikanerinnen 1297-1651
Sonstiges: Bistum: Konstanz, ab 1821 Freiburg
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Adresse Freiburg im Breisgau

Literatur:
  • Freiburg im Breisgau. Stadtkreis und Landkreis. Amtliche Kreisbeschreibung. Hg. v. der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit der Stadt Freiburg i. Br. und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. 4 Bde. Freiburg 1965-1974. I/2, 925.
    750 Jahre Dominikanerinnenkloster Adelhausen, Freiburg im Breisgau. Hrsg. v. der Adelhausenstiftung Freiburg im Breisgau. Freiburg i. Br. 1985.
    W. HAGENMAIER: Die deutschen mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek und die mittelalterlichen Handschriften anderer öffentlicher Sammlungen: Wiesbaden 1988, XXXVII-XL.
    S. BOCK: Der Inventar- und Ausstattungsbestand des säkularisierten Dominikaner-Neuklosters Adelhausen in Freiburg im Breisgau. Diss. Freiburg i. Br. 1995.
    U. DENNE: Die Frauenklöster im spätmittelalterlichen Freiburg im Breisgau (Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte 39). Freiburg/München 1997.
    B. HENZE: Die Entstehung der Stadt und die Gründung der Bettelordensklöster im 13. Jahrhundert. In: Eine Stadt braucht Klöster - Freiburg i. Br. braucht Klöster. Begleitbuch zur Ausstellung "Eine Stadt braucht Klöster", 25. Mai - 1. Oktober 2006 im Augustinermuseum Freiburg i. Br. Hg. v. der Stadt Freiburg i. Br. u. der Universität Freiburg. Lindenberg 2006. 10-21.
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