Steckbrett zur Überprüfung der Feinmotorik ausländischer Arbeitsbewerber 

Datierung :
  • Anfang 1970er Jahre  [Hergestellt]
Autor/Urheber:
  • Robert Bosch GmbH
Ortsbezüge (Werk):
Objekttyp: Ergologische Testapparatur
Weitere Angaben zum Werk: Holz, Metall [Material/Technik]
H 7,0 cm; B 22,5 cm; T 14,5 cm [Maße]
Literatur:
  • Stadtarchiv Reutlingen (Hg.), 2010: Auspacken. Dinge und Geschichten von Zuwanderern. Eine Dokumentation zur Reutlinger Migrationsgeschichte., Reutlingen
Kurzbeschreibung: Die Firma Bosch in Reutlingen stand Ende der 1960er Jahre vor dem Problem der wachsenden Überalterung einer Belegschaft, die man durch den Kauf des Reutlinger Textilunternehmens Ulrich Gminder übernommen hatte. Der Arbeitskräftemangel, der auch durch neues Personal aus dem Reutlinger Umland nicht ausgeglichen werden konnte, drohte den Betrieb zu lähmen. Unter den von Gminder übernommenen Arbeitern befanden sich bereits Beschäftigte aus Süditalien und Griechenland. Die guten Erfahrungen mit ihnen ermutigten die neue Geschäftsleitung, eine Kooperation mit dem Arbeitsamt zur Anwerbung neuer Arbeiter im Ausland anzubahnen. Für die neue Regler- und Halbleiterfertigung wurden Arbeitskräfte für filigrane Tätigkeiten gesucht. Das Unternehmen wollte die vom Arbeitsamt ausgewählten Kandidaten, meist Frauen, vor Vertragsabschluss persönlich beurteilen. Der stellvertretende Leiter der Personalabteilung prüfte die Kandidatinnen ab 1970 vor Ort - z.B. in Athen und Istanbul . Als wichtigste Kompetenz der Kandidatinnen galt die Feingliedrigkeit der Hände und eine hohe Fingerfertigkeit. Diese wurde mit Steckbrettern in unterschiedlichen Ausfertigungen getestet. Bis zum Jahresbeginn 1974 stieg die Quote der ausländischen Beschäftigten in der gewerblichen Belegschaft bei Bosch in Reutlingen auf 62 Prozent.
Stadtarchiv Reutlingen (Hg.), 2010: Auspacken. Dinge und Geschichten von Zuwanderern. Eine Dokumentation zur Reutlinger Migrationsgeschichte., Reutlingen
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: 2011/0041.001
Weiter im Partnersystem: https://www.museum-digital.de/bawue/index.php?t=objekt&oges=1127

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Schlagwörter: Arbeitsmigration
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