Herrenzimmern - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0994

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Ausgedehnte Siedlung mit Straßendorf artigem Kern, der sich im Оsten zum Haufendorf erweitert. Teils lockere und schematische Siedlungserweiterungen im Norden und Süden, wo ein Neubaugebiet mit gitterförmigem Grundriß entstand.
Historische Namensformen:
  • Ancencimbra 0994
  • Frien Zimmern 1296
  • Herrazimbern 1344
Geschichte: 994 Ancencimbra (oder zu Zimmern ob Rottweil), 1296 Frien Zimmern, 1344 Herrazimbern, das Zimmern (= Holzbauten) mit Sitz eines Herrengeschlechts. Siedlung der frühmittelalterlicher Ausbauzeit. 994 übergab König Otto III. Besitzungen in Ancencimbra an Kloster Petershausen. Nach der Zimmerschen Chronik aus dem 16. Jahrhundert waren Gottfried der Ältere und der J. von Zimmern um 1080 Lehensleute des Kloster St. Gallen. Ein Edelfreier Alberich und sein Bruder Hartbreht von Zimmern werden 1088 genannt, die Urkunden seit der Mitte des 13. Jahrhunderts sprechen von den edlen Herren oder Edlen von Zimmern. Von Karl IV. erhielt Werner von Zimmern 1353 die Blutgerichtsbarkeit über seine Herrschaft und gleichzeitig die Exemtion von fremden Gerichten für die gesamte Familie. 1538 wurde die Familie von Kaiser Karl V. in den erblichen Grafenstand erhoben. Sie starb 1594 in der männlichen Linie aus. Gemäß der Zimmerschen Chronik bestanden in Herrenzimmern schon in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts eine obere und eine untere Burg. Nach einem Brand im Jahr 1501 erfolgte der Wiederaufbau. 1595 verkauften die Erben des letzten Grafen von Zimmern das Schloß an die Stadt Rottweil. Die Anlage, zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch bewohnbar, abgetragen. Vom unteren Teil blieb nur der im Westen dem Hang zugewandte runde Bergfried übrig, vom oberen noch die Umfassungsmauern des Palas mit seinem runden Treppenturm an der Ostwand, erhalten darin auch Spuren spätgot. Wandmalereien und Reste der kreuzrippengewölbten Burgkapelle. Im Westen der oberen Burg ist noch der in den Fels gebrochene Graben zu sehen. Im Schutz der Burg hat sich der Ort Herrenzimmern. entwickelt, der 1327 und noch 1495 als Städtchen bezeichnet wurde, wobei dieser Ausdruck aber lediglich von der befestigten Ortsanlage - 1432 wird ein oberes Tor erwähnt -herrühren dürfte; die Ummauerung, die keine sehr große Fläche umschloß, bestand wahrscheinlich im 16. Jahrhundert nicht mehr. Die Herrschaft über Herrenzimmern übte, sieht man von einer nicht lange dauernden, 1495 erfolgten Verpfändung an die Stadt Rottweil ab, die Familie von Zimmern bis 1513 aus, als Graf Gottfried Werner den Ort an Rottweil verkaufte. Herrenzimmern gehörte, bevor es 1803 an Württemberg fiel, zum Obervogteiamt der Stadt Rottweil, dann zum Landoberamt Rottweil, 1806/08 Oberamt Rottweil.

Name: obere Burg; untere Burg

Ersterwähnung: 1363
Kirchengeschichte: 1363 bestand in Herrenzimmern lediglich die Schloßkapelle, die von Dunningen aus betreut wurde. Das Patronatsrecht lag bei der Familie von Zimmern; Kollatur und Kirchensatz wurden 1594 an die Stadt Rottweil verkauft. Die Pfarrkirche (Patrozinium St. Jakob der Ältere), ein innen flachgedeckter, in Nord-Süd-Richtung angelegter Bau, wurde 1738, der Turm schon 1720 errichtet. Von der Ausstattung sind erwähnenswert die beiden spätgotischen Figuren der Apostel Petrus und Paulus. Die Evangelischen nach Rottweil.
Patrozinium: St. Jakob der Ältere
Ersterwähnung: 1738

GND-ID:
  • 4392429-3
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