Holzgerlingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1007

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Das ausgedehnte, städtisch anmutende Dorf auf einer Liasplatte des Schönbuchs im Quellgebiet der Aich besitzt beachtliche Fachwerkhäuser. Am Südostrand des alten Ortes steht auf gotischen Fundamenten die ehemalige Burg Kalteneck (1956/57 renoviert). Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich infolge der nahen Sindelfinger und Böblinger Großindustrie, durch starken Zuzug von Heimatvertriebenen und Ansiedlung von Industriebetrieben der Ort stark vergrößert. Die Neubaugebiete »Kreuzerwasen« und »Brockenberg« entstanden 1950/63 im südlichen, »Schönberg« und »Sonnenrain« 1968/72 im südöstlichen, »Weingärten« und »Bühlen« 1960/72 bzw. 1976 im nordöstlichen und »Stock« 1977 im nördlichen Ortsteil. Im Norden, vorwiegend aber im Süden und Westen des Orts suchten die 1959 bis 1970 errichteten Industriebetriebe die Nähe der am Westrand von Holzgerlingen vorbeiführenden Bundesstraße 464 und der Eisenbahnlinie.
Historische Namensformen:
  • Holzgerninga 1007
  • Gerringen 1229
Geschichte: 1007 Holzgerninga, 1229 Gerringen (Personenname und Holz = Wald). Durch Reihengräber des 5.-7. Jahrhunderts als merowingerzeitliche Siedlung erwiesen. Gehörte zur frühmittelalterlichen Glehuntare. Kaiser Heinrich II. schenkte Holzgerlingen 1007 als Reichsgut, in der Grafschaft eines Hugo, eines Vorfahren der Grafen von Hildrizhausen gelegen, an das Hochstift Bamberg. Das Dorf, das später unter der Oberhoheit der Pfalzgrafen von Tübingen im Besitz des Ortsadels war, kaufte Württemberg einschließlich der Vogtei bis 1381 auf. Im 14. Jahrhundert war auch benachbarter Adel in Holzgerlingen begütert, so die von Tailfingen, deren Besitz, hohenbergisches Lehen, an das schon 1229 begüterte Kloster Bebenhausen kam. Besitz der von Tachenhausen gelangte an das Stift Tübingen. Sitz des Ortsadels, der im 15. Jahrhundert ausgestorbenen Herren von (Holz-)Gerlingen oder Vögte von Holzgerlingen – die offenbar nichts mit Gerlingen im heutigen Landkreis Ludwigsburg zu tun haben – war wohl das massiv gebaute Schloss, später zeitweise württembergisches Jagdschloss, jetzt Pfarrhaus, und die Wasserburg Kalteneck am südöstlichen Ortsrand. Kalteneck, 1412 württembergisches Lehen, wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Württemberg verkauft und ging durch viele Hände; anstelle des längst abgegangenen Schlosses (1623 bereits Burgstall) wurde auf den alten Grundmauern ein Gebäude erstellt, das 1826 die Gemeinde erwarb und in bäuerlichen Besitz weiterverkaufte. Holzgerlingen gehörte zum Amt, später Oberamt, seit 1938 Landkreis Böblingen. Ein Luftangriff im Oktober 1943 zerstörte 64 Wohnhäuser. 1821 wurden der Gemeinde zur Ablösung ihrer seit 1417 bezeugten Schönbuchgerechtigkeit vom württembergischen Staat 200 Morgen Wald zugesprochen.

Name: Wasserburg Kalteneck. Schloss Holzgerlingen.
Datum der Ersterwähnung: 1412

Ersterwähnung: 1275
Kirche und Schule: Die Kirche St. Mauritius (so 1535) ist 1275 erstmals genannt. Der Kirchensatz war 1338 in Händen der Herren von Holzgerlingen, später der von Tachenhausen und kam von letzteren an Württemberg. 1465 gehörte das Patronat, wohl als Rest ihres Witwenguts, der Erzherzogin Mechthild. Graf Eberhard überließ es 1487 dem Stift Tübingen und damit der Universität, die es bis 1924 innehatte. Evangelische Pfarrkirche, spätgotischer Bau von 1473 mit älterem, unten kreuzrippengewölbtem Westturm, an dessen Südseite tonnengewölbtes Beinhaus von 1481. Netzrippengewölbter Chor mit Schlusssteinrelief. Pfarrhaus, ehemalige Burg, im 16. Jahrhundert verändert. 1920 grundlegende Renovierung der Kirche. Als Kirche der zweiten Pfarrei wurde 1976 die Johanneskirche erbaut. Katholische Kirche zum Heiligsten Erlöser 1954 erbaut. 1952 Seelsorgestelle, 1961 Pfarrei errichtet.
Patrozinium: St. Mauritius
Ersterwähnung: 1535

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