Rötteln - Wohnplatz 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Wohnplatz
Liegt auf Gemarkung: Haagen

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Haus.
Geschichte: Die Edelherrn von Rötteln erscheinen erstmals mit Dietrich de Roetinleim bzw. de Rotenleim (von »Rotem Lehm«) 1103 und 1111. Ihre Vorfahren sind unbekannt. Sie waren Schutzvögte der Besitzungen des Basler Cluniazen-serklosters St. Alban (1103), auch sanktblasianischer und vermutlich murbachischer Besit zungen, wie die noch bis 1741 beanspruchte Oberlehensherrschaft der Habsburger über die Herrschaft Rötteln annehmen läßt. Um 1150 gingen auch die Herrschaftsrechte der Herren von Waldeck an die von Rötteln über, deren Besitzungen sich nun vom Wiesental nach Westen und Süden bis an den Rhein erstreckten. Mitglieder der Familie wurden Domherren und Bischöfe von Basel. Nach dem Tode Lütolds II. 1315, des letzten Herrn von Rötteln, erbte Markgraf Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg, dessen Vater bereits Mitbesitzer war, die Burg und Herrschaft Rötteln 1371 belehnte Herzog Leopold III. die Markgrafen mit der Burg. Über die Anfänge der Burg, vermutlich im 12. Jahrhundert, ist nichts bekannt. Erste Erwähnung erst 1259. Damals bestand nur die mächtige Oberburg mit viereckigem Bergfried (»Grüner Turm«), Marienkapelle, einem Palas mit Rittersaal und Weinkeller, das ganze samt Vorbau und Burghof doppelt ummauert. Die geräumige, fast stadtartige Unterburg bauten die Markgrafen im wesentlichen im 15. Jahrhundert, nachdem sie schon im 14. Jahrhundert ihren Sitz von der Burg Sausenberg nach der Burg Rötteln verlegt hatten. 1504 wird die St.-Anna-Kapelle auf der Burg genannt. Im 15. Jahrhundert wurden verschiedene Adelsgeschlechter mit der Burg belehnt. Entsprechend dem »Röttelischen Gemachte« von 1490 wurden 1503 die Markgrafen von Baden Erben der Herrschaft Rötteln, deren Gericht und Verwaltung ein Landvogt mit Sitz auf der Burg besorgte (Rötteler Viertel der nachher baden-durlachischen Oberen Markgrafschaft). Das Hoch- und Blutgericht der Herrschaft wurde jetzt (bis 1664) auf dem »Kapf« vor den Mauern der Unterburg (»Kapfgericht«) abgehalten. Nach Zerstörung der gesamten Burganlage durch die Franzosen unter Créqui 1678 verlegte der Markgraf den Sitz der Verwaltung und die seit 1697 nachweisbare Lateinschule nach Lörrach. Die Gemarkung der verödeten Burg samt dem Weiler Röttelnweiler wurde mit Haagen vereinigt.

Name: Burg
Datum der Ersterwähnung: 1259

GND-ID:
  • 4338004-9
Suche