Liel - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0952

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Haufendorf in geschützter Tallage im Markgräfler Hügelland.
Historische Namensformen:
  • Lielahe 0952
  • Lilaha 0800 [wahrscheinlich auch schon im 9./10. Jahrhundert]
Geschichte: 952 Lielahe, wahrscheinlich auch schon im 9./10. Jahrhundert Lilaha in einer Einsiedeler Handschrift. Ortsname vermutlich vorgermanisch. Aus dem Besitz des elsässischen Graf Guntram kam Liel durch König Otto I. an das Kloster Einsiedeln. Ortsadel ist 1130 genannt, doch waren wohl die Herren von Baden, Ministerialen der Zähringer, von diesen mit Vogteirechten in Liel belehnt, später von deren Erben, den Grafen von Freiburg und 1411 durch die Herzöge von Österreich. Die beiden Dinghöfe kamen 1299 von Kloster Einsiedeln an das Kloster Beinwil (Kanton Solothurn), 1426 bzw. 1440 an das Karthäuserkloster St. Margareten in Kleinbasel, dessen Klostervögte die Herren von Baden waren. 1469 erwarben sie durch Kauf die Güter des Klosters in Liel Bis zu ihrem Erlöschen im Mannesstamm 1830 blieben die Freiherren von Baden, Angehörige der Breisgauer Ritterschaft, im Besitz von Liel, seit 1806 im Lehensverhältnis zum Großherzogtum Baden. Ein Wasserschloß, vielleicht noch aus dem 12./13. Jahrhundert, stand auf dem noch in Resten ummauerten Platz unterhalb der Kirche. Barockschloß, von den Herren von Baden wohl gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Liel kam 1807 zum badischen Oberamt Rötteln, zum Вezirksamt Kandern 1813, zum Bezirksamt/Landkreis Müllheim 1819. Der Abbau von Eisenerz auf der Gemarkung dürfte alt sein; bald nach 1860 erloschen. 1657 wurden die Herren von Baden von Österreich mit dem Bergregal belehnt. Warme Mineralquelle unweit des Schlosses 1560 gefaßt und Badbetrieb eingerichtet.

Ersterwähnung: 0800 [9./10. Jahrhundert]
Kirchengeschichte: Im 9./10. Jahrhundert sind in Liel zwei »Basiliken« erwähnt, die eine dem Evangelisten Johannes, die andere dem heiligen Pankraz geweiht. Jedenfalls entsprechen sie den beiden später genannten Dinghöfen, deren jeweilige Besitzer Patronatsinhaber der Kirche waren. Im 13./14. Jahrhundert ist nur noch eine einzige Kirche erwähnt; in der Neuzeit Patrozinium St. Vinzenz. Die Kirche hat einen Chorturm des 14. Jahrhundert mit älterem Untergeschoß und Kreuzrippengewölbe in der Turmhalle. An diese angebaut Grabkapelle der Freiherren von Baden mit Wandmalerei des 15. Jahrhunderts. Neubau des Langhauses 1718 und 1850/55. Zum Sprengel der katholischen Pfarrei auch Niedereggenen. Die Evangelischen gehören zur Pfarrei Niedereggenen.
Patrozinium: Evangelist Johannes; heiliger Pankraz

GND-ID:
  • 4596309-5
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