| Geschichte: | 1181 Wineden, 1189 Winiden, 1210 Windin, 1427 Wynenden. Der Ortsname weist wohl auf eine frühmittelalterliche Ansiedlung von Wenden = Slawen. Auch wenn Bürg noch 1623 Alt-Winnenden genannt wird, kann es nicht Ursprung der Siedlung gewesen sein. Die planmäßige Stadtgründung, ein Rechteck mit gitterförmigem Straßennetz, gehört wohl in die Zeit vor 1250. Die Herrschaft Winnenden ging nach dem Tode des 1181 genannten Gotefridus de Wineden, vielleicht Erbauer der Burg, an die von Neuffen über, dann 1277ff. an die von Weinsberg, die sie 1325 an Württemberg verkauften. Nach Winnenden nannten sich außer den Schenken (vgl. Bürg) die Böschen von Winnenden (1279-1407) und die Rau von Winnenden (1344-1624). Württemberg bildete aus der Herrschaft Winnenden ein Amt, später Oberamt, das 1808 mit Oberamt Waiblingen zusammengelegt wurde. 1288 schenkten Berthold von Neuffen und seine Gemahlin dem Deutschorden Kirchensatz und Kollaturrecht der Pfarr- und späteren Schlosskirche, wohl die Kirche des alten Dorfes, sowie einigen Grundbesitz zur Errichtung eines Ordenshauses. Der Orden hatte bereits 1423 seinen Sitz aus der Stadt in sein neu erbautes Komtureigebäude (= Winnental) neben der Pfarrkirche St. Jakob verlegt. Mit Württemberg gab es häufig Streitigkeiten, namentlich wegen des Asylrechts, seit der Reformation auch solche konfessioneller Art. 1665 wurde der Ordensbesitz an Herzog Eberhard III. von Württemberg verkauft. Winnental mit seinem Zubehör wurde zum Kammerschreibereigut gezogen und dort eine Schlosshofmeisterei, später ein Stabsamt eingerichtet, das 1807 mit dem Oberamt Winnenden vereinigt wurde. Personen: Aegidius Hunnius, 1550-1603, Professor der Theologie in Marburg und Wittenberg. Polykarp Lyser, 1552-1610, Oberhofprediger in Dresden, Professor in Wittenberg. Johann Georg Sigwart, 1554-1618, Professor der Theologie und Universitätsrektor in Tübingen. Johann Albrecht Bengel, 1687-1752, Klosterpräzeptor in Denkendorf, später Prälat in Stuttgart. Christoph Gottlob Müller, 1785-1858, Gründer der Methodistenbewegung in Württemberg. Eduard Heinrich Kausler, 1801-1878, Archivar, Herausgeber der 3 ersten Bände des Württembergischen Urkundenbuchs. Johann Gottlieb Christaller, 1827-1895, Missionar, Sprach- und Afrikaforscher. Julius Kornbeck, 1839-1920, Porträt- und Landschaftsmaler. |