Winnenden - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1181

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Auf einem flachen Rücken der Wasserscheide zwischen Zipfelbach und Buchenbach liegt die Altstadt mit ihrem rechteckigen Grundriss, umgeben von den neueren Stadtteilen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden die Mühlrainsiedlung nördlich (1950/65), die Seehaldensiedlung nordöstlich (1955/70) und die Kesselrainsiedlung südöstlich (1945/60) der alten Stadt, während die Trabantensiedlung »Schelmenholz« südwestlich von ihr räumlich (ca. 2km) getrennt erbaut wurde (1960). Weitere Industrie siedelte sich im Südwesten der Stadt zwischen Eisenbahn und Bundesstraße 14 an.
Historische Namensformen:
  • Wineden 1181
  • Winiden 1189
  • Windin 1210
  • Wynenden 1427
Geschichte: 1181 Wineden, 1189 Winiden, 1210 Windin, 1427 Wynenden. Der Ortsname weist wohl auf eine frühmittelalterliche Ansiedlung von Wenden = Slawen. Auch wenn Bürg noch 1623 Alt-Winnenden genannt wird, kann es nicht Ursprung der Siedlung gewesen sein. Die planmäßige Stadtgründung, ein Rechteck mit gitterförmigem Straßennetz, gehört wohl in die Zeit vor 1250. Die Herrschaft Winnenden ging nach dem Tode des 1181 genannten Gotefridus de Wineden, vielleicht Erbauer der Burg, an die von Neuffen über, dann 1277ff. an die von Weinsberg, die sie 1325 an Württemberg verkauften. Nach Winnenden nannten sich außer den Schenken (vgl. Bürg) die Böschen von Winnenden (1279-1407) und die Rau von Winnenden (1344-1624). Württemberg bildete aus der Herrschaft Winnenden ein Amt, später Oberamt, das 1808 mit Oberamt Waiblingen zusammengelegt wurde. 1288 schenkten Berthold von Neuffen und seine Gemahlin dem Deutschorden Kirchensatz und Kollaturrecht der Pfarr- und späteren Schlosskirche, wohl die Kirche des alten Dorfes, sowie einigen Grundbesitz zur Errichtung eines Ordenshauses. Der Orden hatte bereits 1423 seinen Sitz aus der Stadt in sein neu erbautes Komtureigebäude (= Winnental) neben der Pfarrkirche St. Jakob verlegt. Mit Württemberg gab es häufig Streitigkeiten, namentlich wegen des Asylrechts, seit der Reformation auch solche konfessioneller Art. 1665 wurde der Ordensbesitz an Herzog Eberhard III. von Württemberg verkauft. Winnental mit seinem Zubehör wurde zum Kammerschreibereigut gezogen und dort eine Schlosshofmeisterei, später ein Stabsamt eingerichtet, das 1807 mit dem Oberamt Winnenden vereinigt wurde. Personen: Aegidius Hunnius, 1550-1603, Professor der Theologie in Marburg und Wittenberg. Polykarp Lyser, 1552-1610, Oberhofprediger in Dresden, Professor in Wittenberg. Johann Georg Sigwart, 1554-1618, Professor der Theologie und Universitätsrektor in Tübingen. Johann Albrecht Bengel, 1687-1752, Klosterpräzeptor in Denkendorf, später Prälat in Stuttgart. Christoph Gottlob Müller, 1785-1858, Gründer der Methodistenbewegung in Württemberg. Eduard Heinrich Kausler, 1801-1878, Archivar, Herausgeber der 3 ersten Bände des Württembergischen Urkundenbuchs. Johann Gottlieb Christaller, 1827-1895, Missionar, Sprach- und Afrikaforscher. Julius Kornbeck, 1839-1920, Porträt- und Landschaftsmaler.

Name: Burg Winnenden. Schloss Winnental.
Datum der Ersterwähnung: 1100 [12. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1275
Kirche und Schule: Als eigentliche Pfarrkirche von Winnenden galt noch Ende 18. Jahrhundert die 1275 erstmals erwähnte Kirche St. Jakob (so 1478) außerhalb der Stadt. Ein Pleban wird bereits 1210 genannt. Kirchensatz und Kollaturrecht gehörten 1288-1665 dem Deutschen Orden, gingen dann an das Haus Württemberg. Die Bernhardskirche in der Stadt (heutige Pfarrkirche) hatte nur Kapellencharakter. Eine Kapelle St. Wendel ist 1516 genannt. Ein Beginenhaus diente seit der Reformation als Schulhaus. Evangelische Pfarrkirche, ehemalige Bernhardskapelle, in frühgotischem Stil erbaut und als Bollwerk in die Stadtmauer eingefügt, nach der Reformation umgebaut. Der Turm erhielt beim Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1693 eine Kuppel mit glockenförmig abgedeckter Laterne. Frühere Schlosskirche, ehemals Deutschordenskirche, einst als Pfarrkirche für Winnenden mit Filialen von großem Friedhof umgeben, enthält Teile eines Baus des 12./13. Jahrhunderts, der Mitte 14. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Säulenbasilika umgebaut wurde. Im Chor einer der schönsten Schnitz- und Flügelaltäre Süddeutschlands, 1520 aufgerichtet, 1860 erneuert, Christoph von Urach zugeschrieben. Schildert vor allem die Legende des Kirchenheiligen Jakobus. 1946 katholische Seelsorgestelle, 1958 Pfarrei. Katholische Kirche St. Karl Borromäus 1961 erbaut.
Patrozinium: St. Jakob
Ersterwähnung: 1478

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