Rietenau - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1100 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
An dem Ausgang der Waldtäler des Heiligenbachs, des Forstbachs und dem Beginn des Klöpferbachs gelegen, besitzt der Ort schöne Fachwerkhäuser in seinem alten Kern und eine Brunnenanlage. Von den 5 gefassten Mineralquellen (4 artesisch) sind 3 als Heilquellen staatlich anerkannt (Calziumsulfat-Hydrogencarbo-nat-Quellen). Die Gesamtschüttung beträgt 9,6 Mio. Liter täglich. Um das ehemalige Bad beim Quellenhaus entstand nach dem Zweiten Weltkrieg im Norden ein Neubaugebiet (1955/73), dem die Hofäckersiedlung (1971ff.) folgte.
Historische Namensformen:
  • Rietenowa 1100 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]
  • villa Rietinowe 1262 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]
Geschichte: 12. Jahrhundert (Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert) Rietenowa, 1262 (Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert) villa Rietinowe. Kloster Hirsau erhielt hier Anfang des 12. Jahrhunderts Besitz von den von Röttingen. 1262 wurde der gesamte hirsauische Besitz in Rietenau mit Patronat und allen Rechten gegen den Willen der Einwohner an das Kloster Steinheim verkauft. Mit den unter dem Zubehör genannten aquae sind vermutlich die Heilquellen gemeint. Infolge der durch den Verkauf entstandenen Streitigkeiten wurde das Dorf vom bischöflichen Gericht in Speyer mit dem Bann belegt. Kloster Steinheim erwarb in der Folgezeit weiteren Besitz in Rietenau, so von den von Roth, von Schaubeck, von Böckingen. 1350 wurde zwischen Dorf und Kloster eine Vereinbarung über die gegenseitigen Rechte und Pflichten getroffen. Durch die Reformation kam Rietnau 1564 an Württemberg, zunächst zum Kirchengut, seit 1618 zur Landschaft (Amt Marbach). Seit 1806 beim Oberamt, seit 1938 Landkreis Backnang.
Wirtschaft: Das Bad erstmals 1441 genannt, Besitzer war das Kloster Steinheim. 1581 wurde es an den reichenbergischen Forstmeister Konrad Miner verkauft, unter dem es seine Blütezeit erlebte. Rückgang des Badebetriebs im 19. Jahrhundert durch Verkauf der Holzrechte. Seit 1958 im wesentlichen nur noch Heilwasserabfüllung und Versand.

Ersterwähnung: 1262
Kirchengeschichte: Die Kirche St. Ulrich (so 1564) wird 1262 zum ersten Mal genannt. Die Pfarrei, ursprünglich wohl zu Großbottwar gehörig, kam im 13. Jahrhundert an Kloster Steinheim. Evangelische Pfarrkirche auf dem ehemaligen, früher stark befestigten Friedhof. Häufig veränderte Chorturmanlage Mitte 13. Jahrhundert Chor mit altem Kreuzrippengewölbe. Gotische Freskenbemalung, heute nicht mehr sichtbar. Vier bemalte Sandsteinepitaphien (»Kostümfiguren«) der Familie Miner aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts seit 1968 im neuerrichteten Treppenanbau aufgestellt, ebenso die früher an der Empore angebrachten Tafelbilder aus der Zeit um 1600. Das als Sockel des Kanzelfußes dienende spätromanische Kapitell wurde 1967 entfernt. Orgelprospekt mit neueren Ergänzungen. 1967/68 Neugestaltung der Kirche unter Wahrung des ursprünglichen Gesamteindrucks. Katholiken zu Oppenweiler.
Patrozinium: St. Ulrich
Ersterwähnung: 1564

GND-ID:
  • 4104070-3
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