Brackenheim 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.brackenheim.de
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Einwohner: 15009
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 328.0
Max. Höhe ü. NN (m): 338.09
Min. Höhe ü. NN (m): 167.97
PLZ: 74336

Brackenheim, im Herzen des Zabergäus gelegen, befindet sich mit seinen acht Stadtteilen im Südwesten des Landkreises Heilbronn und erstreckt sich über eine Fläche von 45,75 qkm. Von Westen nach Osten fließt die Zaber durch das Stadtgebiet dem Neckar zu; bei ihrem Austritt auf Lauffener Gemarkung ist im Osten der tiefste Punkt der Gemeinde auf ca. 180 m NN zu finden. Den höchsten Punkt erreicht die Gemeinde im Norden bei ca. 336 m NN auf dem Heidelberg. Naturnahe Lebensräume finden sich in den Naturschutzgebieten Haberschlachter Tal (18 ha) nordöstlich von Brackenheim sowie Zaberauen (34 ha) zwischen Botenheim und Meimsheim. Der Landesentwicklungsplan weist die Stadt der Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart zu. Während Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen an der Zaber und Meimsheim schon in Altwürttemberg dem Amt (ab 18.3.1806 Oberamt) Brackenheim angehört hatten, wurde die Deutsch-Ordens-Gemeinde Stockheim erst nach dem 12.7.1806 diesem Bezirk zugewiesen. Neipperg, zuvor im Besitz der gleichnamigen Grafen, fiel 1805 an Baden, ab dem 13.11.1806 an Württemberg, wo es zum Oberamt Kirchhausen kam. Am 26.4.1808 wechselte es zum Oberamt Heilbronn und 1811 zum Oberamt Brackenheim. Nach dessen Aufhebung zum 1.10.1938 wurden die acht Orte dem Landkreis Heilbronn eingegliedert. Zwischen dem 1.1.1971 und dem 1.10.1974 wurden Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen, Meimsheim, Neipperg und Stockheim der Geburtsstadt von Theodor Heuss (31.1.1884) eingemeindet.

Die Stadt Brackenheim mit den Stadtteilen Brackenheim, Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen an der Zaber, Meimsheim, Neipperg und Stockheim dehnt sich im Südwesten des Landkreises über eine Fläche von 45,75 Quadratkilometern aus. Nachbarstädte und -gemeinden sind Cleebronn, Güglingen, Eppingen, Schwaigern, Nordheim, Lauffen am Neckar und im Landkreis Ludwigsburg Kirchheim am Neckar und Bönnigheim. Heilbronn ist Luftlinie 13 Kilometer von Brackenheim entfernt. Nach dem Landesentwicklungsplan gehört die Gemeinde zur Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart. Brackenheim liegt im Zentrum des Zabergäus, einer flachwelligen, teils lössbedeckten Gipskeuperlandschaft zwischen dem Keuperbergland des Strombergs im Süden und dem Schilfsandsteinplateau des Heuchelbergs im Norden. Die Zaber durchfließt in einem weiten, sich nach Osten öffnenden Tal die Gemeinde von West nach Ost und nimmt von links den von Stockheim kommenden Wurmbach, dann den von Haberschlacht kommenden Forstbach, von rechts den über Botenheim fließenden Herrenwiesenbach und schließlich das von Neipperg über Dürrenzimmern und Hausen laufende Neipperger Bächle auf. Bei Meimsheim und Hausen wird der Unterkeuper angeschnitten, talabwärts der Obere Muschelkalk. Aus dem lieblichen Zabertal wird nahe der Gemeindegrenze plötzlich ein schroffes Muschelkalktal. Hier liegt mit 180 Meter über Normalnull der tiefste Punkt der Gemeinde; am weitesten hinauf reicht sie auf dem Heidelberg, der mit 336 Meter über Normalnull zugleich die höchste Erhebung des Heuchelbergs darstellt. Der Höhenzug des Heuchelbergs begrenzt das Zabergäu im Norden. Die Lage in einer weit gespannten, tektonischen Mulde (Stromberg-Mulde) und das Prinzip der Reliefumkehr führten dazu, dass der Heuchelberg wie auch der Stromberg bis heute erhalten sind. Entsprechend dem tektonischen Gefälle (Schichtfallen) fällt die Heuchelberg-Hochfläche sanft nach Südwesten ab. Der Schilfsandstein ist hier fast überall in der sogenannten Flutfazies entwickelt und bildet eine deutliche Geländestufe mit scharf geformten Hangkanten und markanten Bergnasen. Häufig bildet er über den obersten Weinbergen weithin sichtbare, gelbliche oder auch rötliche Felsbänder. Die Grenze zwischen Schilfsandstein und Gipskeuper fällt oft mit der Grenze zwischen Wald und Weinbergen zusammen. Einzelne Bergsporne wie Zweifelberg und Stocksberg ragen ins Zabergäu hinein, andere, wie der Heidelberg mit seiner vorspringenden Nase des Dürrenzimmerer Hörnles oder der Krapfen bei Neipperg, sind durch Täler vom Heuchelberg abgetrennte Schilfsandstein-Zeugenberge. Gegen das Zabergäu gehen die Heuchelberghöhen in wenig ausgeprägte Gipskeuper-Höhenrücken über. Der Gipskeuper ist im Zabergäu mit rund 150 Meter besonders mächtig. Seine Dolomitsteinbänkchen verursachen in der Landschaft kleine Hangkanten und Verebnungsflächen wie beispielsweise zwischen Neipperg und Brackenheim sowie nordöstlich von Stockheim und nordöstlich von Haberschlacht. Auch die Acrodus- und Corbulabank (Engelhofer Platte) bilden Hangkanten beziehungsweise kleine Terrassen, wie dies östlich und südöstlich von Dürrenzimmern beobachtet werden kann. Örtlich verwischen Löss und Fließerden die Konturen der Landschaft und dort, wo großflächige Rebflurbereinigungen stattfanden, hat die von Natur aus kleingliedrige Gipskeuperlandschaft ihren Charakter verloren. Viele der typischen Hohlwege, jahrhundertelang wichtige Verbindungen von den Ortschaften in die Weinberge und Felder, sind ebenfalls bei den Flurbereinigungen verschwunden. Einzelne blieben erhalten und stehen als Naturdenkmale unter Schutz, so die Heuchelbergweghohle in Haberschlacht, die Deckerhohle in Neipperg, die Bergweghohle und die Hohle im Allmand in Meimsheim oder der Hohlweg zum Lauffener Grund in Hausen. Aus sämtlichen zutage tretenden Gesteinsschichten ließen sich in Brackenheim schon Rohstoffe gewinnen. Den Muschelkalk hat man früher im Gewann Steinhalden bei Hausen gebrochen, den Unterkeuper-Hauptsandstein östlich von Meimsheim. Die Mergel des Gipskeupers, die früher zur Bodenverbesserung der Weinberge dienten und abgeschwemmtes Erdreich ersetzten, wurden an vielen Stellen abgegraben. Anschauliche Mergelgruben sind östlich des Zweifelbergs und am Südrand der Heuchelbergweghohle zu sehen. Ein Gipsbruch befand sich am Hörnle bei Dürrenzimmern. Hier wurden oberflächennahe Gipsvorkommen im Mittleren Gipshorizont des Gipskeupers abgebaut. Einen aufgelassenen Steinbruch im Schilfsandstein (Flutfazies mit Schrägschichtung) findet man an der Straße von Neipperg nach Schwaigern. Bis heute in Betrieb ist die Tongrube des Ziegeleiwerks am nordwestlichen Stadtrand von Brackenheim. Schon seit dem 15. Jahrhundert werden hier Ziegeleirohstoffe gewonnen, Ton- und Mergelsteine des Gipskeupers sowie der darüber lagernde Lösslehm. Dem etwas mageren, tonarmen Löss werden die verwitterten Tonmergel und Tonsteine des Gipskeupers beigemengt, um daraus Ziegelton für Baustoffe herzustellen. Die Gemeinde zeigt ein typisches, von Untergrund und Topographie abhängiges Nutzungsmuster, Wald an den Nordhängen und auf Schilfsandstein, Weinbau an den Südhängen auf Gipskeuper, Ackerbau auf Löss sowie Grünland und Siedlungen in Tälern und Senken. Dass das Zabergäu ein landwirtschaftlicher Gunstraum ist, beweist der hohe Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche (68 Prozent der Gemarkung). Davon sind etwa zwei Drittel Ackerland, ein Viertel Rebland und der Rest Obstanlagen und Grünland. Mit knapp 800 Hektar Rebfläche ist Brackenheim die größte Weinbaugemeinde Württembergs. Die traditionellen Mauerweinberge haben daran nur einen sehr geringen Anteil. Da Siedlungen und Straßen weitere 18 Prozent der Gemeindefläche beanspruchen, bleiben für den Wald gerade einmal 12 Prozent übrig. Größere Waldflächen gibt es nur auf dem Heuchelberg und südlich des Haberschlachter Tals. Das 20 Hektar große Waldstück Oberes Maisenhölzle nordöstlich von Dürrenzimmern, ein Eichen-Buchen-Hainbuchenwald, wird als Schonwald bewirtschaftet. Trotz der in weiten Teilen intensiven Nutzung sind noch einzelne naturnahe Lebensräume erhalten, so in den Naturschutzgebieten Haberschlachter Tal (18 Hektar) und Zaberauen von Meimsheim und Botenheim (34 Hektar). Mit der Intensivierung des Weinbaus in den 1970er Jahren fielen dort die wenig lukrativen Wiesen in den feuchten Bachsenken immer mehr brach. Entwässerungsgräben versumpften, Schilf und Röhricht breitete sich aus. Heute sind die Naturschutzgebiete Refugien für an feuchte Lebensräume gebundene Tiere und Pflanzen, vor allem Amphibien und Vögel. Eng begrenzt sind die Landschaftsschutzgebiete, die Weinberghänge bei Schloss Stocksberg und am Mönchsberg nördlich von Dürrenzimmern sowie Weinberge und Wäldchen bei Burg Neipperg. Einige Waldstücke und Feuchtgebiete wurden in die Natura 2000-Gebiete Heuchelberg und Hartwald sowie Stromberg einbezogen. Von den rund dreißig Naturdenkmalen sind besonders Feuchtgebiete, Hohlwege und aufgelassene Steinbrüche bemerkenswert, zum Beispiel das Feuchtgebiet Langhart am Fuß des Zweifelbergs, die bereits genannten Hohlwege und der erwähnte ehemalige Schilfsandsteinbruch Klinge und Hohentalstutz an der Straße von Neipperg nach Schwaigern. Seltenheitswert hat die Botenheimer Heide oberhalb der Weinberge in Botenheim, die ebenfalls als Naturdenkmal geschützt ist. Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg, an dem Brackenheim im Norden und Süden Anteil hat, ist ein viel besuchter Naherholungsraum. Auf aussichtsreichen Wanderwegen kann man hier die Landschaft erleben und die Weinorte Neipperg, Haberschlacht und Stockheim besuchen.

Die altwürttembergischen Gemeinden Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen an der Zaber und Meimsheim gehörten bis 1806 zum Amt Brackenheim. Im selben Jahr fiel der bis dahin beim Deutschen Orden verbliebene Ort Stockheim (Meistertum, Unteramt des Neckaroberamts) durch die Rheinbundakte an Württemberg. Alle genannten heutigen Teilorte wurden 1806 dem neuen württembergischen Oberamtsbezirk Brackenheim zugeteilt, die altwürttembergische Amtsstadt Brackenheim war künftig Oberamtssitz. Neipperg, bisher Besitz der Grafen von Neipperg und zum Ritterkanton Kraichgau zählend, gelangte im Zuge der Mediatisierung zunächst an Baden und 1806 an Württemberg. Anfänglich dem Oberamt Kirchhausen und seit 1808 dem Oberamt Heilbronn angegliedert, kam Neipperg 1811 ebenfalls zum Oberamt (seit 1934 Kreis) Brackenheim. Dieser fiel der Neugliederung von 1938 zum Opfer. Brackenheim, das seinen Status als Oberamts- beziehungsweise Kreisstadt verlor, wurde mit allen heutigen Stadtteilen dem vergrößerten Landkreis Heilbronn zugeschlagen. Wie überall in Württemberg wurden durch Gesetz 1817 die Leibeigenschaft, 1836 die Fronden und Gefälle sowie 1848/49 die Zehnten aufgehoben. Im ehemals ritterschaftlichen Ort Neipperg konnten die Zehntrechte 1852 vertraglich abgelöst und die Ablösungssummen von den Pflichtigen bis 1874 getilgt werden. 1832 verkaufte der württembergische Staat das ehemalige Deutsch-Ordens-Schloss Stocksberg, das seither in Privatbesitz ist. Im Zuge der letzten Gebietsreform wurden 1971 Botenheim und Dürrenzimmern, 1972 Haberschlacht und Meimsheim, 1974 Neipperg, Stockheim und Hausen der Stadt Brackenheim eingemeindet. Lediglich in Hausen und Stockheim votierte die Bevölkerung gegen die Eingliederung, die örtlichen Gemeinderäte entschieden gleichwohl anders. Brackenheim bildet heute mit Cleebronn eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft. Am 14. März 1848 richteten Angehörige des Oberamts Brackenheim eine Eingabe nach Stuttgart, in der sie um Steuergleichheit, Ablösung der Grundlasten und Jagdrechte sowie um eine Reform des Deutschen Bundes baten. Ende März 1848 trat der langjährige Stadtschultheiß Gottlob Fuchs von seinem Amt zurück. Als Jugendliche am Abend des 12. Mai 1848 vor dem Haus des Stadtrats und Bäckers Christoph Friedrich Zürn eine »Katzenmusik« veranstalteten, erschoss der Belästigte einen Hafnergesellen. In Brackenheim wurde 1848 eine Bürgerwehr-Kompanie aufgestellt und mit angekauften Gewehren französischer Bauart aus dem Ludwigsburger Arsenal bewaffnet. Zum Jahresende stellte die kommunale Schutzformation ihre Exerzier- und Schießübungen allerdings wieder ein. In Dürrenzimmern, Haberschlacht und Hausen kamen wegen der hohen Anschaffungskosten für die Bewaffnung und Ausrüstung keine Bürgerwehren zustande. Kopf der Demokraten in Brackenheim war der »Armeleutedoktor« Friedrich August Ernst Ludwig Rösler (1815–1870), der als Vertreter des Oberamtsbezirks zu der Delegation gehörte, die die Beschlüsse der Reutlinger Pfingstversammlung 1849 der Stuttgarter Regierung überbrachte. 1849 und 1850/51 saß Dr. Rösler aus politischen Gründen insgesamt zwölf Monate auf dem Hohenasperg in Untersuchungshaft. Im Dezember 1918 formierte sich in Brackenheim ein Bezirksarbeiterrat als Vertrauensmännergremium, zudem ist in der Revolution 1918/19 die Bildung eines Bezirksbauernrats belegt. Von 1868 bis 1934 erschien in Brackenheim der ›Zaberbote‹, zunächst als Anzeigen- und Unterhaltungsblatt, seit 1900 auch als Amtsblatt für den Bezirk. Georg Kohl, Redakteur und DDP-Mitglied, sah sich unter dem massiven Druck der NSDAP und der NS-Presse am 1. November 1934 zur Einstellung seiner Zeitung gezwungen. In der Stadt Brackenheim sprach sich die Wählermehrheit bei den Reichstagswahlen bis 1877 für die nationalliberale Deutsche Partei, von da an in der Regel für die demokratische Volkspartei aus. Ebenso votierte die Majorität der (männlichen) Agrarbevölkerung in den sieben heutigen Teilorten – abgesehen von wenigen Ausnahmen – bis 1878 für die Nationalliberalen, dann allerdings bis 1898 für die konservative Deutsche Reichspartei. Seit 1903 erzielte hier der agrarprotektionistisch orientierte Bauernbund fast durchgehend Wähleranteile von etwa 70 bis 85 Prozent. Lediglich im ehemals zum Deutschen Orden gehörigen Stockheim band das 1893 bis 1903 kandidierende Zentrum 81 bis 91 Prozent der fast rein katholischen Wählerschaft an sich. Nach der Einführung der Republik und des Frauenwahlrechts änderte sich am strukturbedingten Wahlverhalten nur wenig. Im bürgerlich-agrarischen Brackenheim lag die Deutsche Demokratische Partei meistens mit 24 bis 47 Prozent in Führung, unterlag allerdings in den Landtagswahlen 1924 und 1928 sowie in der Reichstagswahl 1930 dem Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbund. Diese konservative Vertretung der Agrarinteressen erreichte in Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen, Meimsheim und Neipperg fast durchgehend die absolute Mehrheit. Eine Ausnahme bildete wiederum lediglich das nahezu rein katholische Stockheim mit Zentrumsmehrheiten von 59 bis 82 Prozent. In Meimsheim mit vergleichsweise hohem Erwerbstätigenanteil im Produzierenden Gewerbe stimmte rund ein Viertel der Wählerinnen und Wähler von 1919 bis 1932 für die SPD. Abgesehen von diesen beiden Gemeinden wurde die NSDAP bei der Landtagswahl 1932 überall mit 8 bis 45 Prozent der Stimmen zweitstärkste politische Kraft. Wie der Brackenheimer NSDAP-Kreisleiter Willi Lauster 1935 im Rückblick befriedigt feststellen konnte, »ging die Durchführung der nationalsozialistischen Revolution in unserem Kreise in ruhiger und sachlicher Weise vor sich«. Lediglich in Haberschlacht kam es 1934/35 zu mehrfachem Amtswechsel, in allen anderen sieben heutigen Stadtteilen erwiesen sich die Bürgermeister als mehr oder weniger kooperationsbereit. In Meimsheim stellten bereits am 27. März 1933 vier oppositionelle Gemeinderäte unter dem Druck der NSDAP ihre Mandate zur Verfügung, gegen Ende des Jahres erfolgte die Auflösung des örtlichen Arbeitersportvereins. Das seit Anfang September 1933 erscheinende neue Amtsblatt ›Zaber-Wacht‹, eine Nebenausgabe der NS-Zeitung ›Heilbronner Tagblatt‹, übernahm mit der Einstellung des demokratischen ›Zaberboten‹ Anfang November 1934 das Pressemonopol im damaligen Oberamt. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs kamen französische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beiderlei Geschlechts aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten osteuropäischen Ländern (Polen, Russland, Ukraine) zum Arbeitseinsatz in die Stadt und in die heutigen Teilorte. Zwölf französische Kriegsgefangene waren beispielsweise in Botenheim, vierzig »Fremdarbeiter« in Dürrenzimmern in der Landwirtschaft tätig. In Meimsheim tötete eine »Ostarbeiterin« 1942 sich selbst, in Hausen erstach ein polnischer Landarbeiter nach der Besetzung im Mai 1945 seinen einstigen Arbeitgeber. 1940 errichtete die Wehrmacht auf der Lauffener und Hausener Gemarkung eine Scheinanlage des Stuttgarter Hauptbahnhofs (Tarnname Brasilien), die bis zu ihrem Abbau Ende 1943 vierzehn nächtliche Luftangiffe auf sich zog. Vor allem in der zweiten Kriegshälfte fanden überall im heutigen Gemeindegebiet Evakuierte aus dem durch Luftangriffe besonders betroffenen rheinisch-westfälischen Industriegebiet (Dortmund, Essen, Duisburg, Düsseldorf), gegen Kriegsende aber auch ausgebombte Familien aus Stuttgart und Heilbronn eine Unterkunft. Der Gemeinde Hausen wurden beispielsweise im Sommer 1944 – zusätzlich zu den bereits vorwiegend bei Verwandten beherbergten etwa sechzig bis hundert Evakuierten aus württembergischen Städten – 107 Personen aus dem Ruhrgebiet, meist Frauen und Kinder von Bergleuten, zugewiesen. Nach dem schweren Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 fanden nochmals 32 Ausgebombte aus der zu 62 Prozent zerstörten Stadt am Neckar hier Quartier. In den ersten Apriltagen 1945 starben mehrere Zivilisten und Soldaten durch Luftangriffe und Minen. Im Verlauf des 6. April 1945 besetzte französische Infanterie mit Panzern, von Nordwesten her über den Heuchelberg den widerstandslos abziehenden deutschen Verbänden folgend, kampflos alle acht Altgemeinden. In Hausen kamen zwei deutsche Soldaten auf dem Rückzug ums Leben. In Botenheim starben beim Einmarsch vier Zivilpersonen, in Meimsheim wurden vier Einwohner bei Löscharbeiten durch eine deutsche Artilleriegranate tödlich getroffen. In vielen Gemeinden kam es durch nachrückende Besatzungstruppen, insbesondere durch Marokkaner und Tunesier, zu Diebstählen, Plünderungen und Vergewaltigungen. Die US-Besatzungsmacht, die im Juli 1945 auf die französische folgte, setzte im September die letzten Bürgermeister des alten Regimes ab. Die Botenheimer wählten 1948 ihren ehemaligen Bürgermeister von 1922 bis 1945, Wilhelm Seez, erneut ins Amt (bis 1957). Die Liberalen (DVP, später FDP/DVP) errangen bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Landesversammlung und zum Landtag von Württemberg-Baden im Juni und November 1946 in nahezu allen heutigen Stadtteilen die Stimmenmehrheit, meist sogar die absolute. Meimsheim erwies sich mit einem Wähleranteil von rund 38 beziehungsweise 34 Prozent wiederum, wie schon in den Wahlen bis 1933, als SPD-Hochburg. Auch in der einstigen Zentrumsdomäne Stockheim mit weit überwiegend katholischer Wählerschaft blieb das örtliche sozialmoralische Milieu über die Zeit der Diktatur hinweg in sich geschlossen. Hier entschieden sich 85 beziehungsweise 73 Prozent der Abstimmenden für die CDU. Abweichend vom Durchschnittsergebnis im heutigen Landkreis konnte die FDP im Stadtgebiet bei den Landtagswahlen von 1952 bis 1968 mit einer Ausnahme (1964) und bei den Bundestagswahlen durchgehend bis 1965 die Stimmenmehrheit erringen. Erst von da an stand die CDU in der kommunalen Wählergunst mit ähnlichen Werten wie im Kreis ganz oben – mit maximalen Stimmenanteilen von 55,5 Prozent und 52,6 Prozent bei der Landtags- und der Bundestagswahl 1976. Dagegen musste sich die im Kreismittel in den Landtagswahlen von 1952 bis 1960 und in der Bundestagswahl von 1998 führende SPD in Brackenheim bis in die 1960er Jahre fast durchweg mit dem dritten, von da an stets mit dem zweiten Rang begnügen, verlor diesen aber 2009 an die Liberalen (22,3 zu 17,1 Prozent). Ihr bestes Ergebnis erzielten die Sozialdemokraten in Brackenheim mit 35,7 Prozent bei der Bundestagswahl 1972. Die politische Rechte war hier mit 10,5 Prozent bei der Landtagswahl 1968 (NPD) und mit 16,5 Prozent bei der Landtagswahl 1992 (Republikaner) nur mäßig erfolgreicher als im Landkreis. Die Grünen befanden sich mit 9 Prozent bei der Landtagswahl 2006 wieder leicht im Aufwind, mussten allerdings wie stets der FDP (12,9 Prozent) den Vortritt lassen. Bei dieser Wahl bestätigte sich der Abwärtstrend der Republikaner (3,4 Prozent), während die Linke (WASG) auf 2,4 Prozent kam (6,7 Prozent 2009). Seit der Kommunalwahl 2009 ist die CDU mit elf, die Freie Wählerschaft (FWB) mit neun, die SPD mit fünf und die Liste 21 mit vier Mandaten im Brackenheimer Gemeinderat vertreten. In Haberschlacht, Meimsheim und Stockheim bestanden bis 2009 eigene Ortschaftsräte als Vertretungsorgane für die Bürgerschaft. In allen Stadtteilen treffen sich in der Regel zweimal jährlich örtliche Gesprächskreise zur Diskussion und zum Meinungsaustausch. Ihnen gehören unter der Leitung des Bürgermeisters alle Entscheidungsträger vor Ort an, vor allem die Gemeinderäte, Vertreter der Kirchen, Schulen, Vereine, der lokalen Agenda und des Partnerschaftskommitees. Der heutige Stadtteil Neipperg ging bereits 1962 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Marsan in der Gascogne (Frankreich) ein. Verträge über Städtepartnerschaften schloss Brackenheim 1978 mit Charnay-lès-Mâcon im französischen Burgund, 1996 mit der italienischen Kommune Castagnole delle Lanze (Piemont) und 2001 mit der polnischen Landgemeinde Zbrosławice (Schlesien). Freundschaftliche Beziehungen bestehen zwischen den Feuerwehren von Brackenheim und Le Lude (Loiretal) sowie zwischen dem Turnverein Hausen und dem Afan Lido Football Club in Port Talbot (Wales). In Anerkennung ihrer Verdienste um die Förderung der europäischen Idee wurde die Stadt Brackenheim 2000 vom Europarat mit dem Europadiplom und 2003 vom Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Gebietskörperschaften des Europaparlaments in Straßburg mit der Ehrenfahne des Europarats ausgezeichnet.

Wappen von Brackenheim

In Rot ein stehender silberner (weißer) Bracke mit schwarzem Halsband und silbernem (weißem) Leitring.

Beschreibung Wappen

Seit dem ersten bekannten Stadtsiegel-Abdruck aus dem Jahre 1301 ist der Bracke - ein Jagdhund, der entweder stehend oder suchend, schreitend oder springend dargestellt wurde - als die „redende" Wappenfigur Brackenheims belegt. Darstellungen des Stadtwappens sind auch als Plastiken des 15. bis 18. Jahrhunderts und in verschiedenen Zeichnungen seit dem 16. Jahrhundert auf uns gekommen. Die jetzige Form des Wappens, dessen wohl magenheimische Farben stets gleichgeblieben sind, wurde vom Gemeinderat im Jahre 1953 in Anlehnung an das älteste Stadtsiegel festgelegt.