Eppingen 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.eppingen.de
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Einwohner: 20769
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 234.0
Max. Höhe ü. NN (m): 332.15
Min. Höhe ü. NN (m): 178.97
PLZ: 75031

Eppingen liegt mit seinen sieben Stadtteilen im Westen des Landkreises Heilbronn und dehnt sich auf einer Fläche von 88,59 qkm vornehmlich im Eppinger Gäu bzw. im mittleren Kraichgau aus. Der Landesentwicklungsplan ordnet die Stadt dem ländlichen Raum zu. Nördlich von Richen erreicht das Areal an der Elsenz bei ca. 180 m NN das Höhenminimum, der höchste Punkt wird im Hardtwald südlich von Mühlbach bei ca. 322,2 m NN erlangt. Die auf einem Hochflächensporn gelegene Altstadt besticht mit einer Reihe bemerkenswerter Bauten wie dem Baumannschen Haus, das als das bedeutendste Fachwerk-Bürgerhaus zwischen Schwarzwald und Odenwald angesehen wird, sowie dem Chuppastein an der alten Synagoge, der als besterhaltener Hochzeitsstein Süddeutschlands gilt. Nach 1803 wurden Adelshofen, Elsenz, Eppingen, Mühlbach, Richen sowie Rohrbach am Gießhübel badisch und am 24.7.1813 dem Bezirksamt Eppingen angegliedert. Als dieses am 1.4.1924 aufgehoben wurde, kamen Elsenz und Mühlbach zum Bruchsaler bzw. Brettener Bezirk, während Adelshofen, Eppingen, Richen und Rohrbach an das Bezirksamt Sinsheim fielen – wie 12 Jahre später auch Elsenz und Mühlbach. Das altwürttembergische Kleingartach gehörte zum Amt, seit 18.3.1806 Oberamt Brackenheim und vom 1. Oktober 1938 an zum Landkreis Heilbronn. In diesem Sprengel führte 1973 die Gebietsreform Kleingartach und die sechs ehedem badischen Orte zusammen. Zwischen dem 1.7.1971 und dem 1.11.1972 wurden alle heutigen Stadtteile Eppingen eingemeindet, das am 1.1.2002 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde.

Die Große Kreisstadt Eppingen liegt im westlichen Teil des Landkreises; ihre Entfernung zum Oberzentrum Heilbronn beträgt etwa 22 Kilometer. Eppingen ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis und gehört dem Landesentwicklungsplan zufolge zum ländlichen Raum im engeren Sinn. Mit Heilbronn ist es durch die B293 und eine Bahnlinie verbunden; auf den gleichen Verkehrswegen nach Westen erreicht man Karlsruhe (circa 41 Kilometer). Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Ittlingen, Kirchardt, Gemmingen, Schwaigern, Brackenheim, Güglingen, Pfaffenhofen und Zaberfeld im Landkreis Heilbronn, außerdem Sulzfeld, Kraichtal und Östringen im Landkreis Karlsruhe sowie Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis. Mit den Gemeinden Gemmingen und Ittlingen besteht eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft. Zur Gemeinde gehören neben der Kernstadt die Stadtteile Adelshofen im Norden, Elsenz im Nordwesten, Kleingartach im Südosten, Mühlbach im Süden, Richen im Nordosten und Rohrbach am Gießhübel im Westen. Zur Kernstadt gehören die Höfe Raußmühle und Rosalienhof sowie die Wohnplätze Odenberg-Wolfmüller und Ottilienberg, zu Adelshofen der Hof Dammhof und der Wohnplatz Adelshofen (Mühle), zu Kleingartach der Hof Kirschenhof und die Ortsteile Eichbühlhöfe, Hemmichhof und Rosbachhof. Der größte Teil der ausgedehnten Gemarkung liegt in der Landschaft des Eppinger Gäus, das seinerseits Teil des mittleren Kraichgaus ist. Dabei handelt es sich um eine fruchtbare, überwiegend mit Löss bedeckte Hügellandschaft, die sich zwischen Odenwald und Schwarzwald einschiebt. Im Südosten der Gipskeuperlandschaft schließt sich die bewaldete Schilfsandsteinplatte der Eppinger Hardt an. Östlich davon gehört noch ein kleines Stück des Leinbachgäus um Kleingartach dazu. Die wichtigsten Bodenarten sind für den Obst- und Weinbau günstige Muschelkalkböden, fruchtbare Gipskeuper- und Lössböden sowie waldbedeckte Schilfsandsteinböden. Ein Großteil der Gemarkung liegt im Quell- beziehungsweise Einzugsbereich der Elsenz, die von ihrem Ursprung beim Dorf Elsenz zuerst nach Südosten fließt, bis sie sich zwischen Rohrbach und der Raußmühle nach Osten, unterhalb von Eppingen nach Ostnordost wendet, um schließlich zwischen Richen und Ittlingen das Gemeindegebiet in nördlicher Richtung zu verlassen und über Sinsheim dem Neckar zuzufließen. Noch oberhalb von Eppingen nimmt die Elsenz den von Westen, aus dem gleichnamigen Ort kommenden Rohrbach auf, bei der Raußmühle den aus Mühlbach kommenden Himmelreichbach und am Hellberg den ebenfalls von Süden kommenden Hellbach. Unmittelbar unterhalb der auf einem Hochflächensporn gelegenen Altstadt von Eppingen mündet der von Nordwesten kommende Hilsbach in die Elsenz, in Richen von Osten her der Berwanger Bach und unterhalb von Richen wiederum von Nordwesten her der Roteklingengraben. Der im Norden von Adelshofen entspringende Nesselbach mündet südlich des Dorfs in den Hilsbach. Oberhalb von Kleingartach vereinigen sich der Seebach und der Gruppenbach (Rosbach) zum Leinbach, der die Gemarkung gleich unterhalb des Städtleins gegen Niederhofen hin verlässt und in Neckargartach in den Neckar fließt. Beim Hemmichhof und am Bauernkopf südwestlich von Kleingartach, südlich von Mühlbach, zu Füßen des Ottilienbergs (Jägersee), im Zimmergrund (nordwestlich von Schomberg) sowie an der Gemeindegrenze gegen Gemmingen gibt es Teiche und Seen unterschiedlicher Größe. Der mittlere Kraichgau gehört zu den regenärmeren Gebieten Süddeutschlands mit durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmengen in Eppingen von kaum mehr als 700 Millimetern. Nach Norden und Süden hin nimmt die Niederschlagsmenge etwas zu und beträgt für das nah gelegene Elsenz etwa 800 Millimeter. Die Wasserführung der Elsenz ist entsprechend gering. Wiederkehrende Oberflächenformen der Landschaft um Eppingen sind Hügel, Kuppen und Höhenrücken, die durch langgestreckte Täler, oft durch verzweigte Trockentäler voneinander getrennt sind. Die häufig vorkommende parallele Lagerung der Rücken von Südwest nach Nordost zeugt von ihrer Anlage im Löss. Ebenso ist die Entwicklung der dazwischen liegenden Hohlformen zu ganzen Muldensystemen durch den Löss bedingt, der als weiche, leicht abschwemmbare Bodenmasse die Dellenbildung begünstigt. Wo sich der Löss auf kluftigem Gestein ablagert, verringert sich der oberflächige Wasserabfluss und damit die Muldenbildung. Dieses Phänomen tritt vor allem südöstlich von Mühlbach auf; hier lagert Lösslehm auf dem wasserdurchlässigen Schilfsandstein und verhindert dadurch die Entstehung von Dellen. Eine gute Perspektive auf die eher ruhige und gleichförmige Landschaft hat man von dem südöstlich von Eppingen gelegenen Ottilienberg (313,6 Meter über Normalnull). Von etwa 250 Meter über Normalnull mittlerer Höhe auf der Linie Hilsbach-Ittlingen fällt die Oberfläche zum Elsenztal allmählich auf etwa 220 Meter über Normalnull ab und nach dem Überschreiten der Flusslinie bei der Kernstadt (199 Meter über Normalnull) steigt das Gelände am Rücken des Hardtwalds auf mehr als 300 Meter an; südlich von Mühlbach erreicht es mit 322,2 Meter über Normalnull den höchsten Punkt der Gemarkung; der tiefste Punkt (circa 180 Meter über Normalnull) liegt im Nordosten, wo die Elsenz das Gemeindegebiet verlässt. Die Zuflüsse der Elsenz haben sich in das Terrain eingeschnitten. Nur selten ist die intensiv landwirtschaftlich genutzte fruchtbare Fläche einmal von Laubwaldinseln unterbrochen. Lediglich in den Höhenlagen im Süden und Südosten dominiert der Wald.

Die durch die napoleonische Flurbereinigung Baden zugewiesenen Orte zeigten die für das Großherzogtum charakteristische, unstete Verwaltungsentwicklung. Während Elsenz und Richen 1803 zunächst den Fürsten von Leiningen zugesprochen wurden, fielen Eppingen und Mühlbach an das kurbadische Amt Bretten. Zugleich kam Rohrbach am Giesshübel zum badischen Landamt Odenheim. Infolge der Mediatisierung fiel der ritterschaftliche Besitz der Grafen von Neipperg in Adelshofen am 22. Juni 1807 an das Oberamt Gochsheim, dem auch Rohrbach zugeteilt wurde. Zeitgleich gelangten Eppingen und Mühlbach zum Stabsamt Eppingen, während die beiden anderen ehemals kurpfälzischen Orte Elsenz und Richen dem standesherrlich fürstlich-leiningischen Amt Hilsbach zugeschlagen wurden. Da das Stabsamt Eppingen zum 6. Dezember 1809 aufgelöst wurde, kehrten Eppingen und Mühlbach zum Amt Bretten zurück. Zum 15. November 1810 wurde das Oberamt Gochsheim offiziell geschlossen, faktisch wurde diese Auflösung ebenso erst 1813 vollzogen wie die Zuweisung Eppingens und Mühlbachs »an das zukünftige Amt Eppingen«; daher verblieb Rohrbach noch beim Oberamt Gochsheim. Adelshofen dagegen gelangte an das grundherrliche Amt Gemmingen. Die abermalige Neuorganisation vom 24. Juli 1813 führte zur Gründung des Bezirksamts Eppingen, das seinen Sitz bis zum 6. Juni 1814 in Gochsheim nahm. Dem Bezirksamt wurden Adelshofen, Rohrbach, Eppingen und Mühlbach sowie Elsenz und Richen eingegliedert. Diese Regelung dauerte für die ersten vier Orte immerhin bis 1924, für die beiden letzten hielt sie nur bis zum 1. Mai 1841, als das großherzoglich fürstlich leiningische Amt Sinsheim errichtet wurde. Nach dem Verzicht der Fürsten von Leiningen auf die Ausübung der Gerichtsbarkeit und Polizeigewalt aber stand am 15. November 1849 wiederum eine Neueinteilung der Ämter an. Das Sinsheimer Amt wurde aufgegeben. Dadurch kehrte Richen wieder zum Eppinger Bezirksamt zurück, während Elsenz auf dem Weg dorthin einen Umweg über das Bezirksamt Sinsheim nehmen musste. Am 20. August 1850 waren Adelshofen, Elsenz, Mühlbach, Richen, Rohrbach am Giesshübel und Eppingen im gleichnamigen Amtsbezirk wieder vereint. Eine Verwaltungsreform in der Weimarer Zeit führte zu einem abermaligen Wechsel. Zum 1. April 1924 verlor Eppingen seine Funktion als unteres Verwaltungszentrum, die es 110 Jahre ausgeübt hatte. Dadurch fielen Adelshofen, Eppingen, Richen und Rohrbach am Giesshübel dem Bezirksamt Sinsheim zu, während Mühlbach, das zunächst in der Verordnung des Innenministeriums vom 18. Januar dem selben Amtsbezirk zugedacht war, durch die Verordnung vom 19. März aber dem Bezirksamt Bretten zugewiesen wurde. Elsenz wiederum gelangte zum Bruchsaler Amtsbezirk. Das NS-Neueinteilungsgesetz machte die letzten beiden Zuordnungen zum 1. Oktober 1936 wieder rückgängig. Dabei kam Elsenz wie schon 1849/50 zum Sinsheimer Amtsbezirk. Damit waren erneut alle sechs badischen Gemeinden vereint, diesmal im Bezirksamt Sinsheim. Aus ihm ging durch die NS-Landkreisordnung am 25. Juni 1939 der gleichnamige Landkreis hervor. Eine gegenüber den badischen Gemeinden beständigere Verwaltungszugehörigkeit zeigte Kleingartach. Die altwürttembergische Stadt gehörte zum Amt beziehungsweise seit 1806 Oberamt Brackenheim. Dort blieb sie bis zum 1. Oktober 1938, als der Kreis Brackenheim (seit 30. 1. 1934) aufgelöst und Kleingartach zum Kreis Heilbronn geschlagen wurde. Die baden-württembergische Gebietsreform schließlich führte Kleingartach, dessen Gemeinderat zuvor mit Niederhofen, Schwaigern, Stetten und Güglingen Gespräche geführt hatte, mit den sechs badischen Gemeinden im neuen Landkreis Heilbronn zusammen. Dabei wurde nach einem Bürgervotum von 73 Prozent zunächst Adelshofen zum 1. Juli 1971 nach Eppingen eingemeindet, dem zum 1. Dezember 1971 Elsenz (63,4 Prozent), Richen (54,1 Prozent), Rohrbach am Giesshübel (67,8 Prozent) und Kleingartach (75,7 Prozent) folgten, das als einzige Stadt im Landkreis eingegliedert wurde. Während Mühlbach am 1. November 1972 zuletzt eingemeindet wurde, blieben Eingliederungsangebote an Gemmingen und Stebbach erfolglos. Eppingen wurde zum 1. Januar 2002 zur Großen Kreisstadt erhoben. Die Einbindung in den neuen Staat des 19. Jahrhunderts belastete besonders die standes- und grundherrlichen Orte (Elsenz, Richen sowie Adelshofen). Dieser Zündstoff entlud sich in der Revolution 1848/49. Während es bei den Märzerhebungen 1848 in Eppingen noch nicht zu Manifestationen kam, da die städtische Oberschicht konstitutionell gesinnt war, entpuppte sich die Stadt beim Volksaufstand 1849 als das revolutionäre Zentrum des Amtsbezirks. Nun beteiligten sich auch die Honoratioren der Stadt am Umsturz. Wie in Kleingartach hatte sich 1848 ein Volksverein unter dem neuen Ratschreiber Wilhelm August Kirsch und dem Mühlbacher Pfarrer Georg Friedrich Schlatter gegründet. Die Demokraten versammelten sich im Gasthaus zum Engel, dessen Wirt, Franz Bitterich, einer der führenden Köpfe des Volksvereins war. Am 18. Mai 1849 setzte die Revolutionsregierung Ratschreiber Kirsch als Zivilkommissär des Amtsbezirks ein, der alle Staatsdiener absetzte, die sich weigerten, den Eid auf die Revolutionsregierung abzulegen. Unterstützung fand er dabei in dem von ihm eingesetzten Bürgermeister Julius Niebergall und in Amtsaktuar Franz Xaver Eisele. Zwar rüstete eine dreihundert Mann starke Volkswehr zum Kampf, aber drei Tage nach der Niederlage der Revolutionstruppen bei Waghäusel (21. 6. 1849) besetzten preußische Truppen die Stadt. Autobiographischen Aufschrieben zufolge soll Amalia Struve ihrem Mann Gustav mit den Aufständigen am 23. Juni in einer Kutsche nach Eppingen gefolgt sein. Zur Wiederherstellung der alten Ordnung wurden die Aktivisten und Sympathisanten des Volksaufstands verfolgt. Zivilkommissär Kirsch, Rekrutierungskommissär Karl Friedrich Bauer, Bürgermeister Niebergall und Amtsaktuar Eisele konnten zwar über die Schweiz nach Amerika fliehen, aufgegriffene Revolutionäre aber wurden im Pfeifferturm inhaftiert. Ermittelt wurde auch gegen den evangelischen Pfarrer Gustav Alexander Wilhelm Johann Rippmann, den Redakteur des Pfinz- und Kraichgauboten, den katholischen Dekan Johann Baptist Sattler und den Bierbrauer Zorn. In Adelshofen wurde Hauptlehrer Johann Michael Berger versetzt, in Mühlbach Unterlehrer Michael Veith entlassen. In Rohrbach am Giesshübel wurde auch eine Frau, Katharina Frank, aus politischen Gründen festgenommen und des Hochverrats angeklagt. In Elsenz, das wie Richen zu dem »bekanntermaßen rebellischen« Amtsbezirk Sinsheim zählte, enthob der großherzogliche Inspekteur den Gemeinderechner und drei Mitglieder des Bürgerausschusses ihrer Ämter. Der Volksvereinsvorsitzende, Hilfslehrer Friedrich Sauer, der den »Heckerhut auf dem Kopfe« getragen haben soll, wurde aus dem Schuldienst entlassen. In Richen, wo auch mehr als jeder vierte Bürger dem Volksverein angehört hatte, entließ der Inspekteur Bürgermeister Konrad Geiger und ein Mitglied des Bürgerausschusses. Der aus Kleingartach stammende Soldat Jakob Friedrich Staudt saß 1848 wegen Aufruhr auf dem Hohenasperg ein. Die bei der Revolution aufgekommenen politischen Strömungen traten auch bei den Reichstagswahlen zutage. Die Urnengänge beeinflusste kein Faktor so sehr wie das Bekenntnis. Im katholischen Rohrbach Rohrbach am Giesshübel hielten die Wähler stets dem Zentrum (bis 1888 Katholische Volkspartei) die Treue mit Resultaten zwischen 63,4 (1877) und 98 Prozent (1887), es sei denn, die Katholikenpartei verzichtete auf eigene Kandidaten (1878, 1884, 1907, 1912). Dann votierten die Katholiken für die Deutschkonservative Partei oder den Bund der Landwirte. An Elsenz lässt sich der Zusammenhang von Katholikenquote und Wahlverhalten erhellen. Dort entsprach der katholische Bevölkerungsanteil (29,6 Prozent) den Zentrumsresultaten (30,1 Prozent 1871, 29 Prozent 1887 oder 31,3 Prozent 1898). In den protestantischen Landgemeinden dagegen dominierten die Nationalliberalen (NLP) die frühen Wahlen. In Richen lagen sie mit 96 bis 77,4 Prozent (1871 bis 1884) genauso unangefochten an der Spitze wie in Mühlbach mit 83,3 und 81,4 Prozent (1871 und 1877). In Kleingartach beherrschte die Deutsche Partei ebenso die ersten Urnengänge (99,5 Prozent 1877). Auch in Eppingen errangen die Nationalliberalen bis 1887 den Spitzenrang (82,8 Prozent 1871). Die Stadt blieb bis zum Ersten Weltkrieg eine Hochburg des regierenden Liberalismus. In den 1890er Jahren fächerte der heraufziehende politische Massenmarkt die Parteienlandschaft auf, besonders in den protestantischen Orten. Jetzt beendeten die Parteien neuen Typs die Vorherrschaft der liberalen Honoratiorenvereinigungen. Der Bund der Landwirte (BdL) trat 1898 mit einem Paukenschlag auf, als er in Adelshofen und Richen die absolute Mehrheit (97,5 beziehungsweise 52,7 Prozent) erzielte; auch in Kleingartach beherrschte der Bauernbund die Urnengänge von 1903 und 1907 (60,9 und 72,3 Prozent). Nur in Mühlbach konnte sich die agrarische Interessenpartei nicht durchsetzen. Hier fiel der BdL hinter die SPD. Der Arbeiterpartei glückte in Kleingartach 1898 (40,3 Prozent) und 1912 (42,5 Prozent) sogar der Sprung auf den ersten Rang. In Eppingen gründete sich zwischen 1891 und 1907 nach dreimaligem Anlauf ein SPD-Ortsverein mit 64 Mitgliedern (1913/14). Hier waren Sozialdemokraten auch im Gemeinderat vertreten. In der Weimarer Republik sprachen die Wähler anfänglich den republikanischen Parteien das Vertrauen aus, votierten aber schon in den 1920er Jahren zunehmend für die Republikfeinde. 1919 stimmte in den protestantischen Gemeinden eine breite Mehrheit für die linksliberale DDP (Adelshofen 55,5 Prozent, Richen 55,6 Prozent) oder die SPD (Mühlbach (57,1 Prozent), und im katholischen Rohrbach Rohrbach am Giesshübel dominierte unangefochten das Zentrum (98,9 Prozent). Doch schon 1920 stieg die Christliche Volkspartei (CVP, im Reich DNVP) zur stärksten Kraft in Adelshofen (93,9 Prozent), Elsenz (55 Prozent) und Eppingen auf. Von 1924 an wechselte sie sich mit ihrer ländlichen Schwesterpartei, dem Badischen Landbund (BLB), als Mehrheitsbeschaffer ab (Mai 1924 in Elsenz 52,3 Prozent, Dezember 1924 in Richen 31,9 Prozent). In Kleingartach war sein Pendant, der Bauern- und Weingärtnerbund, genauso erfolgreich (Dezember 1924 69,8 Prozent). Nur die SPD-Hochburg Mühlbach blieb bis 1932 in der Hand der Republikaner. Noch 1930 lag die SPD dort auf dem ersten Rang (29,9 Prozent). Spätestens 1930 waren die Republikaner in der Defensive. In Elsenz, Eppingen und Richen gewann bereits die NSDAP die meisten Stimmen (41,5 Prozent, 35 Prozent, 28,5 Prozent), in Adelshofen erzielte sie sogar die absolute Mehrheit (57,6 Prozent). Seit der Erdrutschwahl im Juli 1932 lagen die Republikfeinde überall vorn. In Adelshofen erhielten NSDAP (88,4 Prozent) und CVP (8,7 Prozent) nahezu alle Stimmen. Im März 1933 repräsentierten NSDAP (66 Prozent), Deutschnationale (8,6 Prozent) und KPD (2,3 Prozent) in Elsenz drei Viertel, in Eppingen zwei Drittel der Wähler. Einzige Ausnahme war das katholische Rohrbach. Hier nahm die Zentrumsbindung zwar ab, dennoch erzielte die Katholikenpartei bis März 1933 (51,3 Prozent) durchweg absolute Mehrheiten. NSDAP und KPD traten hier später und schwächer als in den evangelischen Orten auf. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 feierten SA und SS mit einem Fackelzug in Eppingen. Die sogenannten Volksabstimmungen zeigten mit einer hohen Wahlbeteiligung und einer nahezu 100-prozentigen Zustimmung in allen Orten die für die NS-Zeit typische Janusköpfigkeit von Lockung und Zwang. 1945 kam der von Hitlerdeutschland begonnene Krieg nach Eppingen, als die 3. algerische und die 2. marokkanische Infanterie-Divisionen das heutige Stadtgebiet eroberten. Am 2. April hatte die 47. Volksgrenadierdivision der Wehrmacht ihren Gefechtsstand in Adelshofen geräumt und sich über den Heuchelberg zurückgezogen. Tags darauf wurden bei den Kämpfen um Eppingen zwei Jagdtiger der 1. Kompanie der schweren Panzerjäger-Abteilung 653 abgeschossen. Am 4. April wurde die katholische Pfarrkirche durch Bombenabwurf schwer beschädigt und die Stadt besetzt. Bei den Kämpfen um die Stadt Eppingen kamen zwanzig Personen ums Leben, darunter fünf Zivilisten. Über 5 Prozent der Wohnungen wurden total zerstört. In Kleingartach widersetzten sich Bürgermeister und Gemeinderat dem Befehl des Stabs der 198. Infanteriedivision, Panzersperren zu errichten und Sprengladungen an den Häusern anzubringen. In der Nacht des 4./5. April nahmen Feldgendarmen den Bürgermeister, drei Gemeinderäte und einen Lehrer fest und wollten diese in Horrheim erhängen. Das Urteil wurde nicht vollstreckt, weil das Geräusch heranrückender Panzer die Feldgendarmen davon abhielt. Am 6. April wurde Kleingartach besetzt, wo französischer Artilleriebeschuss zwölf Häuser beschädigt hatte. Einwohner verhinderten die Sprengung der Seebachbrücken durch Wehrmachtspioniere. Der deutscher Artillerie erteilte Befehl, die Stadt von Frauenzimmern aus in Brand zu schießen, konnte aus Munitionsmangel nicht ausgeführt werden. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes konnten 1946 wieder demokratische Wahlen abgehalten werden. Dabei orientierten sich vor allem die bürgerlichen Wähler neu. Bereits bei den Gemeinderatswahlen am 27. Januar 1946 erhielt die CDU, die parteipolitische Personifizierung des demokratischen Neubeginns, in allen badischen Gemeinden die absolute Mehrheit, in Adelshofen, Elsenz und Rohrbach Rohrbach am Giesshübel sogar jede Stimme. Nur in Kleingartach, wo aufgrund der sozioökonomischen Struktur und der württembergischen Tradition liberale Orientierungen fortbestanden, erfuhr die Demokratische Volkspartei (DVP) Zuspruch. Bei den Wahlen zum ersten Landtag von Württemberg-Baden (24. 11. 1946) lag sie mit 45,9 Prozent vorn. Dennoch konnte die Union ihren Siegeszug fortsetzen. Ihr Erfolg gründete vor allem darin, dass sie eine antisozialistische Sammlungsbewegung des Bürgertums war. Freilich fand die Union in der alten Zentrumshochburg Rohrbach die meisten Wähler (89,3 Prozent BT-Wahl 1965), aber auch in den protestantischen Orten zog sie immer mehr Stimmen auf sich, die sie den bürgerlichen Konkurrenten abwarb. In Elsenz fielen die Flüchtlingsparteien von 37,7 (NG 1949) auf 2,5 Prozent (GDP 1964) und in Eppingen von 22,4 auf 6,6 Prozent, in Adelshofen schwand die FDP von 45,5 (1952) auf 6,8 Prozent (1969). Im umgekehrten Verhältnis legte die Union in diesen Orten zu: in Adelshofen von 18 (1952) auf 70,2 Prozent (1965), in Elsenz von 38,8 auf 70,9 Prozent und in Eppingen von 19,7 auf 54,5 Prozent. Dabei konnte die bekenntnisübergreifende Partei an den politischen Protestantismus der Weimarer CSVD anknüpfen (1930 Adelshofen 20,4 Prozent, Elsenz 21,5 Prozent). Lediglich in Richen und Kleingartach behaupteten sich die Liberalen besser, wo sie bis 1965 fast ein Fünftel beziehungsweise knapp die Hälfte der Stimmen banden. Unberührt von dieser Umschichtung im bürgerlichen Lager blieb die SPD. Sie erzielte in Kleingartach (45,3 Prozent 1960, 40,8 Prozent 1969) und in Mühlbach (45,9 Prozent 1964, 49 Prozent 1968) ihre besten Resultate, wo sie vor dem Krieg schon ihre Hochburgen besessen hatte, während sie in Rohrbach Rohrbach am Giesshübel (3,1 Prozent 1949, 9,1 Prozent 1968) unbedeutend blieb. Auch in der aus der Gebietsreform hervorgegangenen Stadtgemeinde dominierte weiter die CDU, die bei den Bundestagswahlen 1976 (52,3 Prozent) und 1983 (50,4 Prozent) sowie bei den Landtagswahlen 1976 (58,2 Prozent) und 1980 (52,2 Prozent) sogar die absolute Mehrheit errang. Lediglich bei der Bundestagswahl 1998 konnte die SPD zu ihr aufschließen (37 zu 37,8 Prozent), während die FDP zwischen 7 (Bundestagswahl 2002) und 19,1 Prozent (Bundestagswahl 2009) pendelte. Die für die alte Bundesrepublik charakteristische Dreiparteienlandschaft fächerte sich in den 1980er Jahren durch die Grünen (9,1 Prozent Bundestagswahl 2009) und seit 2005 durch die Linke (7,5 Prozent 2009) auf. Die europäische Integration Eppingens spiegelt sich zum einen in den Städtepartnerschaften, zum anderen in den Wahlen zum Europäischen Parlament wider. Diese Urnengänge zeichneten sich von 1979 bis 2009 aber durch eine auffallend niedrige Wahlbeteiligung (36,4 Prozent 1999 gegenüber 80,4 Prozent Bundestagswahl 1998) aus. Zudem wurden sie oft als Protestwahlen gegen die Regierungsparteien instrumentalisiert. So erhielt die CDU 1989 nur 39,1 Prozent, die SPD kam 2004 lediglich auf 24,9 Prozent. Dafür spricht auch der enorm hohe Anteil der sonstigen Parteien (9,7 Prozent 2009 gegenüber 2,2 Prozent Landtagswahl 2006). Die Stadt und ihre Bürger pflegen offizielle partnerschaftliche Beziehungen seit dem 22. April 1967 zu Wassy in Frankreich, seit dem 19. Dezember 1979 zu dem englischen Epping und seit dem 19. Juni 1992 zu Szigetvár in Ungarn.

Wappen von Eppingen

In gespaltenem Schild vorne in Gold (Gelb) ein roter Schrägbalken, hinten in Schwarz ein rot bewehrter und rot bezungter goldener (gelber) Adler.

Beschreibung Wappen

Das 1454 belegte Siegel der aus einem an Baden verpfändeten Reichsdorf hervorgegangenen Stadt zeigt lediglich den Schrägbalken als Zeichen der badischen Landesherrschaft. Dieses Wappen blieb auch unter der von 1462 bis 1803 währenden pfälzischen Herrschaft über Eppingen unangetastet. Lediglich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es in den Stadtsiegeln kurze Zeit durch ein anderes Siegelbild ersetzt. Die erwünschte Unterscheidung des Stadtwappens vom badischen Stammwappen ist gewährleistet, seit das Innenministerium — zusammen mit der Flagge - am 14. Februar 1958 das jetzige Wappen verliehen hat. Es verbindet das badische Wappen in gespaltenem Schild mit dem in den Farben ausgetauschten Reichswappen, das auf das ehemalige Reichsdorf Eppingen hinweisen soll.