Meßkirch - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1080 [um]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Stadt im Ablachtal. Der mittelalterliche Stadtkern lehnt sich auf einer Zunge des Altmoränengeländes zwischen Ablach und Mettenbach an das Schloss und die Pfarrkirche Sankt Martin an, die ihn in erhöhter Lage im Westen überragen. Ältester Sied­lungsteil in Hufeisenform um diese beherrschende Baugruppe noch heute im Grund­riss erkennbar. Daran anschließend die Marktsiedlung mit der durchziehenden, engen Hauptstraße Mengen-Tuttlingen (heute Ortsdurchfahrt Вundesstraße 311/313), in der Mitte erweitert zum rechteckigen Marktplatz, einst abgeschlossen durch das Obere Tor (Ad­lerplatz) und das Untere Tor (Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße). Wohl noch im Mittelalter Erweiterung im Süden (bis zur Jahnstraße), wo der Grundriss regelmäßiger ist. Vor dem Oberen Tor Vorstadt des 16. Jahrhunderts mit Spital. Nach 1900 Neubautätigkeit im Süden, unterhalb des Hofgartens, am Bahnhof (Bahnbau 1870/73) und an den Ausfallstra­ßen, im ganzen nicht umfangreich. Nach dem 2. Weltkrieg zunächst Siedlung im Süden entlang der Bahnlinie, dann Gürtel von neuen Wohngebieten fast rings um den Stadtkern.
Historische Namensformen:
  • Messankirche
  • Kirche des Messo
Geschichte: Um 1080 Messankirche, Kirche des Messo, frühmittelalterlicher Kirchort. Meßkirch gehörte zur Herrschaft der Grafen von Rohrdorf. Im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts war es namengeben­der Sitz einer Rohrdorfer Ministerialenfamilie, die urkundlich bis ins 14. Jahrhundert er­scheint, Meßkirch aber anscheinend bald verließ. Nach dem Aussterben der Grafen von Rohr­dorf um 1210 fiel Meßkirch mit dem allodialen Teil der Herrschaft an die Herren von Neuf­fen. Sie verkauften die Herrschaft an die Truchsessen von Waldburg, die sich nun in einem Zweig Truchsessen von Rohrdorf nannten. Unter ihnen wurde die Siedlung zur Stadt erhoben (1241 Bürger, 1261 civitas). Aus dem Besitz der Truchsessen gelangte die Stadt 1351 an die Herren von Zimmern, nach deren Aussterben (1594) über die Helfenstein an Fürstenberg (1627). Bereits 1210 wird ein Meßkircher Kornmaß ge­nannt, was auf eine Marktstätte mit Marktrecht schließen lässt. Marktstätte 1241 als »forum« erwähnt. Die Stadt hatte, ohne erkennbare wirtschaftliche Spezialisierung, sich zum Zentrum ihres Umlands entwickelt; eine Funktion, die sie noch ausbauen konnte, nachdem sie auch zum Mittelpunkt der Herrschaft geworden war. Unter den Grafen, später Fürsten von Fürstenberg wurde Meßkirch zu einem wichtigen Verwaltungszen­trum und Mittelpunkt des Oberamts; Sitz eines Bezirksamts blieb die Stadt nach dem Übergang an Baden 1806 bis 1936. Dann Bezirksamt (1939 Landkreis) Stockach. Das bedeutendste historische Bauwerk der Stadt ist das Schloss, eine große Vierflügelan­lage mit runden Ecktürmen und manieristischem Dekor. Ost-, Süd- und Westflügel ab 1557 von Graf Froben Christoph von Zimmern im Renaissancestil errichtet. Statt des geplanten Nordflügels blieb das sogenannte alte Schloss stehen. Es war um 1400 von Johann von Zimmern aus den Steinen der Burg Benzenberg errichtet worden. 1271 wird ein rector scolarium genannt, der Geistlicher war. Auch 1279, 1353 und 1400 sind Schulmeister in der Stadt erwähnt. Um 1550 Lateinschule. 1904 Realschule, später Progymnasium; voll ausgebautes Gymnasium seit 1970.
Ersterwähnung als Stadt: 1261

Name: Altes Schloss; Schloss
Datum der Ersterwähnung: 1400

Ersterwähnung: 1239
Kirche und Schule: Die seit 1239 ge­nannte Pfarrei war nach Patrozinium (Sankt Martin) und Umfang Urpfarrei. Der Kir­chensatz gehörte immer dem Stadtherrn, wie seit 1307 bezeugt. Neben insgesamt 8 Kaplaneien innerhalb der Stadt bestand die Sankt Elogiuskapelle unmittelbar vor dem Stadttor. In der Stadt gab es 1372 ein Beginenhaus und 1661 bis 1806 ein Kapuzinerkloster. Die katholische Pfarrkirche Sankt Martin wurde 1526/37 als dreischiffige Basilika durch Lorenz Reder von Speyer neuerrichtet. Unter Leitung von Meinrad von Aw erfolgte 1772 der Umbau in eine barocke Saalkirche. Flachbogiges Tonnengewölbe mit Deckenbildern von Ows und Rokokostukkaturen von Jacob Schwarzmann. Von ersterem auch ein Teil der Altarblätter. Altar an der Nordseite mit Anbetung der Könige vom Meister von Meßkirch. Bedeutende Epitaphien (zum Teil Bronze) der Grafen von Zimmern. Der Anbau der Nepomukkapelle nach Plänen Bagnatos mit Stuck und Malereien der Brüder Asam. Die Liebfrauenkirche wurde 1576 umgebaut (Nordturm und Fassade), einschiffig mit polygonalem Chor, zum Teil vielleicht noch 13. Jahrhundert. Mutter­gottes und Heiligenfiguren 1460 bis 1500 Ulmer Herkunft. Bis 1844 Friedhofskapelle, seit 1895 altkatholische Kirche; Pfarrei Singen (Hohentwiel). Evangelische Heilandskirche von 1865, Turm 1901, renoviert 1963/65; eigene Pfarrei seit 1895.
Patrozinium: Sankt Martin
Ersterwähnung: 1239

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